Schmerz bereitest , mir diese Bitte abzuschlagen , die mir so aus dem Herzen kommt ! « Er wendete sich ab und schien also die Sache als für einstweilen erledigt zu betrachten ; darum sagte auch ich nichts mehr ; aber Halef , der dabeigesessen hatte , raunte mir dringlichst zu : » Effendi , du wirst es annehmen ; ja , du mußt sogar ! Einen Freund darf man doch nicht durch die Verweigerung der Annahme eines Geschenkes beleidigen ! « » Aber eines solchen ! « antwortete ich . » Es ist freilich wertvoll , höchst wertvoll , ja ; aber du mußt bedenken , daß du es zwar jetzt für dich , dann aber auch für uns bekommst ! « » Ah ! Du schaust aus diesem verborgenen Loch heraus ? « » Ja . In deiner Heimat ist dir dieses Hedschihn nutzlos , und so wirst du es mit ihm wohl ebenso machen , wie du es damals mit deinem herrlichen Rih gemacht hast , nämlich du wirst es nicht mitnehmen , sondern bei uns lassen . Und nun denke dir unsere Freude , wenn wir für unsere Zucht eine fünfjährige , tadellose Stute von dieser Vortrefflichkeit erhalten ! Wenn du es annimmst , erweisest du unserm Stamme einen Dienst , der uns dir zur größten Dankbarkeit verpflichtet . Ich hoffe , daß du das einsiehst ! Oder etwa nicht ? « » Doch ! Es wäre eine vortreffliche Erwerbung für euch ! « » Schön , Effendi ! Es freut mich , daß du diese Einsicht besitzest . Sie ist aber nur die Nebeneinsicht , und ich hoffe , daß dir nun auch noch die Haupteinsicht kommt ! « » Welche ? « » Daß du es annehmen mußt . Willst du ? « » Hm ! « Da wendete er sich rasch zum Perser : » Mein Freund Khutab Agha . Es liegt mir sehr am Herzen , daß mein Sihdi deinen Wunsch erfüllt . Ich habe ihn jetzt in diesem Sinne bearbeitet und kann dir mitteilen , daß ich zufrieden bin , denn er hat soeben schon gehmt ! Da ich ihn sehr genau kenne , so weiß ich , daß man bei ihm von diesem unschlüssigen Hm bis zum schließlichen Ja nicht weit zu reiten hat . Es ist mir gelungen , ihn schon halb und halb , ja schon vielleicht dreiviertel für deinen Vorschlag einzunehmen , und so darfst du der angenehmen Hoffnung sein , daß das vierte Viertel sich bis morgen früh auch noch einstellen wird . Du wirst also einsehen , daß das Kismet dir und deinem Kamele nicht ungünstig gestimmt ist . Ihr werdet von einander befreit werden ! « Dieser liebe , kleine Pfiffikus ! So schwer es ihm stets wurde , sich in die Verhältnisse und Anschauungen meines Vaterlandes zu versetzen , in welches er den Orient fast stets zu übertragen pflegte , jetzt , wo es sich um die Aneignung des Hedschihn handelte , hatte er sich sofort daran erinnert , daß mir ein Kamel in der Heimat nichts nützen könne ! Und dann die rasche und sonderbare Ausbeutung meines Hm . So etwas brachte eben nur mein Hadschi Halef fertig ! Früh gestand er mir , daß er wegen des Hedschihn fast die ganze Nacht nicht habe schlafen können , und daß ich es unbedingt annehmen müsse , wenn ich ihn nicht für seine ganze Lebenszeit um den Schlaf bringen wolle , was doch unbedingt seinen schließlichen Tod zur Folge haben müsse . Dann zog er den Basch Nazyr heran , und ich wurde von ihnen , nach Halefs gestrigem Ausdrucke , in der Weise » bearbeitet « , daß ich schließlich wohl oder übel meine Einwilligung erteilte . Das gab einen Jubel bei den Haddedihn ! Ebenso kann ich von dem Perser sagen , daß er sich wirklich und aufrichtig freute . Er hatte mir das Geschenk nicht in chinesischer Weise , auf welche man mit der Nichtannahme zu antworten hat , angeboten , und diese seine Freude war mir ebenso lieb wie der Gegenstand seiner Freigebigkeit . Während die andern das Kamel umringten und alle seine Vorzüge aufzählten , wobei es von ihnen als » unser « Hedschin bezeichnet wurde , nahm er mich auf die Seite und sagte : » Effendi , da du mich mit der Annahme meines Geschenkes beglückt hast , muß ich dir etwas sagen , was jetzt noch niemand außer dir zu wissen braucht . Es ist dir wohl bekannt , daß man den Kamelen nicht , wie den Pferden reinsten Blutes , ein Geheimnis geben kann , denn sie sind zu dumm dazu ; bei diesem Hedschihn aber ist es mir gelungen , und zwar vortrefflich . Es besitzt eine Intelligenz , welche man bei seinesgleichen sonst vergeblich sucht , und ist so treu , anhänglich und willig wie ein Pferd . Da es nun dein Eigentum ist , will ich dir sein Geheimnis mitteilen , damit du es anwenden kannst . Das Tier heißt Maschurah144 . Um es vorher aufmerksam zu machen , mußt du diesen Namen zweimal nennen , worauf du dreimal hintereinander das Wort Bubuna145 sagst . Hast du das gethan , so entwickelt es eine Eile , welche dir die stille Luft als Wind erscheinen läßt , und hört nicht eher auf , als bis du ihm das Wort Yawahsch ! 146 auch dreimal sagst . Da das Kamel das Pferd an Ausdauer überhaupt übertrifft , so hält meine Maschurah , die nun die deinige ist , auch unter dem Geheimnisse viel länger aus als ein Pferd , was dich aus großer Gefahr erretten kann und jede Verfolgung nutzlos machen wird . Hast du dir das alles gut gemerkt ? « » Ja ; ich danke dir ! Aber sag , warum hast du grad dieses Wort Bubuna gewählt ? « » Weil dieses Hedschihn eine große und ganz sonderbare Vorliebe für Kamillen hat . Ich habe darum , so oft ich