sagen , als ihm mein Vater eingibt . « Diese Rede klang dunkel , wir sollten aber bald die Aufklärung empfangen . Denn nächsten Tages wurde auf Eschenmichels Antreiben ein scharfes Verhör mit dem Dämon erhoben , dessen Zweck dahin ging , allerhand nähere Auskünfte über höllische Dinge und über Eigentümlichkeiten des Zwischenreichs zu erlangen . Ich will die Hauptfragen und die darauf gegebenen Antworten hieher verzeichnen . ESCHENMICHEL : Wie bist du in das Zwischenreich gelangt ? DÄMON : Wie man vom Fleck kommt . Guckt ' erst ein wenig in die Höll ' , konnten mich aber da nicht brauchen , weil ich nicht an sie glaubt ' , die Höll ' überhaupt dummes Zeug ist . ESCHENMICHEL : Dummes Zeug ? DÄMON : Ja , dummes Zeug . MAGISCHER SCHNEIDER : Wie sieht die Höll ' aus ? DÄMON : Sie sieht gar nicht aus . MAGISCHER SCHNEIDER : Gar nicht aus ? DÄMON : Nein , gar nicht aus . Hier machte das Verhör eine Pause . Wir sahen einander voll Erstaunen an . Kernbeißer rief : » All mein Lebtage macht ihr diesen Dämon nicht zu einem regelmäßigen und aufrichtigen Grobschmidt ! Kein Grobschmidt wird sagen , die Hölle sei dummes Zeug und sehe gar nicht aus . Für solche Zweifel hantiert er selbst zuviel im Feuer . « - » Nur still « , sagte Eschenmichel , » man muß nicht verzagen . « - Das Verhör nahm folgendermaßen seinen Fortgang . MAGISCHER SCHNEIDER : Hastu was vom Teufel erfahren ? DÄMON : O ja , die ganze Wahrheit . ESCHENMICHEL : Wie sieht der Teufel aus ? DÄMON : Er hat auch kein Aussehen nit . KERNBEISSER : Wie denn so ? DÄMON : Er ist auch nix . Er ist auch dummes Zeug . MAGISCHER SCHNEIDER mit fürchterlicher Gebärde : Bistu denn kein Grobschmidt nit ? DÄMON zitternd : Ach wohl bin ich der , aber von Höll ' und Teufel denk ' ich just wie der Magister Schnotterbaum . » ' s ist klar ! ' s ist klar ! « rief Kernbeißer , » der Grobschmidt kann sich von den Erinnerungen , Gedanken und Zweifeln des Magisters noch nicht losreißen ! « - Dürr fluchte und wetterte , daß man die Nücken des Zwischenreiches nie auslerne . - » Das ist ja eben das Erhabene und Göttliche « , sprach Eschenmichel mit Salbung , » daß in diesem Gebiete sich immer tiefere Tiefen austiefen , und unter dem Abgrunde der Abgrund gründet . Aller Wahrscheinlichkeit nach sind zu gleicher Zeit zwei Geister in die Schnotterbaum gefahren , der Grobschmidt und der Magister ; diese haben sich nun in ihr unauflöslich miteinander verwickelt und verschlungen und verknotiget , so daß man nicht mehr weiß , wo der Schmidt anfängt und der Magister aufhört . Demnach tritt denn der großen und merkwürdigen Erfahrung , die wir an dem halben Kindsgeiste haben , diejenige nicht kleinere und unmerkwürdigere Tatsache symmetrisch entgegen , welche wir hier erleben , nämlich , daß im Zwischenreiche auch eine völlige Konfusion der Geister möglich ist . « Nach dieser tiefsinnigen Bemerkung bat ich um die Erlaubnis , allein mit der Schnotterbaum reden zu dürfen , welche mir auch gegeben wurde , da niemand Lust bezeigte , das Verhör jetzt fortzusetzen , und der Dämon daher , seines Zwanges entledigt , aus dem Halse wieder in die Magengegend hinabsank , wie unsere Kranke sagte . Als die andern das Zimmer verlassen hatten , befragte ich sie , ob sie mir nicht den wunderbaren Vorgang erklären könne . » Ach « , versetzte sie weinend , » ich lebe in großer Qual . Ich werde von Tag zu Tag schwächer , und sehne mich inbrünstig nach meiner Nähstub ' , und nach meinem sonnigen Platz unter den Rebstöcken , da meine ich , würde mir gleich wieder wohl werden bei Hohlsaum und Doppelnaht . Nun weiß ich freilich wohl , denn die Herren und der Dürr sagen es mir ja täglich , daß dieses schwache und sündliche Gedanken sind . Wer einmal ein Gefäß der Wunder ist , muß aushalten , und so will ich denn auch , ich armer , elendiger Mensch . Ich denk ' den ganzen Tag über an die Gottlosigkeiten ( der Himmel verzeihe mir , daß ich so sprechen muß ! ) meines seligen Herren Vaters , und da ich ein sehr gutes Gedächtnis von jeher gehabt , und daher nichts vergessen habe , was mir von demselben zu Ohren gekommen ist an lästerlich-leichtfertigen Sachen über Bibel und Christentum , so drängt sich das alles nun jetzt zuhauf in mir empor , und die Sachen werden laut in mir , die ich so sehr verabscheue . Und da der Grobschmidt , den ich bei mir führen soll , von nichts weiter in mir hört , als von diesen Magistersünden , so mag es wohl daher kommen , daß in den schrecklichen Abendstunden , wo der Dürr und die beiden Herren ihr schweres Werk mit mir beginnen , wo ich zwischen Beten , Singen , Ausfragen , Faustdrohen , Anschnarchen und Anbrällen nicht weiß , wo mir der Kopf steht , wo es mir grün und gelb vor den Augen wird , meine Sinne sich verwirren und ich wie im hitzigen Fieber rede - « » Wie ? Jungfer Schnotterbaum ? « » Ach , ich bitte Sie , mir das unbedachte Wort nicht übelzunehmen und es ja nicht den andern Herren zu verraten . Nein , ich wollte vielmehr sagen , wo , während ich im hitzigen Fieber liege , das Ding in mir zu reden anfängt , daß dann , sage ich , der Grobschmidt auch nur Magistersachen zu sagen weiß , und der Affe des Magisters ist . Eine Erklärung kann ich Ihnen nicht geben . « - Was war damit erklärt ? Die Auslegung erschien doch gar zu dürftig . Und so blieb dieses große Rätsel der Geisterwelt ungelöst . Wurde sogar