wohl der Sohn deines Freundes , des Mandarinen Ki Tai - - Tai - - Tai und so weiter ? « » Allerdings . Und dieser Sohn ist eben unser Doktor Tsi . Ich habe natürlich keine Ahnung davon gehabt und es erst jetzt , in diesem Augenblick , erfahren . « » Ist es möglich ? Das soll ich glauben ? « » Gewiß ! « » Der Sohn des Mandarinen mit dem viertausendsechshundert Jahre alten Adel ? « » Ja . « » So halte mich ! Ich wackele ! « Er war im höchsten Grade erstaunt , obgleich er sich bemühte , seiner Verwunderung diese scherzhafte Wendung zu geben . So fuhr er fort : » Inkognito ! Unter andern Namen ! Es geht Alles , Alles anders , als man dachte ! Meine Wette , meine große , große Wette ! Aber ich werde mich rächen ! Dieser Doktor Tsi , der eigentlich Ki Ti - - Ti - - Ti und so weiter heißt , soll mir zur Strafe für seine Heimlichkeiten die Namen und Daten aller seiner Ahnen hersagen , welche es in diesen viertausend sechshundert Jahren gegeben hat . Bitte , vorwärts , nach meiner Koje ! Heut sieht sie unsern Tsi zum erstenmal als Gast ! « Er zog den Arm des Arztes unter den seinen und ging mit ihm fort . » Alter , echter Gentleman ! « sagte Raffley gerührt . » Könnte doch ein Jeder die alten Vorurteile in so anständiger Weise überwinden , wie er ! Ich bin überzeugt , daß er schon in den nächsten Tagen auch mit meiner herrlichen Yin genau so Arm in Arm promenieren gehen wird ! « - In Shanghai blieben wir einen ganzen Tag , denn es gab für alle Gesunden das Bedürfnis , sich einmal eine anhaltendere Bewegung zu machen , als an Bord möglich war . Es gelang mir , zwei gute Pferde aufzutreiben , um mit meinem Sejjid Omar , der sich sehr darüber freute , einen Ritt über den schattigen » Bund « und durch die jenseits des chinesischen Stadtteiles liegenden Avenuen zu machen . Dann begleitete ich Raffley durch die Läden , in denen er nach Gegenständen für die Geliebte suchte . Es hatte aber den Anschein , als ob ihm nichts ihrer recht würdig sei , obgleich er mir im Tone des Glückes anvertraute , daß sie die Einfachheit liebe und auch gar nicht nötig habe , sich zu schmücken , da sie selbst die köstlichste Perle sei , die man sich nur denken könne . Am Abende besuchten wir mit Mary Waller den berühmten , wunderbar illuminierten Garten von Chang Su Ho . Tsi hielt es für notwendig , der Lady diese Abwechslung zu bieten , zumal das Befinden ihres Vaters es ihr jetzt erlaubte , sich für einige Stunden von ihm zu beurlauben . Wir hatten uns in dem erwähnten Garten für uns allein gesetzt und betrachteten mit regem Interesse das vielgestaltete Leben , welches in der prachtvollen künstlichen Beleuchtung vor uns auf- und niederwogte . Da sprang Tsi plötzlich auf und eilte einem kleinen , schmächtigen Chinesen nach , welcher an uns vorübergegangen war , ohne von uns beachtet worden zu sein . Er hielt ihn fest und sprach zu ihm , ohne ihn vorher in der landesüblichen , umständlichen Weise begrüßt zu haben ; der Kleine schien also ein näherer Bekannter von ihm zu sein . Dann führte er ihn uns zu , und ich sah zu meiner Ueberraschung , daß es Fang , mein Bekannter von Point de Galle her war . Er stellte ihn uns unter Aufzählung aller Titel und Würden vor und fügte hinzu , daß dieser Mandarin des roten Blumenknopfes früher sein Lehrer gewesen und einer der berühmtesten Aerzte Chinas sei . Ich streckte dem lieben Kleinen nach europäischem Brauche meine beiden Hände hin , um ihn willkommen zu heißen , wodurch die Andern erfuhren , daß wir uns schon kannten . Er nahm selbstverständlich bei uns Platz , und da stellte es sich bald heraus , daß er in der Absicht , zu Tsis Vater zu reisen , hier in Shanghai nach einer Schiffsgelegenheit dorthin gesucht hatte . Raffley beeilte sich , ihn einzuladen , mit uns zu fahren , und es wurde bereitwilligst angenommen . Im Laufe der Unterhaltung kam die Rede auf unsern Patienten . Tsi begann zu erzählen . Fang hörte mit größtem Interesse , welches sich oft zur Spannung steigerte , zu und unterbrach den Bericht hier und da mit Erkundigungen , welche verrieten , daß er sich hier auf einem Gebiete befinde , auf dem er vielleicht noch heimischer als sein einstiger Schüler sei . Er hielt uns , als Tsi zu Ende war , über das Thema » Vision « ein Privatissimum , welches selbst einem europäischen Gelehrten ersten Ranges Bewunderung abgenötigt hätte , stimmte der bisherigen Behandlung Wallers in jeder Beziehung völlig bei und versicherte uns , daß die abendländische Wissenschaft hier vor einem Felde stehe , welches die Geringschätzung , mit der man es bis heut behandelt habe , nichts weniger als verdiene . Nach einiger Zeit verabschiedete er sich für einstweilen von uns , um sein Gepäck zu besorgen , und als wir dann an Bord ankamen , war er schon da und erzählte uns in heiterer Weise , daß mein Sejjid Omar ihn sogleich erkannt und eine wunderbare chinesische Rede vom Stapel gelassen habe . Am folgenden Vormittage nahmen wir Anker auf und gingen bei prächtigstem Wetter mit vollem Dampfe weiter . Indem wir uns von der Tschifulinie weit nach Westen hielten , entfernten wir uns von dem Kurse europäischer Fahrzeuge und bekamen nur dann und wann ein chinesisches zu sehen . Auch an Bord schien es weniger Leben als sonst zu geben . Mary war bei ihrem Vater . Tsi saß , wenn er sich nicht mit dem Kranken beschäftigte , mit Fang beisammen ; sie hatten ja einander viel zu berichten . Raffley beschäftigte sich