auf den Tisch , und klimperte obendrein mit dem Geldvorrath in seiner Tasche . - Die Muhme machte urplötzlich ein freundlich Gesicht , und ihr Neffe fragte halb neugierig , halb neidisch : » Du thust ja dicke und groß , wie der Schatzmeister des römischen Reichs ? Welcher Kaufherr oder Müller hat Dir seine Kisten oder Sparhafen öffnen müssen ? « - » Bruder ! « rief Hornberg vergnügt : » Bruder ! ein Fang , wie er nicht alle Wochen vorkömmt ; ich schwör ' s bei meinem Schutzpatron ! Das Wichtigste aber muß ich jetzt gleich vom Herzen drücken . Base , Peterlein , und Du mürrische Rauchschwalbe ! Angezogen , aufgeputzt , aufgesessen ; ich bringe Euch die Aussicht auf eine Schlemmerei von vierzehn Tagen wenigstens . « - » Eine Schlemmerei ? « fragte Veit mit gespitztem Ohre , » von vierzehn Tagen ? « wiederholte die Muhme , deren Antlitz die frohste Hoffnung auf eine Frist des Wohllebens abspiegelte . - » So ist ' s , « versetzte der Hornberger ; » ich bin geritten wie ein Dieb , und ehe es noch zwölfe schlägt , müssen wir aufbrechen . Unser guter alter Degen , der ehrliche Bechtram von Vilbel ladet Euch beide schönstens zu Gaste auf seine Veste . « - » Bechtram von Vilbel ? « begann die Muhme staunend . - » Ei , wie kömmt denn der geizige Hellerfuchs dazu , uns einzuladen ? « setzte Veit mißtraurisch bei : » Seitdem er aufgehört hat , der Feldhauptmann der Frankfurter Spießburger zu seyn , und wieder adlich Handwerk treibt , hat er sich nie um mich bekümmert , obgleich er mir das Raufen lehrte ; um die Muhme noch weniger . « - » Wie soll ich denn die Einladung verstehen ? « - » Redlich und annehmbar ; « antwortete Hornberg : » Mein adlich Wort darauf . Jetzt aber , Gott verdamme mich , mag die Base sich zum Aufbruch rüsten ; denn in diesem Aufzug einer Küchenhexe nehm ' ich sie nicht mit . « - » Aber Du liebes junges Blut , « entgegnete die Alte , verlegen umher trippelnd : » wenn ich nur erst wüßte .... ist es Ernst ? .... und wie werde ich fortkommen , ohne Pferd noch Esel ..... ? « - » Dafür ist gesorgt , « fuhr Hornberg fort : » Aber , potz Kreuz und Dorn ! So sputet Euch doch einmal . Während Ihr Euch in den Staat werft , will ich Eure Neugierde befriedigen . « - » In ' s Himmels-Namen denn ! « seufzte die Alte , suchte aus ihren Taschen , den selten gebrauchten Schlüssel zur Truhe des Hauses , und hinkte in eine Ecke des Gemachs , wo der über einen ausgespannten Strick gehängte , abgetragene und hie und da durchlöcherte Reitmantel des Leuenberger ' s , Petronellen ' s Lagerstätte und ihre wenigen Habseligkeiten dem unbescheidnen Auge des Besuchers spärlich und nothbedürftig verbarg . Der Hornberger setzte sich indessen auf den Spreusack , der mit Kalbfellen bedeckt , das Bett seines Freundes vorstellte , kratzte dem Bullenbeißer gnädig den Kopf , und hob an zu erzählen , wobei Petronella und ihr Neffe , der mittlerweile , über eine Schüssel voll Wasser gebückt , das Geschäft des Bartscherens vornahm , eifrig zuhörten . » Ich war über Land geritten , « sprach er , » dieweil ich zu Hause nicht Holz hatte , um mich zu wärmen , noch Wein , mich zu erquicken ; und das fiel in die heilige Woche . Ich wollte den Reiffensteiner heimsuchen , fand ihn aber nicht , und die Frau schien nicht Lust zu haben , mich den Mann , der nach Franken geritten war , erwarten zu lassen . Ich schnallte daher meinem Gaul den Gurt fester , wie auch mir , und trabte gen Neufalkenstein , wo auch der Eppsteiner seyn sollte , wie ich vernommen . Der alte Bechtram ist zwar nicht freigebig , aber seine Hausehre , Frau Else , läßt einen wackern Rittersmann nicht Noth leiden , wenn er Gründe halber die Feiertage in ihres Herrn Hause zuzubringen verlangt . Die Anstalten zu dem Feste waren auch richtig schon gemacht . Frau Else handthierte am Backtroge , und die Knechte im Hofe brachen ein Paar Rehe auf , bei deren Anblick mir das Wasser im Munde zusammenlief . Es war Morgens um die neunte Stunde etwa , und der Ritter saß schon mit dem Eppsteiner und dem Wernher von Hyrzenhorn bei einem Trunke Weins und einigen in Essig gesottnen Fischen . Die Herren empfingen mich auch gar fröhlich und guter Dinge . « » Absonderlich , « sagte der Hausherr : » Da kömmt der Hornberger ; ein grober , aber ausgepichter Ostergast . « - Hierauf mußte ich mich zu ihnen setzen , und der alte Bechtram schenkte so fleißig ein , als ich es noch nie an ihm gewohnt gewesen . Der Becher ging tapfer in der Runde umher , bis dem langen Wernher der Kopf schwer wurde , und er entschlief . Nun begann Bechtram erst mir zu reden : » Er hätte nicht zu gelegenerer Zeit kommen können , ungeschlachter Hornberger . Wir haben etwas vor , der Eppenstein und ich ; so dies und jenes , und eins und das andere , wobei wir Euch brauchen können . « - » Ich war dessen bereitwillig , und wunderte mich nur , daß sie den Hyrzenhorn nicht angeworben , der doch ein schier noch rüstigerer Kämpe sey , denn ich . « Da verzog der Eppsteiner das Gesicht , und Bechtram sagte : » Der Teufel hole alle Frankfurter , und die , die es aus Feigheit mit ihnen halten ; « womit er des Hyrzenhorners spottete , der sich der Stadt zu eigen verschrieben . » Ich habe lange genug den Schwefelkrämern das Panner getragen ; « fuhr Bechtram fort : » Wie haben