- unsere Minuten sind gemessen , wir haben manche lange Stunde gegen die Strömung des Mississippi anzurudern . « » Ich kann nicht rudern ! « murrte der Neger - » meinte Arme sind gelähmt - die Peitsche hat mich meiner Kraft beraubt . « » Du wirst steuern , « sagte der Capitain - » hast mich manchmal hinübergerudert und magst heute Deine Arme ruhen lassen . Doch , Bolivar , willst Du fortan auch mir nur folgen , Dein Leben meinem Dienst weihen und in unveränderter Treue an mir hängen ? Willst Du gehorchen , was auch immer der Befehl sein möge ? « » Ihr habt mich heute gerächt , Massa , « flüsterte der Neger , und seine dunkelglühenden Augen hafteten an der Gruppe , die eben den Leichnam des Erstochenen durch die Einfriedigung schleppte . » Das Blut jenes Schurcken , von Eurer Hand vergossen , ist über mich weggespritzt , und jeder einzelne Tropfen war wie Balsam auf meine brennenden Wunden ; glaubt Ihr , daß ich das je vergessen könnte ? « Kelly ' s prüfender Blick haftete wenige Secunden auf ihm , dann sagte er leise : » Genug - ich glaube Dir - geh jetzt und rüste Dich ; mein Boot liegt auf seinem gewöhnlichen Platz . « Und rasch wandte er sich von ihm ab , ihn zu verlassen . Da hemmte des Negers Ruf noch einmal seine Schritte . » Massa ! « sagte Bolivar und griff in die Tasche seiner Jacke - » hier sind zwei Briefe , die - der Rothhäutige bei sich gehabt hat - sie scheinen aber nicht für Euch bestimmt . « » Schon gut , « flüsterte Kelly und nahm sie an sich - » ich danke Dir « - und schnell verließ er durch das kleine nordwestliche Thor die innere Einfriedigung , die ein schmaler Pfad mit dem obern Theil der Zwischenbank verband . Bolivar aber schlich in seine eigene Hütte , raffte dort das Beste seines Eigenthums zusammen und verließ , ohne Gruß oder Wort weiter an irgend ein lebendes Wesen der Insel zu richten , durch den feuchtdunstigen Nebel hin und dem wohlbekannten Pfade folgend , die Colonie , um seinen Capitain an dem bestimmten Platz zu treffen . 28. Patrick O ' Toole ' s Abenteuer . Patrick O ' Toole schritt , als er die Männer am Ufer verließ , rasch zu des Richters Wohnung hinaus . Diesen wollte er jedoch nicht sowohl von seiner Absicht in Kenntniß setzen , denn er verlangte die Hülfe des Gesetzes noch nicht , sondern ihn vielmehr um den Compaß bitten , da der Nebel immer dichter und hartnäckiger zu werden schien . Er fand aber , wie wir schon früher gesehen haben , den Richter nicht zu Hause , und da ihm die Leute dort auch nicht einmal bestimmt angeben konnten , wann er wieder zurückkehren würde , so beschloß er kurz und gut auch ohne Compaß aufzubrechen und sein gutes Glück zu versuchen . Ohne weiteres Zögern schritt er also zu seinem kleinen Boot zurück , machte es flott , und ruderte nun langsam am westlichen Ufer hin , Bredschaw ' s Wohnung zu , die er mit der Strömung in etwa einer Stunde erreichen konnte . So lange er sich so nahe zum Lande hielt , daß er das Ufer oder wenigstens die dunkeln Schatten der Bäume noch erkennen konnte , ging das auch recht gut . Von Snags und Sawyern hatte er nichts zu fürchten ; sein Fahrzeug war zu leicht , um von diesen ernstlich bedroht zu werden , und warf ihn auch die Fluth dagegen , so trieb er bald wieder los . Höchstens konnte ihn vielleicht , wie das in der That manchmal geschieht , ein plötzlich emporschnellender Sawyer so auf die Seite werfen , daß er etwas Wasser einnahm . Das kam aber sehr selten vor , und rüstig , nur manchmal den Kopf wendend , ob er nicht ein erhebliches Hinderniß vor sich sehe , legte er sich scharf in die Ruder . Der leichte Kahn schoß fast pfeilschnell auf der schäumenden Strömung und an Wald und steiler Uferbank vorübergerissen hin , bis sich rechts die Bucht ihm öffnete , die Bredschaw bewohnte . In diese lief er ein und hörte nun von dem jungen Mann dieselbe Kunde , nur noch ausführlicher und bestimmter , wie jener sie dem Indiana-Bootsmann mitgetheilt . Er fühlte sich jetzt auch ziemlich fest überzeugt , daß sein Verdacht nicht allein begründet gewesen , sondern daß er sogar die ziemlich sichere Spur habe , dem nichtsnutzigen Gesindel , gegen das er einen unbesiegbaren Groll hegte , auf die Spur zu kommen . Allerdings rieth ihm Bredschaw ebenfalls ab , solchen Weg so unvorbereitet und allein , wie auch bei solchem Nebel zu unternehmen , wo er ja gar nicht im Stande sein würde , die Insel zu finden ; O ' Toole aber , störrisch das einmal angenommene Ziel verfolgend , erklärte , unter jeder Bedingung wenigstens den Versuch machen zu wollen , und meinte dabei ziemlich richtig , eigentlich sei solches Wetter gerade das geeignetste , da jener Platz , wenn er wirklich der Aufenthaltsort von Verbrechern wäre , heute gewiß nicht so sorgsam bewacht würde als sonst . Er hielt sich denn auch , um die schöne Zeit nicht unnöthig zu versäumen , nur kurze Zeit bei Bredschaw auf und nahm , von diesem fast gezwungen , noch eine wollene Decke mit , im Fall er genöthigt sein sollte , länger auszubleiben , als er jetzt beabsichtigte . Dann band er mit frohem Muthe sein Fahrzeug los , dem jungen Mann noch dabei zurufend , er solle bald wieder von ihm hören , den Bootsschuften wolle er ' s aber eintränken , ihn auf solche Art behandelt zu haben . Bredschaw blieb am Ufer stehen und sah ihm nach , bis das Boot seinen Blicken entschwand ; nur noch eine Zeit lang hörte er die regelmäßig