was du mir sonst zu schreiben hättest . Adieu ! « Graf Egge zog mit beiden Händen die Lederhose höher an den Leib und schritt davon . Als er das Adlerhaus erreichte , blieb er stehen , musterte die fünf Vögel und nickte vor sich hin . » Es wird leer . Ich muß für Nachschub sorgen . « Er sah über die Schulter nach Schloß Hubertus zurück . Nun schritt er weiter , die Arme über Lauf und Schaft der Büchse gelegt , und starrte grübelnd vor sich hin . » Sie wird sich besinnen und zu mir halten ! Ich such ' ihr einen Mann , und das Paar soll mir Leben und Kinder ins Haus bringen . Sie hat Rasse . Das wird Buben geben ! « Um nicht am Zaunerhaus vorüber zu müssen , machte er einen Umweg durch den Wald und suchte auf verstecktem Fußpfad den Friedhof auf . » Gott sei Dank ! « murrte er in den Bart , als er den Gottesacker leer sah . Hastig trat er ein und suchte zwischen den Eisenkreuzen das frische Grab . Leises Gesumm umschwebte den bunten Hügel ; der starke Duft dieser tausend Blumen hatte die Bienen herbeigelockt , die auf den herbstlichen Wiesen nur noch spärliche Ernte fanden . Während Graf Egge auf beiden Knien lag , mit verschlungenen Händen , betrat der Mesner den Friedhof und verschwand in der Kirche . Es war Mittag , und die Glocke begann zu läuten . 11 In der Wohnstube der Horneggerin saß Franzl am blau gedeckten Tisch , und seine Mutter brachte die Brotsuppe . Sie wollte gerade die rauchende Schüssel auf den Tisch setzen , als sie am Hof das Zauntürchen gehen hörte und einen Blick durch das Fenster warf . Im ersten Schreck hätte sie fast die Suppe fallen lassen . Erst wurde sie kreidebleich , dann dunkelrot bis unter die grauen Haare . » Jesus Maria ! Bub ! Da kommt der Herr Graf ! « Während Franzl auffuhr , als hätte der Blitz vor ihm in die Schüssel geschlagen , griff die Horneggerin an ihre Frisur , riß die Küchenschürze herunter und stotterte : » Mar ' und Joseph ! Wie schau ich denn aus ! Halb angezogen ! Und jetzt kommt der Herr Graf ! « Sie wollte in die Kammer springen , aber die Knie versagten ihr . Und da ging schon die Stubentür auf , und Graf Egge erschien auf der Schwelle . Den Bergstock hatte er im Flur gelassen . Einen wortlosen Gruß nickend , stellte er die Büchse an die Mauer , nahm den Hut ab und warf ihn auf das Fensterbrett . Schweigend sah er den Jäger an , dem die Erregung alle Glieder zu lähmen schien , betrachtete die alte Frau , die zitternd hinter dem Ofen stand , und während seine gebeugte Gestalt sich langsam streckte , ließ er den Blick über alle Wände und Geräte des Stübchens gleiten . Tief atmend drückte er die Fäuste auf die Brust , als wäre zwischen diesen engen , niederen Mauern ein wohltuendes Gefühl der Erleichterung über ihn gekommen . Nun ging er auf den Jäger zu und bot ihm die Hand . » Grüß ' dich Gott , Franzl ! Ich seh ' es ein , ich hab ' dir unrecht getan . Das will ich wieder gutmachen . Schlag ein und trutz ' nicht ! Sei wieder mein Jäger , mein bester , wie du es immer warst ! Ich muß doch einen Menschen haben , von dem ich weiß , er hängt an mir ! Schlag ein , Alter ! « Während die Horneggerin im Ofenwinkel unter Tränen die Augen aufschlug , als wäre dem lieben Herrgott ein Wunder gelungen , bot Franzl den Anblick eines Menschen , der ein paar tiefe Krüge über den Durst getrunken hat . Er machte wohl den Versuch , in militärischer Haltung vor seinem Herrn zu stehen , aber es zog ihm den Kopf in den Nacken , und dabei würgte er immer das eine Wort heraus : » Aber Herr Graf ! Aber Herr Graf ! Aber Herr Graf - « » Mach ' keine Geschichten , sondern schlag ein ! Oder soll ich die Hand eine halbe Stund ' lang herhalten ? « Da griff der Jäger mit beiden Händen zu , und der Druck fiel so kräftig aus , daß Graf Egge die Zähne übereinanderbiß . » So ! Und jetzt zur Schüssel und iß ! Wenn du fertig bist , packen wir auf und marschieren . « Graf Egge schob den Jäger zur Bank und wandte sich an die Horneggerin , wobei seine Sprache zu vollem Dialekt wurde . » Geben S ' an Löffel her , Mutter ! Ich halt mit . Zwei Tag lang hab ich kein Bissen nimmer nunterbracht . Jetzt krachen mir alle Rippen . An Löffel her ! « » Aber gern ! Es is mir ja die größte Ehr ! « Die Försterin wußte vor Freude und Verwirrung nimmer , was sie beginnen sollte . » Jesus , wann ich nur auf so was gfaßt gwesen wär ! Da hätt ich aufkocht , ich weiß net was ! Und grad heut muß ich so a grings Mittagessen haben . Die Brotsuppen da - ich trau mir ' s gar net sagen - und Tirolerknödl mit Selchkraut ! D ' Suppen , mein ich , wär net übel . Aber die Knödl , Herr Graf , die Knödl halt ! Soviel sinnieren hab ich müssen , derweil ich kocht hab . Und da hab ich ' s net gwissenhaft gnug mit die Knödl gnommen . Wenn s ' Ihnen nur net drucken ! Jesus Maria ! Dös wär mir ' s ärgste ! « » Ich kann mir was ärgers denken ! « Unter müdem Lächeln schob sich Graf Egge hinter den Tisch . » Wenn alles andre so leicht hinunterging wie gschmalzene Knödl . Also Mutter , geben