und Ihnen die Flügel des erfindenden Genius an den ebenso schönen wie schelmischen Nacken setzt ... ( er wollte ihn küssen ; sie wehrte es ) ich würde es wagen , mich Ihnen zu Füßen zu werfen und von Liebe zu sprechen ... O Sie Böser ! sagte Melanie . Wenn die Gräfin d ' Azimont Das hörte ... Was soll mir diese Frau ! war Dankmar im Begriff auszurufen und einzugestehen , daß er selbst ja nimmermehr der Prinz wäre . Aber die Vorliebe , mit der Melanie auf diese erträumte Rivalin zurückkam , war ihm wie ein Nebel , den er zu verwehen fürchtete . Dennoch sagte er : Melanie , ich bin nicht der Prinz , aber ich bin sein bester Freund auf der Welt . Was Sie thun , thun Sie für ihn ! Sie thun es für mich ; denn Niemanden kann Egon ' s Glück mehr am Herzen liegen als mir ! Kann Egon hier Egon sein ? Kann er den Muth , die Selbstüberwindung haben , sich da zu verrathen , wo man sein und seiner Mutter Andenken mit Füßen tritt ? Ich bin der Theil des Prinzen , der noch Vertrauen zu den Menschen hat , der Theil , der nicht verzweifeln will , wenn er noch Geschöpfen begegnet , die in Körpern der Engel auch eine überirdische Seele tragen ... Melanie schlug ihre mächtigen braunen Augen zu ihm empor , daß das volle Licht des Mondes in sie fiel und ihre Schimmer in jenem feuchten Glanze zitterten , der ihnen etwas Verklärtes gibt ... Sie sah ihn fragend und mit zärtlicher Innigkeit an . Melanie hatte Das erreicht , wohin vielleicht ihr Ehrgeiz dunkel tastete , vielleicht war es Zufall , daß ein Mann , der ihr ein Fürst schien , auch zugleich der erste sein mußte , dem gegenüber sie sich klein , ja demüthig vorkam - es war ihr , als wenn sie , ein bunter , flatternder , leichtsinniger Schmetterling , die Flamme gefunden hätte , die ihr gewisser Tod werden sollte , ihr Tod wenigstens für dies leichtsinnige Schmetterlingsdasein .... Melanie wehrte Dankmar ' s verlangenden Arm zurück , aber nur um ihn aus einiger Ferne inniger betrachten zu können . Eine Locke seines Haares , die ihm im Sturme seiner aufgeregten Sinne auf die Stirne fiel , streifte sie ruhig zurück , als hinderte sie ihr die Aussicht in sein Auge und seine Seele . Lassen Sie ! sagte sie sanft . Melanie ! rief Dankmar noch einmal mit gesteigerter Glut der Empfindung und wollte sie ansichziehen ... Seiner männlichen Kraft gelang es ; aber sie wandte , in seinen Armen liegend , rücklings das Haupt und verweigerte ihm die zärtliche Berührung der Wangen , nach der er schmachtete . Sie that Dies so entschieden , daß er es ließ und sich an einem Bilde begnügte , das den Meißel des Bildhauers herausfoderte ... Gute Nacht ! sagte sie , losgewunden , mit lächelnder Lieblichkeit , und auf Wiedersehen für Morgen ! Damit war sie für Dankmar fast einem Traume gleich entschwunden . Wie er sich nun anschickte , hinunter zu wandern und durch das erste beste Seitenheck auf den großen Weg zu springen , fühlte er eine so herausfodernde , ihn riesig durchströmende Kraft in sich , daß er fast laut zu jubeln begann . Alles lachte ja in ihm . Jeder Gefahr , jedem drückenden Gedanken wurde die Volte geschlagen , jeder Bedenklichkeit die Anlehnung aus seinem Innern wegescamotirt . Ja , er hätte sich mit dem Arm gegen die Bäume stemmen und sie niederbeugen mögen ! Es war ihm , wie dem biblischen Erzvater gewesen sein mochte , als er auf der Heide mit einem unsichtbaren Engel rang . Er hätte den Dämon niedergeworfen , so titanisch fühlte sich seine Muskelkraft . Er lachte über sein Abenteuer selbst . Selbst des Gefangenen im Thurme , dem er jetzt noch vor dem Gitterfenster hinauf Muth und Trost zuzusprechen beschloß , gedachte er im heitersten Humor und sagte sich : Ich bin wahr gewesen ! Ich war Dankmar Wildungen ! Ich habe meine eigene Rolle gespielt und deine Fürstenkrone mir nicht aufs Haupt gesetzt . Ich ! Ich fühlte den Druck ihrer Hand ! Wie schlug diese warme Brust an der meinen , wie strömte das elektrische Feuer der Berührung aus ihren Adern in die meinen , und wenn ihr die Schuppen vom Auge fallen , wer weiß , ob der Wahn siegt oder die Wirklichkeit ! Sie liebt nicht Das , was ich scheine , sie liebt Das , was ich bin ! Und in diesem Hoffen und Entzücken , das seine Adern schwellte , seine Sehnen stärkte , konnte ihm zuletzt auch nichts Willkommneres geschehen , als der plötzliche Anblick Hackert ' s ... Er war es , der hinter den Büschen rauschte ... Das schleichende Rascheln um Dankmarn her verrieth ihn schon längst ... Er sah ihn jetzt am Fuße des Weges sich ducken und lauern ... ob auf ihn , ob auf Die , an denen er sich auf dem Schlosse so teuflisch gerächt hatte ... er wußte es nicht , mußte aber annehmen , daß er auf ein neues Verbrechen sann ; denn an dem Rauschen hörte er , daß es war , als streifte er mit einer langen Stange an dem Laube der hohen Hecken . Bald sahe er deutlicher ; Hackert hielt eine Leiter in der Hand , die er in dem Augenblicke fallen ließ , als er Den , der noch so spät den Schloßweg herunterkam , erkannte . Elender Hallunke ! rief Dankmar zornentbrannt schon von Ferne . Mörder ! Dieb ! Wie Hackert - er war es wirklich - diesen zornigen Anruf hörte , sprang er ins Gebüsch . Er mochte sich diese Begrüßung nicht haben träumen lassen . Dankmar in einer Stimmung , als müßte er die längst ihn schon quälende Spannung und Ungewißheit über Hackert durch irgend eine Probe seiner männlichen Kraft und