dr , du layist mich öppe nit im Stich . Ih ha nit gwüßt , wos so mit mr gredt het , stange ih uf em Kopf oder uf de Füeße , aber es ist emel du mit mr zfriede gsi , un eys het ds anger gä , un ih ha müesse gseh , daß ih ihm nit sövli zwider bi , as ih geng glaubt ha . Aber hundert Ränk ha es doch gha , bis es mir endlich nachegseit un erlaubt ha , daß ihs abfordere dörf . Aber dabei hat es nicht sein wollen , wie es öppe anständig gewesen und ich es auch gemeint . Gehen könne ich seinethalb , aber vor Mitternacht sehe es dann niemand daheim , hat es gesagt . « » Es ist immer das Gleiche « , sagte Christen , » nit es Bös , selb nit , es ist mr lieb , und wenn es sih öppe gsetzt het , su gits no e rechti Husfrau . Aber jetz hets dr Kopf no voll Fuge und es meint , wenn me nit dr Narr tryb all Tag , su syg das nit glebt . Aber das wird ihm auch vergehen , noch wie mancher Andern , ohne Wallisbad . We dus wage witt mit ihm , su ist mr dSach recht , aber bsinn dih recht , es ist es Ketzers Meitschi . « » He ja « , sagte Hans Uli , » ih has erfahre « - da war es Christen , der dem Tenn zunächst saß , er höre awas hinter dem verschlossenen Tore . Es könnte etwa eine ihrer Jungfrauen sein , dachte er , die müßten doch ihre Nasen in allen Ecken haben , stand auf , rascher als gewöhnlich , tat ds Töri auf ; da dünkte es ihn , einige Burden Roggenstroh , welche in der Ecke aufgeschichtet waren , bewegten sich , er deckte ab , und siehe da , hinter denselben saß sein Töchterlein und horchte aufs Scheltwort . Christen mußte herzhaft lachen , und das Meitschi war nicht einmal verlegen . Es hätte es wunder genommen , wie so ein Bürschli einem Vater einen Heiratsantrag mache und was man nebenbei von ihm sage , es werde da wohl etwas zum Vorschein kommen , das es sonst nicht zu hören bekäme , und akkurat so sei es gegangen , sagte es . » Du « , wandte es sich zu Hans Uli , » du hättest dann nichts zu sagen brauchen , daß ich dich geheißen , mit mir zu kommen , und gäb ich dich wolle , ist auch noch die Frage ; es kommt darauf an , was der Vater sagt , bestimmt verheißen habe ich dir nichts . « Verlegen stund der arme Hans Uli da , bis Christen sagte , es hätte gehört , was er gesagt , und Gspaß treibe man mit solchen Dingen nicht . Aber er hülfe es noch nicht vor die Leute lassen und einstweilen davon schweigen . Es sei nächstens heilig , da könne man ohnehin nicht verkündigen lassen , und dann sei es ihm auch wegen Resli , dem würde sein Unglück neu aufrüchen , wenn es schon jetzt eine Hochzeit geben sollte . Öppe der Mutter müsse man es sagen und zwar noch diesen Abend , es werde ihr ein Trost sein , von wegen , wenn man so leichtsinnige Meitscheni habe , so wüßte man nie , was man noch an ihnen erleben müsse . Hätten sie einmal gemannet , so könne der Mann zusehen und hüten . Da ward Annelisi halb böse und meinte : » So , Vater , wenn ich euch so viel Kummer gemacht habe , so ist es Zeit , daß ich gehe , aber ich habe doch gemeint , ich führe mich auf , daß ihr öppe nicht viel z ' förchte hättet . « » Ich klage nicht über dich « , sagte Christen , » aber wie schwach ein Mensch ist , weiß er selbst gewöhnlich zuletzt , und wenn er mit Ehren durchkömmt , so hat man es unserm Herrgott z ' danke , nicht ihm , ghörst ! « Es war die sogenannte heilige Zeit im Herbst , die der Bettag schließt , welcher vor der Türe stand . Heilige Zeit - als ob nicht jede Zeit und jeder Tag zu unserer Heiligung uns gegeben , Gott geweiht sein sollte ! Aber der Mensch findet so gerne mit Gott sich ab , gibt ihm etwas , das Übrige will er apart haben und gebrauchen nach seinem Sinn . Einige Tage nimmt er sich etwas in acht , nennt dieses heilige Tage , glaubt damit Gott einstweilen abgefunden , geht getrost ans alte Leben wieder hin und treibt es mit um so größerer Lust , fast wie es Schlemmer treiben , die expreß einige Stunden fasten , um nachher mit um so größerem Appetit zu fressen . So wird alles verkehrt dem verkehrten Gemüte , und selbst die heilige Zeit wandelt sich für ein solches in einen Fluch um . Schön aber sind unsere vier heiligen Zeiten , unsere vier geistigen Jahreszeiten , wo jede die andere gebiert , jede aufs Gemüt der Menschen eigens wirkt und in beständigem Wechsel und Wiederkommen den Menschen vor geistigem Schlafe wahren soll . Wenn im Herbste die Ernte in den Scheuern liegt , junge Saaten einer neuen Ernte entgegengrünen , an den Bäumen die Blätter gelben und zwischen ihnen die hellen Früchte glänzen , dann soll der Mensch es sich bewußt werden , daß auch er ein Baum sei , von dem Früchte gefordert werden , daß die Menschheit sei der große Weltenacker und gerichtet werde nach den Früchten , die auf selbigem stehen . Es soll im Geiste der Mensch den Herrn sehen , wie er alle Tage am Baume vorübergeht und nach Früchten sucht , soll nun selbst seine Augen richten nach diesen Früchten , soll schauen nach dem ,