so , wie mein Herz in Wehmut und Jammer gebadet ist ! « » Warum denn solches Herzeleid ? « fragte er lächelnd . » Es läuft mir alles über ! « » So laß doch das Feuer kleiner werden ! « » Dann wird sie zu dick ; sie dämpft mir ein ! « » Wer ? « » Die Suppe ! « » Ah , die Suppe ! Liebe Pekala , die ist jetzt Nebensache . Laß das Feuer ausgehen ! « Da schlug sie die kleinen , fetten Hände zusammen , daß es nur so klatschte , ließ das Weiße ihrer Aeuglein sehen und rief im Tone fachmännischer Entrüstung aus : » Das Feuer ausgehen ! Da erkaltet sie mir doch zu Kleister , den ich durch keine Hitze wieder genießbar machen kann ! Sie war zur Zeit des Abendessens fertig , denn ich hatte mir die größte Mühe gegeben , weil grad der Frenk maidanosu die allergrößte Pünktlichkeit verlangt . Ich richtete alles mit der größten Liebe vor . Ich freute mich auf die Bewunderung meines gelungenen Werkes . Und nun stehe ich ganz allein in meiner Küche , welche die überflüssigsten Wasserdämpfe weint , und kein Mensch hat Zeit und Lust , zu genießen , was ich mit meiner größten Kunst für alle , die ich ernähren muß , bereitet habe ! « » Das ist nicht zu ändern , meine gute Pekala . Wir haben an Wichtigeres als an deinen Frenk maidanosu zu denken ! « » Wichtigeres ? Du scherzest , o Pedehr ! Mein Kerbel wurde gepflückt , noch ehe an die Soldaten zu denken war ; er geht ihnen also vor ! Er muß gereinigt , gewaschen , geschnitten , gewiegt und gekocht werden ; sie aber bleiben , wie sie sind ; er geht ihnen also vor ! Wenn er zu lange in der Hitze steht , so verdirbt er , weil er seinen Wohlgeschmack verliert ; an den Soldaten aber ist überhaupt nichts mehr zu verderben ; er geht ihnen also vor . Tifl hat gewußt , daß es Kerbelsuppe giebt ; Kara Ben Nemsi hat es gewußt ; Kara Ben Halef hat es erfahren ; Hanneh , seiner Mutter , habe ich es sagen lassen ; durch das ganze Haus ist diese beglückende Nachricht gegangen , und nun sie , die heiß Ersehnte und wunderbar Gelungene fertig ist , bin ich allein anwesend , um ihren Triumph zu feiern , während ihr die Schande angethan wird , die Verachtung aller Abwesenden zu erfahren . Ich bin entrüstet , o Pedehr ! Ich habe nicht verdient , daß ich grad so entwaffnet und grad so verächtlich behandelt werde wie diese drei jammervollen Sklaven des Muhassil , welche so weinerlich vor dir stehen , als ob der letzte Rest ihres Mutes im Begriffe stehe , vor lauter Herzensangst grad so wie meine Kerbelsuppe aus dem Topfe herauszulaufen ! So ! Das war es , was ich dir sagen wollte . Und nun entscheide du jetzt , wer wichtiger ist , mein Frenk maidanosu oder sie ! « Die verächtliche Handbewegung , welche sie den Offizieren hinüberwarf , konnte gar nicht geringschätzender sein . Sie schickte ihnen noch einen , ihrer Ansicht nach vollständig vernichtenden Blick zu , ließ dann die Augenlider entrüstet niederfallen und wendete sich hierauf in einer Weise von ihnen ab , als ob diese Leute gar nicht mehr für sie vorhanden seien . Vorhin hatte der Pedehr über Pekala gelächelt ; jetzt aber war sein Gesicht sehr ernst geworden . Hatte er etwa das gleiche Gefühl mit mir ? Er war jedenfalls geneigt gewesen , die drei Perser als Offiziere zu behandeln . Grad als Pekala erschien , hatte er im Begriffe gestanden , eine mehr oder weniger eingehende Aussprache mit ihnen herbeizuführen . Aber waren sie das wert ? Gab es bei ihnen überhaupt eine ethische Frage , an welche er anzuknüpfen , auf welche er einzugehen , die er mit ihnen zu behandeln hatte ? Ich gestehe , daß ich selbst auch ebensowenig wie er hieran gedacht hatte . Da wurde diese geistig einfache und bescheidene » Festjungfrau « von der Sorge um ihren gefährdeten Frenk maidanosu herbeigeführt , um uns in ihrer drastischen Weise die » Herren Offiziere « derart wahrheitsgetreu zu zeichnen , daß wir uns der Wirkung ihrer Strafrede nicht entziehen konnten . Der Pedehr stand auf und rief einige Namen über den Platz hinüber . Die genannten Dschamikun kamen herbei . » Führt diese drei Männer auch fort ! « gebot er ihnen . » Wohin ? « fragte der Rittmeister . » Zu euren Leuten . « » Zu ihnen ? - Wir sind Offiziere ! « » Ja ; ihnen in allem Bösen voran ! Fort mit euch ! « » Du wolltest uns ja gehen lassen ! « » Ihr seid aber nicht gegangen . Fort ! « Um nicht von den Fäusten der Dschamikun zum Gerhorsam gezwungen zu werden , ergaben sie sich in das Unvermeidliche und schritten unter deren Bedeckung dem mehrfach erwähnten Thore zu . » Nun , Pekala ? « fragte der Pedehr , indem sein früheres Lächeln wiederkehrte . » O , mein guter , guter Pedehr ! « antwortete sie . » Bist du zufriedengestellt ? « » Grad so sehr , wie ich dich und euch alle zufriedenstellen werde . Ich danke dir ! Die Kerbelsuppe wartet nur noch auf den letzten , verklärenden Guß des kochenden Wassers . Ich eile , ihn ihr beizubringen ! « Schon wollte sie fort . Da kam ihr ein Gedanke . Sie sprang mehr , als sie stieg , die Stufen zu mir herauf , neigte sich mir mit wichtiger Miene zu und fragte : » Giebst du mir nun recht , Effendi ? « » Worin ? « fragte ich . » Daß die Männer alle noch der Erziehung bedürfen ? « » Hm ! « » Sogar - - - aber das