wir uns von seiner Fortsetzung überzeugen konnten . Wir vergrößerten die Bresche , bis ein Mann hindurch konnte . Da forderte ich Pappermann und einen der fackeltragenden Winnetous auf , mir in die Lücke zu folgen . Ich wollte sehen , was dahinter lag . Die anderen sollten warten und inzwischen noch so viele Steine zur Seite schaffen , bis auch die Pferde passieren konnten . Wir drei nahmen zu der einen , brennenden Fackel noch eine zweite als Reserve mit und drangen dann weiter vor , natürlich zu Fuße . Es ging jetzt noch steiler empor , als vorher . Bald hörten wir es vor uns rauschen , dann brausen , dann donnern , ganz wie in der unmittelbaren Nähe des Niagarafalles . Dieses Brausen und Tosen wurde so stark , daß wir unsere eigenen Worte nicht mehr hörten . Die Wand zu unserer Rechten sank in die Tiefe ; die zu unseren Linken blieb . Von oben dämmerte es , als ob der Tag durch eine starke Milchglasscheibe zu uns herniederschaue . Und plötzlich , nach einer Biegung des Weges , sahen wir ihn stürzend herniederbrausen , den Schleierfall , in die Unterwelt , in der er sich zu dem Flüßchen bildete , an dem wir vorhin nach der Höhle geritten waren . Es wehte ein so scharfer Wind , daß wir die Hüte festhalten mußten . Wir schritten wie auf einer Felsenstraße der Schweiz . Auf der einen Seite die Felswand , auf der anderen der gähnende Abgrund , in dem der Wasserfall verschwand . Keine Barriere schützte uns . Aber der Weg war fest und so breit , daß vier Pferde nebeneinander gehen konnten . So passierten wir den Wasserfall in seiner ganzen Breite , bis wir an ihm vorüber waren , das Oberlicht verschwand und wir uns wieder nur auf das Licht unserer Fackel verlassen mußten . Hierauf ging es durch einen sehr aufwärts strebenden Stollen , der nicht geraden Laufes , sondern gebogen war . Hier ließ sich das Geräusch des Wasserfalles wieder vernehmen . Es wurde immer stärker und stärker , und als es so stark geworden war , daß es uns beinahe betäubte , sahen wir wieder den Schein des Tages , doch nicht von oben , sondern von vorn . Wir gingen darauf zu und befanden uns wenige Augenblicke später im Freien . Oder vielmehr nicht eigentlich im Freien , sondern zwischen der tosenden Masse des Schleierfalles und dem hochaufstrebenden Felsen , von dem sie sich herunterstürzte . Wir standen hart an dem Abgrunde , in dem sie verschwand . Da unten waren wir soeben vorübergekommen . Wir befanden uns genau in derselben Lage , wie die Besucher des Niagarafalles , die sich hinter die herniederschmetternde Wogenwand bringen lassen , um dann später davon erzählen zu können . Man brauchte nur zwischen Wasser und Felsen nach dem äußersten Ende des Falles zu gehen , um durch ein dort befindliches Pflanzengestrüpp hinaus auf die feste , trockene Erde zu gelangen . Ich wußte nun genug . Wir kehrten also nach der Stelle zurück , an der sich unsere Begleiter befanden . Als wir dort ankamen , waren sie mit ihrer Arbeit noch nicht fertig . Die fortzuschaffenden Steine besaßen ein derartiges Gewicht , daß lange Zeit dazu gehörte , sie zu entfernen . Das benutzte ich zu einer weiteren Exkursion . Ich wollte nun auch wissen , wohin der schmale Weg uns führte . Hiezu ließ ich mich aber nicht von Pappermann , sondern von Intschu-inta und einem Fackelträger begleiten . Das Herzle bat , mitgehen zu dürfen , und ich willigte ein , obgleich ihre Gegenwart uns das Suchen nicht erleichtern , sondern nur erschweren konnte . Ich rechnete , daß wir uns hier fast genau unter der Stelle befanden , auf welcher da oben die gewichtige Winnetoustatue sich im Bau zu erheben begann . Von hier aus bis zu der Stelle , wo der schmale Weg sich nach der Karte in zwei noch schmälere Wege teilte , war gar nicht weit . Als wir hingelangten , sah ich augenblicklich , daß hier wieder Stalaktiten anstatt Stalagmiten lagen . Man hatte also auch da maskiert . Intschu-inta merkte nichts . Er blieb nicht stehen . Er ahnte nicht , daß sich hier einer der schmalen Wege abzweigte , und ging mit dem Fackelträger weiter . Ich folgte ihnen , ohne etwas zu sagen . Der Weg , den sie versäumten , war jedenfalls derjenige , der bei den Teufelskanzeln mündete . Den wollte ich mir aber für mich allein aufheben . Der weitere Weg führte nach der Karte hinauf zum Schloß , und den hätte ich sehr gern heut noch kennen gelernt . Wir folgten darum dem schmalen Weg so weit , bis er zu enden schien . » Da hört er auf , « sagte Intschu-inta , indem er stehen blieb . » Und geht nicht weiter ? « fragte ich . » Nein . Genau wie vorhin ! « » Ja , genau wie vorhin ! Nimmt man die Steine weg , die ihn verhüllen , so sieht man sofort , daß er nicht alle ist , sondern sich hinter den Steinen fortsetzt . Fort mit ihnen ! « Diese Stalaktiten waren nicht schwer . Ich hob einige zur Seite . Intschu-inta half . Was ich gedacht hatte , das zeigte sich : der Weg ging weiter . Hier war es gar nicht nötig , alle Steine zu entfernen . Es genügte , über sie hinwegzusteigen . Dann hinderte uns nichts mehr , weiter zu gehen . Wir taten es . Aber von hier an hörten die Tropfsteine auf . Es gab nur noch Höhlen ohne Sinterbildung . Und sie lagen immer eine höher als die andere . Man hatte zu steigen . Schließlich hörte diese Bildung natürlicher Hohlräume ganz auf , und es ging zwischen Felsenspalten empor , auf künstlichen Stufen und Gängen , die übermauert waren . Dabei war die Luft außerordentlich trocken und rein . Ich