Miene und fuhr fort : » Ich gebe dir zu , daß du recht hast : Wir Männer bedürfen noch alle der Erziehung ! « » Oh , Effendi , wie bist du verständig und einsichtsvoll ! Was du sagst , ist immer richtig ! Ihr habt noch viel zu lernen ! « » Aber wir werden es lernen , damit wir dann auch die Frauen erziehen können . « » Wen ? « fragte sie rasch . » Die Frauen . Oder meinst du , daß es besser für euch sei , unerzogen zu bleiben ? « » Effendi , jetzt höre ich , daß das , was du sagst , doch nicht immer richtig ist ! « » Das schadet nichts , liebe Pekala . Wir irren alle . Du nicht zuweilen auch ? « » Ja , zuweilen ; aber in Betreff der Erziehung weiß ich , was ich weiß . Da kommt unser Pedehr . Er scheint zu dir zu wollen . Erlaube , daß ich gehe ! « Sie entfernte sich , um in ihre Küche zurückzukehren . Der Pedehr kam die Stufen herunter und zu mir her . Ich bot ihm eines der Kissen an , und er setzte sich nieder . Er erzählte mir in Beziehung auf die gefangenen Soldaten , was ich bereits von Schakara erfahren hatte . Da kam » das Kind « von links , wo sie steckten , herüber und meldete ihm , daß der Suari Jüzbaschysy behaupte , sehr notwendig mit ihm zu sprechen zu haben . Er erhielt die Weisung , ihn zu holen . Als der Rittmeister gebracht wurde , war sein Auftreten keinesweges so selbstbewußt wie gestern , als er kam . Er hielt den Kopf gesenkt . Der Stolz war ihm benommen ; aber aus seinem Auge sprach der zurückgehaltene Grimm . » Was willst du von mir ? « fragte der Pedehr . » Alles ! « antwortete er . » Was verstehst du unter diesem Alles ? « » Alles , was ihr uns abgenommen habt ; dazu die Waffen , die Freiheit und die Pferde ! « » Wenn du nichts weiter willst als das , so kannst du wieder gehen . Was wir haben , das behalten wir . « » Es gehört aber uns ! « » Euch ? « » Ja . « » Sagtest du gestern nicht , daß es das Eigentum des Schah-in-Schah sei ? « » Das war auch richtig . Er hat es uns anvertraut . Wir haben ihm Rechenschaft darüber abzulegen . « » Das ist nun nicht mehr nötig , weil ich ein Verzeichnis aufstellen werde . Was ihm gehört , wird er dann von mir bekommen . Ich betrüge ihn nicht . « » Du - - bist - - sehr unvorsichtig , Pedehr ! « knirschte der Rittmeister . » Du hast mich Scheik zu nennen , nicht Pedehr . Merke dir das ! Ein Vater von Dieben bin ich nicht ! « » Diebe ? Wir sind Soldaten ! Ich bin Offizier ! « » Wo sind eure Uniformen ? Ah , du schweigst ? « Der Rittmeister hatte vor Zorn die Hände geballt , die rechte halb erhoben . Da sah ich an ihr einen Ring , der mir auffiel . Er war von weißem Metalle und hatte eine achteckige Platte . Ich schaute schärfer hin . Der Rittmeister war in seinem Zorne an den Pedehr herangetreten . Er stand mir noch näher , so nahe , daß ich die auf der Platte befindlichen Zeichen erkennen konnte . Es war ein sâ mit einem lâm verbunden und darüber ein Verdoppelungszeichen . Nun wußte ich , was ich von ihm zu denken hatte . Er war ein » Sill « , ein Mitglied jener geheimen Verbrüderung , mit der wir ja schon wiederholt in Reibungen geraten waren . Er trat bei der letzten Frage des Pedehr wieder von ihm zurück und antwortete : » Wenn wir zu Beduinen kommandiert sind , können wir uns kleiden , wie wir wollen ! « » Wer hat euch zu den Kalhuran kommandiert ? « » Das ist meine Sache , nicht die deine ! « » Gut , so ist es auch nicht meine Sache , ob du Offizier bist oder nicht . « » Ein Schurke ist er , weiter nichts ! « sagte ich jetzt . Der Pedehr sah mich erstaunt an . » Weißt du das ? « fragte er . » Sogar ganz genau ! « » Kennst du ihn ? « » Ja . « » Seinen Namen ? « » Nein . « » Nur seine Person also ? « » Auch diese nicht . Ich habe ihn gestern abend zum ersten Male gesehen . Aber dennoch bleibe ich bei meiner Behauptung . « » Beweise sie ! « brüllte mich der Perser an . » Schweig ! « befahl ihm der Pedehr . » Dieser Effendi sagt kein Wort , was er nicht beweisen kann . Ich kenne seine Gründe nicht , werde sie aber wohl erfahren . Wenn er dich einen Schurken nennt , so bist du einer ! « » Wer ist der Mann , den du Effendi nennst ? Ein Dschamiki ist er nicht ; das sehe ich ihm an . Ein Perser auch nicht . Jedenfalls ein türkischer Sunnit , dem nur die Hölle offen steht . Ich lache über alles , was er sagt . Ich frage dich noch einmal : Giebst du uns wieder , was uns gehört ? « » Nein . « » So fürchte die Blutrache ! « » Die giebt es hier auf meinem Gebiete nicht . « » Du kennst den Bluträcher nicht ! « » Wer wird es sein ! Irgend ein Mensch ! Ein Verwandter des Getöteten ! Ein freier Beduine jedenfalls nicht ! « Der Pedehr sagte das in geringschätzendem Tone . Das brachte den Perser noch mehr auf . »