Das ist abgemacht . Sprich also nicht dagegen ! Auch bitte ich dich sehr ernstlich , ja keine Fehler zu begehen ! Ihr kommt , so schnell ihr könnt , mir immer nach und habt euch dabei stets vor einem plötzlichen Zusammentreffen mit den Beni Khalid zu hüten , denn sie nehmen ihren Rückweg auf alle Fälle über den Bir Hilu , und so ist es möglich , daß ihr schon auf sie stoßt , während ich dem Perser nacheile . Dieses letztere kann allerdings nur dann der Fall sein , wenn sie ihn nicht gefunden haben , weil er meine Warnung befolgt und einen andern Weg gewählt hat . Also , Halef , Schnelligkeit und Vorsicht ! Weiter habe ich jetzt nichts zu sagen ! « Wir hatten nun unsere Leute erreicht . Ich schwang mich vom Pferde und sofort in den Sattel des Kameles . Ein kurzer Gruß und ich ritt fort , dem Hadschi die Erklärung dieser meiner Eile überlassend . Ich ließ Maschurah einige hundert Schritte langsam gehen ; dann trieb ich sie an ; sie gehorchte ; es ging ja zum Brunnen zurück ! Wir wären vom Bir Hilu aus erst in gerader Linie zwei Stunden lang , und dann in einem rechten Winkel von ihr aus über zwei Stunden wieder geradeaus geritten . Das machte zusammen einen Weg von ungefähr vier Stunden und eine halbe . Dieser Weg bildete die zwei Katheten eines rechtwinkligen Dreiecks , auf dessen Hypotenuse ich nun zurückkehrte . Sie war also nach der von uns bis jetzt innegehaltenen Schnelligkeit ungefähr drei Stunden lang . Aber Maschurah griff so erstaunlich aus , daß ich den Bir Hilu schon nach drei Viertelstunden erreichte . Die Beni Khalid konnten freilich schon hier sein ; ich hatte aber keine Zeit , mich von diesem Gedanken aufhalten zu lassen , denn wenn sie sich am Brunnen befanden , so lag grad in der Schnelligkeit für mich der beste Schutz vor ihnen ; ich kam an ihnen vorüber , ehe sie nur daran denken konnten , etwas gegen mich zu unternehmen . Der Platz war aber leer , kein Mensch zu sehen ! Maschurah hatte einen wunderbar leichten , elastischen Gang . Ich saß , obwohl ich balancierte , wie in einem unbeweglichen Stuhle . Sie besaß im höchsten Grade die hochgeschätzte Eigenschaft , welche der Beduine mit dem Worte » raumverzehrend « bezeichnet , und dabei ließ sie auch nicht die Spur von Anstrengung bemerken ! Als ich den Brunnen hinter mir hatte , war ich außerordentlich gespannt darauf , ob der Basch Nazyr einen andern Weg eingeschlagen hatte oder nicht . Im ersteren Falle durfte ich hoffen , daß er von den Beni Khalid verfehlt worden sei ; im letzteren aber war fast mit Sicherheit anzunehmen , daß sie ihren Zweck erreicht hatten . Bekanntlich waren wir bei unserm Wege nach dem Brunnen östlich ausgewichen . Ich konnte also erst , nachdem ich diesen Bogen abgeschnitten hatte , auf unsere alte Fährte treffen . Dies geschah sehr bald , und da bemerkte ich denn , daß der Perser meine Warnung nicht befolgt hatte ; seine Spur führte auf der früheren zurück ! Nun gab es nur noch eine , wenn auch sehr kleine Hoffnung : Wenn er langsam geritten war und der Hinterhalt der Beni Khalid in bedeutender Entfernung von dem Brunnen lag , so war es möglich , daß er sie noch nicht erreicht hatte . Freilich waren seit seinem Fortritte schon über fünf Stunden vergangen , die ich nun einzuholen hatte . Welch ein Glück also , daß der Perser so aufrichtig gewesen war , mir das Geheimnis der Stute mitzuteilen ! Denn nur durch die Anwendung desselben konnte ich es ermöglichen , meine Absicht auszuführen . Ich beobachtete das Hedschihn also sehr aufmerksam , ob es eine Spur von Ermüdung oder Atemmangel zeige . Es ging aber so leicht und frisch , als ob es soeben erst das Nachtlager und die Tränke verlassen habe . Darum gab ich ihm nun das Zeichen . Ich rief zweimal seinen Namen und dann , als es aufhorchte , dreimal das Wort Bubuna . Der Erfolg war , daß es mit den Ohren spielte und in seinem bisherigen Schritt verblieb . Ich wartete eine Weile und wiederholte es dann - - - ganz mit demselben Mißerfolge . Ich hatte ganz genau gethan , was mir von Khutab Agha gesagt worden war ! Hatte er vielleicht bei seiner Mitteilung etwas vergessen ? Es wurde mir heißer und heißer , nicht etwa bloß von der über mir brennenden Sonne , sondern auch weil meine Angst um den Perser in stetem , schnellem Wachsen war . Wie konnte ich ihn retten , wenn mir das Kamel nicht gehorchte ! Ich wiederholte den Versuch noch zweimal , doch vergeblich ; ich bekam ganz dasselbe Ohrenspiel zur Antwort , weiter nichts ! Da dachte ich denn nun endlich an den Umstand , daß mich das Hedschihn ja noch gar nicht kannte . Vielleicht war das schuld an seiner Weigerung ! Ich hielt also an , stieg ab , rieb mir die Hand mit den Kamillen ein und hielt sie ihm dann hin . Sie wurde mit Begierde in das Maul genommen und dort festgehalten . Ich hatte nur acht oder zehn Pflanzen bekommen , die schon ganz abgebraucht waren , beschloß aber dennoch , einige davon zu opfern . Maschurah schnappte mit wahrer Wonne zu ; ich bekam die Hand frei und stieg wieder auf . Zunächst ließ ich sie eine kleine Strecke langsam gehen ; dann trieb ich sie an , und als sie gehorcht hatte , wartete ich nicht länger , den letzten Versuch zu machen : » Maschurah , Maschurah - - - ! Bubuna , bubuna , bubuna - - - ! « Da bekam ich einen Ruck , der mich fast aus dem Sattel warf , und dann - - - ja , dann ging es los , und aber wie ! Ja ,