könnte zufrieden sein und ihn jetzt ruhig lassen . Wenn sie ihm einen anständigen Lehnsmann wüßte , so wollte er noch heute mit ihm die Sache richtig machen . Sie wüßte keinen bessern als Uli , sagte sie . » Uli ? « sagte Joggeli . » Ja , wenn der besser hintersetzt wäre und eine anständige Frau hätte , so wäre mir der der Rechte , aber so kann er kein solches Gut übernehmen . « He , sagte die Mutter , eine bessere Frau als Vreneli wüßte sie nicht , und sie glaube , sie hätten nichts wider einander . Daneben sei Uli auch nicht mittellos , und vielleicht würde Vetter Johannes ihm helfen , wenn man es begehrte ; es dünke sie , derselbe habe gar viel auf Uli . » So , so , « sagte Joggeli , » es ist also schon alles richtig ! « » Was richtig ? « fragte sie . » Glaubst du , « sagte Joggeli , » ich solle nichts merken ? Du bist nicht umsonst nach Erdöpfelkofen gefahren so mir nichts dir nichts , daß ich mich fast zu Tode gewundert habe , und hast Vreneli und Uli mitgenommen . Du mußt doch nicht meinen , daß ich so dumm sei und nichts merke , was hinter meinem Rücken abgekartet wird . Aber ich bin auch noch da und es ist nicht bravs von dir , so mich zum Narren zu halten und mit fremden Leuten unter dem Hütli zu spielen gegen mich . Aber warte nur , ich will es dir reisen . Ich will zeigen , wer Meister ist . « Nun bekam die gute Frau keine Antwort mehr , sie mochte vorbringen , was sie wollte , so daß sie endlich sagte : » He nun dann , so sei meinethalben Meister und arbeite meinethalben den Hof selbst und mache die Haushaltung auch noch dazu , ich aber will nichts mehr damit zu tun haben . « Brummend wälzte sie sich auf die andere Seite , schlief wieder ein und stund am Morgen später als sonst , schweigend und schmollend auf . Lustig tanzte Vreneli im Hause herum , es war , als ob es über Nacht Federn in die Beine bekommen hätte und eine Mundharmonika zwischen die Zähne . Ganz verwundert sah die Base dem Wesen zu und sagte ihm endlich , als sie allein waren : » Ist es dir über Nacht anders gekommen , willst du ihn jetzt ? « » O Base , « sagte Vreneli , » wenn Ihr mich zwingen wollt , was will ich dagegen machen als mich zwingen lassen ? Und so , wenn Ihrs zwingen wollt , so zwingts ; aber ich will nicht schuld daran sein , es mag kommen , wie es will ! « » Du bist eine gottlose Dirne , mir den Mann zu verspotten , « sagte die Base . » Aber das Lachen wird dir schon vergehen , wenn du hörst , daß Joggeli nichts vom Lehen hören will . Er ist bös darüber , daß alles hinter seinem Rücken abgekartet wurde , und sagt jetzt , er sei Meister , er wolle es uns reisen . « Aber das Lachen verging Vreneli nicht , sondern es lachte nur : Der Vetter wolle auch gezwungen sein , wie es zum Heiraten . Am besten käme man zurecht mit ihm , wenn man nichts mehr von der Sache sage und sich stelle , man wolle fort . Es mache ihm jetzt schon angst , was er um Weihnacht anfangen wolle , zu einem andern Knecht könne er sich nicht entschließen . Wenn er in acht Tagen noch nicht selbst mit der Sache komme , so wolle es den Tischmacher kommen lassen und ihm ein Trögli zu machen befehlen , wie Mägde zu tun pflegen , wenn sie zügeln wollen . Helfe dieses nicht , so müsse man ihm sagen , Uli komme zum Johannes , man habe neuis gemerkt ; dann fange er von selbst von der Sache an und sage : » So zwängets , wenn ihrs zwängen wollt , aber ich will an nichts schuld sein , es mag gehen , wie es will . « » Du bist eine Tüfels Hex « , sagte die Base ; » ich glaube , du wärest imstande , ein ganzes Chorgericht zum Narren zu halten . Das wäre mir nie in den Sinn gekommen , und sind wir doch jetzt bald vierzig Jahre bei einander . « Und richtig : wie Vreneli , das dem Uli eingeschärft hatte , es anzusehen , wie wenn er lauter taub wäre , gesagt hatte , ging es . Der Tischmacher brauchte nicht zu kommen . Lange vor Verlauf der acht Tage fing Joggeli mit seiner Alten zu zanken an : Wie sie alles hinter seinem Rücken mache , zu allen Leuten Vertrauen habe und nur zu ihm keines ; er möchte doch endlich wissen , was sie jetzt mit dem Uli ausgemacht habe . Es wäre Zeit , daß er auch etwas davon wüßte . Da sagte sie , sie habe nichts mit ihm ausgemacht und nichts angefangen , das sei seine Sache , sie mische sich nicht darein . Er habe ja gesagt , er sei Meister . Da begehrte Joggeli noch mehr auf , daß seine Frau ihn so im Stich lasse und sich gar nicht darum bekümmere , wie es gehe ; es sei doch ihre Sache so gut als seine und er wüßte nicht , warum immer alles an ihn kommen solle . Er wollte , sie solle gehen und mit Uli reden , und wenn er schon eine andere Frau nähme als ds Vreni , so sei es ihm gleich ; das sehe ihn seit einiger Zeit so unverschämt und spöttisch an , daß es ihn schon manchmal gelüstet habe , ihm die Hand ins Maul zu geben . Aber seine Frau wollte nicht , nach Vrenelis Instruktionen ;