von allen Sorten , wollte allen alles halb schenken aus reiner Liebe und gerade weil sie es seien und weil ihm das Artikelchen verleidet sei . Uli war fast seines Lebens nicht sicher , sein Kaffee wurde kalt , weil er ob dem Bescheidgeben nach allen Seiten nicht Zeit fand , ihn zu trinken . » Was kommt er denn auf den Markt , wenn er nichts kaufen will ? « frug endlich ein Jude hässig . Er habe zwei Kühe da , antwortete Uli . » Wo hat er die zwei Kühe , wo sind die zwei Kühe ? « frugen Zwei , Drei . Sie seien unten im Stalle , antwortete Uli . » Komm zeige sie , Bauer ! Wollen sie schauen , kaufen sie dir ab , tauschen mit dir e Roß , e Kuh , wie du willst . « Als Uli sagte , jetzt komme er nicht runter , er müsse hier auf jemanden warten , wollten sie wissen , wo die Kühe stünden , wollten sie schauen , sagten , wollten e Handel mit ihm machen . Nicht lange ging es , so kam ein schlichter Bauersmann daher und frug , ob nicht einer mit zwei Kühen da sei ? Da fiel Uli ein Stein von dem Herzen ; im Ring der Juden war ihm ordentlich bang geworden , er wußte , wie man oft wider Willen auf einem Markte in ihre Hände gerät und nie anders drauskömmt als geschoren und beschnitten . » Mein Nachbar hat mir gesagt , du hättest zwei Kühe , welche mir dienen könnten . Zeige sie mir , wollen sehn , ob wir Handels eins werden , wo nicht , ist Keiner versäumt « , sagte der Mann zu Uli . Als sie hinunterkamen , hörten sie großen Streit . Ein Jude hatte Ulis Kühe abgelöst und wollte mit ihnen aus dem Stalle , um draußen bei Licht sie besser beschauen zu können als drinnen im finstern Stall , wie er sagte . Der Stallknecht wollte es nicht geschehen lassen , bis der da sei , welcher sie ihm übergeben . Er sei verantwortlich dafür und lasse nicht jeden Schelm aus dem Stalle nehmen , was ihm beliebe , da käme er sauber an . Als Uli kam , hingen sie an ihm wie Kletten . » Wie teuer , Bauer ? « frug einer . » Sind magere Kühe , « sagte ein Anderer , » für die ist kein Kauf « , ein Dritter ; ein Vierter wollte Ulis Begleiter , der unterdessen die Kühe untersuchte , von denselben wegjagen . Sie seien mit dem Manne im Handel , sagte er , die Kühe gingen ihn also nichts an , er solle gehn , das sei keine Manier , zwischen einen Handel zu kommen . » Nun , Bauer , was willst du für die Kühe ? « Doch Beide , Uli und der Andere , waren nicht zum ersten Male auf einem Markte . Uli schätzte die Kühe nicht , der Andere ließ sich nicht stören , und als er fertig war , befahl Uli dem Stallknecht , die Kühe wieder anzubinden , einstweilen gingen sie niemanden was an als ihn , und Beide verließen den Stall , um das Geschnatter sich nicht kümmernd . Hui , die Juden ihnen nach , sortierten sich alsbald in zwei Hälften ; die eine rühmte zuhanden des Verkäufers die Tiere , die andere machte zugunsten der Käufer die Kühe runter , daß man hätte glauben sollen , es seien zwei miserable Ziegen , welche noch dazu kein gesundes Haar am Leibe hätten . Da der Handel ihnen einstweilen gefehlt , zielten sie jetzt nach Schmausgeld und zwar hartnäckig , so daß der fremde Mann , der in dem Hause bekannt schien , Uli in ein besonderes Zimmer winkte , wohin denn doch die Juden nicht nachkamen . Hier wurden sie wirklich Handels alsbald einig . Mit schönem Gelde zahlte der Käufer aus , legte noch einen blanken Taler als Trinkgeld für die Frau zu und sagte , wenn er diesmal gut versorget sei , so solle es nicht das letztemal sein , daß sie mit einander handelten . Er hätte ein großes Hauswesen , müsse viel ändern und sei froh , ohne viel Geläufe aus versorgter Hand seine Ware zu kaufen . Da es Uli wunder nahm , wer der Mann gewesen , der ihm nachts begegnet war , so sagte ihm der Andere , er sei ein Metzger , der aber das Geschäft nur noch für seine Freunde treibe , nötig hätte er es nicht mehr . Er sei ein wenig wunderlich , aber ein guter Mann ; sie seien gute Freunde , und wenn Einer dem Andern dienen könne , so spare es Keiner . Diese Auskunft setzte Uli über alles , was ihm dunkel war , ins Klare . Er dachte , solche Wunderlichkeit , die einem Freunde zehn Taler abnimmt und sie einem Fremden in die Tasche jagt , möchte er alle Tage erleben . Es mögen vom selben Markte wahrscheinlich Wenige fröhlicher aus gutem Grunde heimgekehrt sein als Uli . Von Markten kehrt freilich gar Mancher frohgemut heim , jauchzt das Land voll , tut , als sei er nun Hans oben im Dorfe . Aber das ganze Glück kommt aus dem Weingrunde , ist der verdunstet , wird das Gemüt zu einer jämmerlichen Pfütze , über welcher wie ein stinkender Nebel eine elende Stimmung schwebt , welche das Publikum mit dem Ausdruck Katzenjammer bezeichnet . Nun , der geht in einem oder zwei Tagen vorüber , aber Mancher trägt einen Katzenjammer im Gewissen davon und der geht nicht vorüber , regt sich immer neu , und wenn er auch vergangen , besonders bei schönem Wetter , kehrt er doch zurück , wenn es donnert . Und Mancher und Manche trägt das Gift heim , welches ihr Lebensglück für ihre ganze Lebenszeit zerstört und vielleicht noch hinüber ins Jenseits wirkt . Uli