aller Welten Geist herab in den Menschengeist , und dies Licht ist der Keim , der aufgeht im Geist , daß er die Welten des Geistes entdecke . - Und wie alle Wahrheit Fabel ist , das heißt Gottesverheißung in der körperlosen Geistigkeit der Idee , und wie alle Geschichte Symbolik ist , das heißt Gottessprache mit dem Menschengeist , um ihn auf die Wahrheit steuern zu lehren , so ist denn auch die Geschichte des Kolumbus ein göttlich Bereden und Berufen des Menschengeistes , seine Segel aufzuspannen und kühn auf jene Welt loszusteuern , die er , sich selber weissagend , sehnsüchtig erreichen möchte ; - und die Fabel dieser wahrgewordnen Ahnung ist die Verheißung , daß auch der Menschengeist glücklich landen werde , wenn er seinem Mut vertraut , denn wie wollten wir den Mut wecken und erziehen in uns , vertrauten wir nicht der eingebornen Kraft - dem Genius . Was Tugend ist , hat keine Grenze , es umspannt die Himmel , wir können ihm kein Ziel setzen : so können wir dem Geist kein Ziel setzen , er ist göttliche Kraft , und dieser vertrauen , das ist der Geisteskeim , der ins Leben tritt . Was aber der Mut erwirbt , das ist immer Wahrheit , was den Geist verzagen macht , das ist Lüge . - Verzagtheit im Geist ist gespensterhaft und macht Furcht . - Selbstdenken ist der höchste Mut . - Die meisten Menschen denken nicht selbst ; das heißt , sie lassen sich nicht von der Fabel des göttlichen Geistes belehren , die alle Wirklichkeit durchleuchtet und zur Hieroglyphik sie bildet , durch deren weisheitbewahrende Rätsel der Mensch hinauftreibt zur Blüte und sich zeitigt in ihr , daß er vermöge , neue Welten organisch zu durchdringen und so sich selber ewig und ewig bis zur Gottheit zu erziehen . - Aber im engen Hafen eingeklemmt , aus Furcht vor dem Scheitern , da wird er die Gottheit auf hohem Meer nicht erkennen . Und ist doch alle Geschichte Symbolik , das heißt Lehre Gottes , und wenn das nicht wär , so würde den Menschen nichts widerfahren . Wer wagt , selbst zu denken , der wird auch selbst handeln , und wer nicht selbst denkt , nicht aufs freie uferlose Meer steuert mit seinem Geist , der wird die Gottheit nicht selbst erreichen , nicht selbst handeln , denn sich nach andern richten , das ist nicht handeln , handeln ist Selbstsein , und das ist : in Gott leben . - So hab ich heute gedacht auf der Warte , weil mich Dein Brief ergriffen hat ; ein Zorn ist in mir aufgelodert , der mir diese Gedanken zurief , es ist ein Fordern an Dich , Du sollst Dir und mir treu sein , da ein Geist sich mit uns beiden eingeschifft hat , so verlaß seine Flagge nicht , der Eid , den Du geschworen , heißt : freudiger Mut , da Geist in ihm nimmer verloren gehen kann und außer ihm aber erstirbt . - Nun versteh mich da heraus . - Der Traum leuchtet zu stark in mich hinein , als daß ich nicht etwas verwirrt sollte reden müssen . - Ich kehre zurück in tieferen Schlaf ; - wo ich ' s nicht mehr fasse wie eben , was in mir webt und will . - Wie wär das Wunderbare möglich ? - Ja wohl ! Wie wär der Geist möglich in der Menschenbrust , ohne alle Sterne ? - Sie alle leiten ihr Licht in ihn , sie alle sind seine Erzeuger , sie alle richten sich nach ihm , der in der Brust wie in der Wiege liegt , und sind Hüter seines Schlafs ; so er erwacht , so nährt er sich von ihrem Geist , schlafend saugt er ihr Licht . Und siehst Du , ich spanne die Segel auf und fahr vorwärts und sprenge die Ketten , die den Hafen sperren , denn mein Wille ist , dem Gott auf offnem Meere zu begegnen , und dieser Wille ist rein und frei von Sünde , so ist er die Wahrheit und kann nicht trügen und wird Gott finden . - Mein Geist wacht noch nicht , er schläft aber doch unter ganz leiser Schlummerdecke , wie ein Kind mit süßem Bewußtsein schläft in der Sonne und fühlt ihren Schein . Donnerstag Ich muß Dir alles sagen ; alles was mit luftiger Eile sich mir durch den Kopf schwingt . - Ist mir ' s doch , als fahren wir auf Wolken dahin , und meine Worte verhallen in der Weite , aber ich muß Dir rufen - wie ich Dich dahinschwimmen seh am Himmelsozean , als hätten Dich die Winde aufgerafft - und mich auch , und als flög Dein Wolkenpferd weit vor mir ; - meine Stimme flattert an Dich heran : Du hörst doch ? - So hell der Mond auch scheint im unendlichen Blau der Nacht , das Dich dahinnimmt ? - Es gibt nichts wie die Liebe ! - Doch weißt Du wohl ! - Menschen unterscheiden zwischen Lieb und Freundschaft und zwischen besonderer Treue für diesen oder jenen , aber nicht ich und Du ? - Was spricht mich an ? - Das sag mir doch ? - Vielleicht der Dämon - der findet mich hier auf der einsamen Warte und spricht mit mir von Dir - und lehrt mich beten für Dich . Dich denken , wie Dein Geist sich höher und höher entfaltet , das ist beten . - Und warum wüßt ich von Dir , wie Du bist , nach was Du dürstest , warum vernehm ich Dich so tief und fühlte Dein Sein ? - Lieb will ich das nicht nennen - wenn ' s nicht ist , daß ich vor Gott Dich aussprechen lerne ? - Denn alles Sein ist Geist Gottes , und Geist will sich aussprechen , sich in den Geist übertragen , und die Sprache