, und das ist erlaubt . Dankbar soll man sein für alle Gnadengaben Gottes , und ist das nicht eine große Gabe , wenn man die Kraft empfangen hat , dem Willen Gottes sich zu unterziehen , und das Genügen , welches übrig haben und Mangel leiden kann und bei , des unbeschwert ? Diese Gaben sind sehr zu unterscheiden von persönlichen Eigenschaften oder Vorzügen , auf die man stolz wird , um deretwillen man Andere verachtet oder verfolgt . Hier liegt eben das unterscheidende Merkmal für alle , welche auch hier den Baum nur an den Früchten zu er , kennen vermögen . Wer um eigener Vorzüge willen sich erhebt und Gott ihretwegen dankbar sein zu müssen glaubt , der verachtet Andere , beneidet sie , sucht sie zu erniedrigen . Wer um Gaben Gottes willen dankbar ist , der ist demütig ; er weiß , woher er das Beste hat , er bedauert von ganzem Herzen den , der es nicht hat , er würde von ganzem Herzen mit , teilen von seiner Gabe , um die zu erhöhen , welche sie nicht haben . « Daran eben dachte auch Uli . Nicht daß er glaubte , er könne da was machen , dazu war er zu bescheiden und allzu sehr auf dem bürgerlichen Standpunkte , als daß er daran nur gedacht hätte , er könne was machen . Das ist nämlich der bürgerliche Standpunkt , der im Christentum und namentlich im protestantischen eingerissen ist , weil der Staat die Alleinherrschaft usurpiert hat , daß es auf die äußere Stellung eines Menschen zu Andern ankömmt , ob Einer dem Andern eine Ermahnung geben darf oder nicht , ob die christlichste Ermahnung als anständig oder unanständig gewertet wird . Es ist in reformierten Ländern so weit gekommen , daß der würdigste Geistliche einem unbedeutenden weltlichen Beamten , zum Beispiel einem obrigkeitlichen Schaffner oder Statthalter oder gar Gerichtspräsidenten , welcher den unchristlichsten Wandel zur gröbsten Ärgernis der Gemeinde führt , nicht die geringste Vorstellung unter vier Augen machen darf , wenn er sich erstlich nicht den ärgsten Grobheiten aussetzen , zweitens als pfäffischer Zelot verschrieen und drittens obern Orts nicht als Jesuit denunziert sein will . So kam es Uli wirklich nicht in Sinn , daß er als Pächter und Schuldner da was machen könnte , aber er dachte daran , den Bodenbauer darum zu bitten , und hätte gerne ihm gesagt , wo die armen Leute am besten zu erfassen sein möchten . Aber er mochte denken , wie er wollte , er fand nirgends eine Handhabe zu einem christlichen Griff . Seine Sendung setzte den Bodenbauer in große Verlegenheit . » Lieber nit , Uli , lieber nit . Kann ich dir was zu Gefallen tun , so soll es nicht Nein sein , aber da laß mich ruhig . Was soll ich da tun so unberufen ? Wenn schon du kamest , so sandte dich nur deine Frau und ebenfalls unberufen . Sie würden mir doch da wunderliche Augen machen , wenn ich hinkäme und befehlen wollte . « » Mußt doch gehen , Johannes , « sagte die Frau . » Brauchst ja nicht zu sagen , kommst du geheißen oder ungeheißen , brauchst auch nicht mit dem Rat ins Haus zu fallen . Du brauchst sie ja nur zu grüßen , und wollen sie nichts von dir , so kannst wieder gehen . Sieh , tue das der Base unter der Erde zulieb und denke , wenn unsere Kinder in einen solchen Fall kämen , wovor Gott sie bewahre , wir wären auch unterm Boden dankbar , wenn ein guter Freund ungeheißen käme und sich ihrer annehmen würde . « Kurz Johannes mußte gehen , er mochte wollen oder nicht . Auf dem ganzen Wege wand er sich als einer , der Bauchweh hat . » O Uli , « sagte er , » du weißt nicht , wie mir das zuwider ist . Wenn man mit seinen eigenen Sachen fast mehr zu tun hat , als man fertigen kann , in der Gemeinde zu tun hat , daß man oft lange Zeit durch nicht zum Sitzen kommt oder tagelang sitzen muß , daß man glaubt , man sitze auf Feuer , wenn draußen die Sonne scheint und alle Hände voll zu tun sind , und dann noch die Nase unberufen in fremde Händel stecken , unberufen und ohne einmal zu wissen , was man , um bei der Wahrheit zu bleiben , für ein Fürwort brauchen soll , daß man da ist , das ist dumm . Und zu wissen , daß das noch einen langen , langen Schwanz haben kann , und es doch tun , das ist noch viel dümmer . « » Was meint Ihr ? « fragte Uli , » was für einen Schwanz ? « » He , was für einen ? « sagte Johannes . » Wenn da so einer dazwischenkommt , so mir nichts dir nichts , so denkt man , er habe Freude an solchen Sachen und spricht ihn an , und am Ende , er mag wollen oder nicht , muß er darhalten , mitmachen , Läuf und Gänge haben und am Ende des Teufels Dank . « » Wenn Ihr das fürchtet , so habt Ihr ja eine gute Ausrede : Ihr seid mein Bürge , und leider Gott kann es beide Wege gehen , und manche Sache ist ja nicht ausgemacht . Wäre das nicht Grunds genug ? « » Uli , gibst noch einen Gemeindsvater , « sagte der Bodenbauer . » Du hast recht , daß mir dies nicht einfiel ! Aber die Sache ging mir zu rund und rasch im Kopf herum . « Nun traf es sich , daß der Bodenbauer nicht in einem ruhigen Augenblick ankam , wo man Zeit hatte zu denken : » was will der und wo kömmt er her ? « Es wurde gebrüllt , gestritten , gelärmt , und als Joggeli den Bodenbauer