so ich dein nicht werde , kein andrer Mann mich raubt ! - « » Gebiete deiner Furcht « , sprach mild der junge Recke , » Fern sei , daß schuldlos Blut die Klinge mir beflecke . Der in so manchen Nöten ein starker Hort mir war , Wird mich auch heute stärken , zu werfen diese Schar . Nicht Hunnen sind die Feinde , es sind nur dumme Jungen , Die hier im Lande wohnen , sind fränkische Nibelungen . « Drauf deutet er mit Lachen nach einem Helm auf dem Plan : » Das ist fürwahr der Hagen , mein alter Hunnenkumpan . « Nun trat zum Höhleneingang der Held und sprach von dort : » Vor diesem Tore künd ' ich nunmehr ein stolzes Wort : Kein Franke soll entrinnend sich rühmen seinem Weib , Er hab ' Waltharis Schätze gegriffen bei lebendem Leib , Und ... « doch die Sprache hemmt ' er und kniete zum Gebete , Gott um Verzeihung flehend für solche Frevelrede . Dann hub er sich und schaute prüfend der Feinde Reihn : » Von allen diesen Kämpen fürcht ' ich den Hagen allein , Der weiß viel böse Listen und kennt den Brauch des Streits , Doch außer ihm , o Hiltgund , tut keiner uns ein Leids . « Derweil Walthari dräuend Wacht hielt am Felsentor , Sprach Hagen zu dem König : » O Herr , noch seht Euch vor ! Schickt einen Boten ihm , und friedlich sei ' s geschlichtet . Vielleicht daß jener selber sich bittend an Euch richtet Und Euch den Schatz ausfolgt . Die Antwort zeige den Mann , Es ist noch immer Zeit , mit Waffen ihn zu fahn . « Da hieß der König ausziehn Herrn Camelo von Metz , Der dort als Frankenrichter verwaltet das Gesetz . Der flog als wie die Windsbraut zu jung Walthari hin : » Wer bist du , fremder Degen , sag ' an , woher , wohin ? « Der Held ihm drauf erwidert : » Erst künde du die Mär : Kommst du aus eignem Willen , schickt dich ein andrer her ? « Stolz sprach Herr Camelo : » Mich hat hierher entsandt Als Herold König Gunther , der Herr in Frankenland . « Walthari ihm entgegen : » Fürwahr , was ficht Euch an , Zu spähn und auszuforschen den fremden Wandersmann ? Ich bin von Aquitanien Walthari hochgemut , Als Geisel gab der Vater mich in der Hunnen Hut , Dort mußt ' ich seit verweilen . Itzt wandt ' ich mich zu gehn , Ich will die süße Heimat , die Eltern wieder sehn . « Da sprach der Bote trocken : » Wohlan , so sei bereit , Den Goldschrein mir zu liefern , dein Roß auch und die Maid . Nur so du schnell dich sputest , dies alles herzugeben , Will dir mein Herr belassen die Glieder und das Leben . « Da rief Walthari kecklich : » Nie hört ' ich größern Toren ! Wie kann dein König bieten , was ich noch nicht verloren ? Ist er ein Gott denn , daß er mich also will berücken ? Noch trag ' ich nicht die Fäuste gefesselt auf dem Rücken , Noch duld ' ich nicht , gewundet , des Kerkers Herzeleid - Doch billig ist mein Denken : Und läßt er von dem Streit , Goldroter Spangen hundert will ich ihm gern gewähren , Ich weiß als fremder Mann des Königs Namen zu ehren . « Der Bote ritt hinunter und brachte den Bescheid . Da sprach zum König Hagen : » O nimm , was er dir beut , Ich ahne Unheil sonst , mir hat verwichene Nacht Ein Traum um dich , Gebieter , viel schwere Sorge gebracht . Sch sah selband uns reiten und jagen im Geheg , Da trat ein großer Bär dir , hoher Herr , in Weg ; Das war ein hitzig Streiten , es hat das Tier zuletzt Das Bein dir bis zur Hüfte zerhauen und zerfetzt . Und wie gefällten Speeres ich beisprang dir im Strauß , Riß er mir selbst ein Auge mit scharfem Zahne aus . « Stolz schalt der König : » Wahrlich , du bist des Vaters wert , Auch der focht mit der Zunge viel lieber als mit dem Schwert ! « Drob zog in Hagens Herzen ein bitter Zürnen ein : » Wohlan « , sprach er , » so mögt Ihr des Kampfes denn Euch freu ' n. Dort steht vor Euren Augen , des Euch gelustet , der Mann , Ich will des Ausgangs harren und keine Beute ha ' n. « Sprach ' s und zum nahen Hügel lenkt er sein Roß in Ruh ' , Sprang ab und sah gelassen , im Grase sitzend , zu . Der König Gunther winkte den Camelo nun her : » Zeuch aus und künde jenem : den ganzen Schatz ich gehr ' , Und so er noch sich weigert , so bist du Manns genug , Daß du ihn kampflich angehst und niederwirfst mit Fug . « Von Metz , der Bischofstadt , Herr Camelo zog ab , Fahl nickt ' vom blauen Helme sein gelber Busch herab . Von fern schon rief er laut : » Heda ! mein Freund - heraus ! Dem Frankenkönig liefre den ganzen Goldschatz aus ! « Walthari hört ' s und schwieg . Da ritt er näher bei : » Den ganzen Goldschatz liefre ! « so rief er ihm aufs neu ' . Dem riß jetzt die Geduld : » Laß ab dein Schrei ' n und Johlen , Hab ' ich dem König Gunther den Schatz etwann gestohlen , Hat er ein Darlehn mir geliehn habgier ' gen Sinns , Daß er mir jetzo heischet so schnöden Wucherzins ? Hab ' ich das Land geschädigt und Häuser weggebrannt , Daß Ihr mir Buße fordert mit übermüt ' ger Hand ?