mit demselben das Grüßen . Er grüßte zuerst Diepold , indem er das Schwert tief senkte , dann grüßte er den alten Bolemil , der aufrecht da stand , er grüßte den alten Wsebor und den alten Preda , dann Lubomir und Diwis , dann die Führer , dann die Herzogin Gertrud und Dimut , die neben der Herzogin stand , und dann weiter alle die Unterführer . Die gegrüßt worden waren , dankten mit dem Schwerte . Dann grüßte der Herzog mit seinem Schwerte weithin ausholend das ganze Heer der Verteidiger . Dann das Schwert in seiner Rechten haltend sprach er : » Männer , Freunde , Brüder , Kampfgenossen ! Seid gegrüßet in dem Herrn . Wir sind wieder vereinigt . Gott hat alles gewendet . Kein Feind ist mehr vor der Stadt und in dem Lande , und es ruht der Kampf . Lob , Preis und Ehre allen , die dazu gewirkt haben . Ihr habt im Mute der Helden diese Stadt geschirmt , und mit Herzen der Männer ausgedauert . Lob und Dank euch allen . Lob und Dank denen , die Lob und Dank nicht mehr hören können , weil sie den Tod herrlicher Krieger gefunden haben ; Lob und Dank denen , welche Wunden an ihrem Körper tragen , denen sie für das Recht entgegen gegangen sind ; Lob und Dank auch dem edlen Herzoge Sobeslav , der diese Mauern so gefestigt hat , daß sie euch die Stadt verteidigen halfen ; Lob und Dank allen Vorgängern , die den Schutz des Herzogstuhles gepflegt haben ; Lob und Dank denen , welche aus dem ganzen Lande sich zu mir gesellt und die Macht so erhöht haben , daß die Feinde vor ihr flohen , und Lob und Dank denen , die dem Feinde den Mut genommen haben : das größte Lob und den größten Dank aber dem , ohne den alles vergeblich gewesen wäre , dem großen dem gerechten dem allmächtigen Gott . Ihr habt ihm schon gedankt , ich tat es auch schon , vereinigt werden wir ihm morgen danken , wenn das erste Licht scheint . Morgen kömmt der König Konrad , empfanget ihn als Gast , nicht als Hilfsgenossen ; denn es ist keine Schlacht mehr . Er wird den Kirchenfesten beiwohnen , und dann in sein Land zurückkehren . Und nun noch einmal : Gruß und Dank . Für heute abend lade ich alle Führer und Unterführer zum Mahle in die Hofburg . Albero , der Erzbischof von Trier , hat Wein und der König Konrad allen Bedarf in die Stadt geschickt . Teilt den Männern auf den Wällen aus und den Leuten in der Stadt , die Mangel haben . Nach der Kirchenfeier kommet morgen in den Saal der Hofburg , daß wir kurz einen kleinen Entgelt für alle die Mühe beraten . Ich gehe jetzt in mein Haus , geleitet mich , wenn es euch gefällt , und zum dritten Male : Gruß und Dank . « » Gruß und Dank « , riefen alle Männer einstimmig , und schlugen an ihre Schwerter . Der Herzog steckte sein Schwert in die Scheide , wendete sein Pferd , und begann mit seinem Geleite den Zug in die Hofburg . Die beiden Heere begleiteten ihn , wie der Raum es zuließ . Da sie an dem Hofe angekommen waren , hingen an dem Tore Blumengewinde , und es standen schöngekleidete Jungfrauen mit Blumenkränzen und Blumensträußen vor dem Volke da , und Gras und Laub und Blumen bedeckten den Boden . Eine aus den Jungfrauen sprach zu dem Herzoge Wladislaw Begrüßungsworte , und reichte ihm einen Strauß . Der Herzog nahm den Strauß , und dankte ihr . Dann sangen alle Jungfrauen einen Begrüßungsgesang . Der Herzog dankte gegen alle hin . Da es stille geworden war , stieg er von seinem Pferde , ging zu der Herzogin , faßte sie an ihrer Hand , küßte sie auf die Stirn , und sprach : » Hocherlauchte und vielliebe Frau ! Ich habe Euch auf den Mauern als Führer begrüßt , und begrüße Euch jetzt als Herzogin . Ich führe Euch von dem Kriegsplatze in Euer Haus , und seid bedankt für das , was ihr über Euer Geschlecht getan habt . « Hierauf wendete er sich zu Diepold , schloß ihn in die Arme , und sprach : » Sei gegrüßt , mein lieber Bruder , gehe unter mein Dach ein . « » Sei gegrüßt « , sagte er dann zu Bolemil , und nahm seine rechte Hand . Dann reichte er die Hand an den Bischof und die Äbte , an Diwis , Lubomir und an mehrere . » Sei gegrüßt , Jungfrau « , sprach er zu Dimut , » du bist so tapfer als schön , wir sind in deiner Schuld , und Rowno wird dich nicht zu hart strafen . « Die Führer des Heeres des Herzogs näherten sich denen der Verteidigungsscharen , reichten die Hände , und gaben Grüße . » Du schöner Krieger « , sagte Welislaw zu Dimut , » du fängst ja die Pfeile der Feinde mit den Händen ? « » Durch das Wunder eines Heiligen , den ich nicht kenne « , sagte Dimut , » ist ein Pfeil ohne Schaden zwischen mein Panzerhemd und den Kleiderärmel gedrungen , und ich habe mir den Pfeil aufbewahrt . « » Wenn ich ein hoher Mann dieses Reiches wäre « , antwortete Welislaw , » würde ich dich um den Pfeil bitten . « » Und wenn du ein hoher Mann des Reiches wärest « , entgegnete Dimut , » würde ich dir den Pfeil nicht geben . « Der Herzog aber führte nun die Herzogin im Geleite seines Bruders Diepold , der Führer , der Hofherren und der Frauen in den Herzogshof . Die Jungfrauen erhoben wieder einen Gesang , welchen sie lieblich fortführten , da auch der Herzog nicht mehr unter ihnen war . Dann mischte sich eine Stimme