Kirche kamen , wollte jede wissen , wo man den Herrn am besten verstehe , und ordneten es in eine Bank mit Rücklehne und an die Wand , wo es öppe am bequemsten sei und hingefer u nebefer anliegen könne , vo wege , dr Herr mach mängist wohl lang , u de werd me grusam müed , bsungerbar im Krüz . Nach und nach füllte sich die Kirche an , die Glocken riefen , der Schulmeister las , und fry herzhaft , er wollte noch über die Glocken übere , und auf einmal verstummte alles , oben auf der Kanzel erschien der Pfarrer , blaß und angegriffen , und nachdem er sein Gebet verrichtet , verlas er leise das zu singende Lied . Ernst schwollen die Töne auf , ernste Andacht ließen sie in den Herzen zurück , und demütig beteten sie um segensreiche Empfängnis des segensreichen Wortes . Begierig horchten sie auf das Grundwort , welches der Herr der Schrift entnommen , und hörten folgende Worte : » Gefällt es euch nicht , daß ihr dem Herrn dienet , so erwählet euch heute , welchem ihr dienen wollt , es seie den Göttern , denen eure Väter gedient haben , welche jenseits des Flusses waren , oder den Göttern der Ammoniter , in welcher Land ihr wohnet . Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen . « Es war ein schwer Wort , aber Viele dünkte es doch seltsam , daß der Pfarrer jetzt noch davon sprechen könne , daß man wählen solle , wem man dienen wolle ; es sei ja längst ausgemacht , daß sie alle Christen seien , meinten sie . Der Pfarrer begann mit der Bemerkung , daß er auf eines aufmerksam machen müsse , was alle Völker , welche ihrem Untergange entgegengegangen , mehr und mehr außer acht gelassen hätten , was aber ganz eigentümlich im Alten Testament bezeichnet sei und dessen Eckstein das fünfte Gebot sei : » Halt in hohen Ehren Vater und Mutter , auf daß du lange lebest im Lande , das dir der Herr , dein Gott , geben wird . « Aufmerksam machen müsse er auf das Haus und dessen Bedeutung . » Daß unter Haus die Familienglieder , welche in einem Gebäude wohnen , zu verstehen sind , so wie unter Kirche nicht bloß der Tempel , sondern alle , welche sich darin versammeln , das brauche ich wohl nicht zu bemerken . Das Haus ist der erste Tempel Gottes gewesen , der Hausvater der erste Priester , der dem Herrn das Liebste geopfert , den einigen Sohn . Die Frömmigkeit des Hauses ist vom Herrn belohnt , des Hauses Irrungen sind gezüchtigt worden . Lest die Geschichten von Isaak und seiner Söhne Zwiespalt , von Jakob und seines Hauses Greuel , von Eli , Samuel und ihren Söhnen , von David und dem Lieblingssohne Absalon , der den größten Jammer über den Vater gebracht : aus dem schlecht geleiteten Hause ist den Vätern das Leid erwachsen . Als die Familie zum Volke geworden , hat man ein gemeinsames Haus gebaut , damit man nie vergesse in allgemeinen Zusammenkünften , daß man eigentlich nur eine Familie sei ; ein jedes Haus ist der Tempel geblieben einer jeglichen Haushaltung , das Leben des Hauses der tägliche Gottesdienst , das Walten des Hausvaters des Priesters Amt und Verrichtung . Darum haben die Juden nur einen Tempel gehabt , den zu Jerusalem , der das ganze Volk als eine Familie faßte ; in der Zwischenzeit war jedes Haus der heilige Ort , wo der Hausvater mit all den Seinigen Gott diente , jeder andere Tempel , jedes Errichten eines Altars auf Höhen oder in Wäldern war Abfall , war Götzendienst , ein Zeichen , daß sie ihre häuslichen Tempel verließen , nicht mehr zu heiligen wußten , sie und ihr Haus nicht mehr dem Herrn dienen wollten . Dieses Verhältnis hat im neuen Bunde sich nicht geändert , ist nur verklärt und ganz besonders geheiliget worden . Unter vielen Stellen will ich nur die anführen , wo es heißt : Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht , das königliche Priestertum , das heilige Volk , das eigentümliche Volk , das ihr verkünden sollt die Tugenden des , der euch berufen hat aus der Finsternis in sein wunderbares Licht . So ist jeder Christ ein Priester , sein Haus sein Tempel , seine Familie sein Altar , auf welchem er als Weihrauch dem Herrn soll aufsteigen lassen die Tugenden des , der ihn berufen hat aus der Finsternis in sein wunderbares Licht ; unsere Kirche ist nichts als das allgemeine große Haus , wo wir uns bewußt bleiben sollen , daß wenn auch die Notwendigkeit es gebietet , in besondern Häusern zu wohnen , wir doch alle nur eine Familie seien , und daß wenn die Umstände uns auch verschiedene Häuser geben , Paläste den Einen , Hütten den Andern , wir darum doch nicht größer werden oder kleiner , sondern daß es bei jeglichem auf die Treue ankömmt und was für einen Haushalt er mitbringt und was für eine Rechnung er davon abzulegen vermag . Es ist also jetzt noch jedes Haus ein eigener Tempel Gottes , gleichsam eine Zelle im Reiche Gottes , ist die Pflanzstätte des wahren Gottesdienstes und hat die Verheißung von Gottes Huld und Gnade , denn wo Vater und Mutter verehrt werden als Stellvertreter Gottes , sich aber auch als solche betragen , da soll Gottes Segen wohnen , da gibt Gott Bestand dem Hause , er heiliget es zu seinem Tempel . So soll es sein im Christentum , und da wir uns Christen nennen , so soll es so unter uns sein . » Liebe Andächtige , heute haben wir einen Bußtag , unseres Elendes sollen wir uns bewußt werden , sollen jammern und klagen darüber . Wenn jeder unter euch reden wollte , an Jammer und Klage würde es nicht fehlen , und wirkliches Elend wäre der Klage Gegenstand