Heerschar als wie ein spitzer Keil , Es zitterten die Lüfte von wildem Schlachtgeheul . Hellauf klang die Drommete , die Speere flogen wild , Aufleuchtet ' s wie ein Blitzstrahl von manch gespaltnem Schild , Und wie bei Nordsturms Sausen ein dichter Hagel fällt , So ward zahlloser Pfeilschwarm herüber hinüber geschnellt . Dann ging ' s zum Handgemenge , gezogen ward das Schwert , Da lag zerspellten Hauptes manch ein gewappnet Pferd , Da lag zerspellten Hauptes beim Schild manch fester Ritter . Hei , wie das Feld durchmähst du , Walthari , tapfrer Schnitter ! Als stünd ' mit seiner Sense der Tod leibhaft im Streit , So schauten ihn zag die Feinde bei seiner Blutarbeit . Zur Linken und zur Rechten , wohin er sich gewendet , Hub sich ein jähes Flüchten , so ward der Kampf geendet , Dem Hunnenvolke war ruhmvoller Sieg bereitet Und von erschlagenem Feind manch preislich Stück erbeutet . Drauf ließ der Führer blasen zur Ruh ' vom Waffentanz , Er schmückte seine Schläfe mit grünem Eichlaubkranz , Und Fahnenträger und Mannschaft , sie taten all ' wie er , So zog im Siegesschmucke bekränzt nach Hause das Heer . Jedweder suchte froh des Hauses gastlich Dach , Zu König Etzels Hofburg Walthari schritt gemach . Sieh da , wie eilig rannten die Diener aus dem Schloß , Sie labten sich des Anblicks und hielten ihm das Roß ; Derweil aus hohem Sattel Walthari niederstieg , So frugen sie neugierig : » Gewannen wir den Sieg ? « Er warf just für die Neugier ein mäßig Bröcklein hin Und ging zum Königssaale , gar müd ' war ihm zu Sinn . Hiltgund traf er alleine , da küßt ' er sie und sprach : » Beschaff ' mir einen Trunk , das war ein heißer Tag . « Da füllte sie den Becher , er trank den Firnewein , Jach , wie den Wassertropfen einsaugt der glühe Stein , Dann schloß er in die seine der Jungfrau weiße Hand , Beid ' wußten , daß von alters verlobt sie seien einand . Errötend stand und schwieg sie . Da sprach er zu der Maid : » Schon lange tragen wir der Fremde herbes Leid Und sollten doch nach Rechten einander sein zu eigen : Ich hab ' das Wort gesprochen ! nicht länger mag ich ' s schweigen . « Die Jungfrau stand betrüblich , als wär ' s nur Spott und Hohn , Aufflammt ihr blaues Auge , sie sprach mit herbem Ton : » Was heuchelt deine Zunge , was nie dein Herz begehrt ? Viel besserer Verlobten hältst , Schlauer , du dich wert . « Da blickte treu und minnig , da sprach der tapfre Mann : » Fern sei , was du gedenkest , o hör ' mich huldvoll an : In meines Herzens Grunde haust weder Falsch noch Arg , Niemal ich mit dem Munde den wahren Sinn verbarg . Kein Späher weilt im Saale , nur wir zwei beid ' allein , Ich wüßt ' ein süß Geheimnis , wollt ' st du verschwiegen sein . « Da stürzte ihm zu Füßen Hiltgund und weint ' und sprach : » Wohin du mich berufest , o Herr , ich folge dir nach . « Er hob sie auf mild tröstend : » Ich bin der Fremde müd ' , Ein süßes Heimatsehnen die Seele mir durchglüht , Doch ohne Hiltgund nimmer steht mir zur Flucht mein Sinn , So du zurückebliebest , des schöpft ' ich Ungewinn . « Da lacht ' sie in die Tränen : » O Herr , du sprichst mit Fug Das Wort , das ich seit Jahren geheim im Busen trug , Gebiete denn die Flucht , mit dir will ich sie wagen , Durch Not und Fährlichkeit muß uns die Liebe tragen . « Und weiter sprach Walthari , doch flüsternd nur , nicht laut : » Dieweil sie dir zu hüten den Hunnenschatz vertraut , So stell ' des Königs Helm mir und Waffenhemd zurück Und seinen Riemenpanzer , des Schmiedes Meisterstück . Dann fülle du zwei Schreine mit Spangen und Gold zu Hauf , Daß du sie kaum vom Boden zur Brust magst heben auf , Auch sollt du mir beschaffen vier Paare starker Schuh ' , - Der Weg wird lang - gleichviele richt ' für dich selber zu ; Darüber magst du weiter kostbar Gefäß verpacken , Beim Schmiede aber heische krummspitze Angelhaken , Du wirst auf unsern Fahrten erschauen deinen Gesellen , Wegzehrung uns gewinnen mit Fischen und Vogelstellen . Dies all sei vorbereitet heut über sieben Tage , Da sitzt mit seinen Mannen der König beim Gelage Und schlafen weinbewältigt sie all ' in trunkner Ruh ' ... Glück auf ! dann reiten wir dem Land im Westen zu ! « Die Stunde kam des Schmauses . Mit Tüchern mannigfalt Verhänget war die Halle . Eintrat Herr Etzel bald , Er setzte auf den Thron sich , den Woll ' und Purpur deckt , Auf hundert Polstern rings die Hunnen lagen gestreckt . Schier beugten sich die Tische den Speisen sonder Zahl , Viel süßer Labtrank dampfte im güldenen Pokal , Mit bunten Fähnlein waren die Schüsseln ausgeziert , So hub die Mahlzeit an - Walthari machte den Wirt . Und wie der Schmaus zu Ende , die Tische weggeräumt , Da sprach zu König Etzel Walthari ungesäumt : » Nun , edler Herr und König , erteilt uns Euren Segen , Daß alle hier im Saale der Zechlust mögen pflegen . « Der Humpen allergrößten reicht er ihm knieend dar , Darauf aus alten Mären manch Bild geschnitzet war . Da lacht ' der alte Zecher : » Fürwahr , Ihr meint es gut , Als wie ein Meer im Sturme entgegenschäumt mir die Flut . « Doch sonder Zagen stand er , ein Fels am wogenden Strand , Und lüpft ' den Riesenhumpen und wiegt ' ihn in der Hand