Grafschaft Hessen-Homburg zu . Größeres lag ihm nunmehr ob , und das Kleinere , das so viele Jahre lang der Gegenstand seiner liebevollen Sorge gewesen war , mußte daneben zurückstehen . Die Administration der märkischen Güter ward immer schwieriger , und so sprach er denn – nachdem er übrigens im Jahre 1679 noch Amt Neustadt durch Ankauf des Lüderitzschen Rittergutes Dreetz erweitert hatte – seine Bereitwilligkeit aus , besagtes Amt an den Kurfürsten Friedrich III. käuflich abzutreten . Dies war 1694 . Was er aber bis dahin gegründet hatte , lebte fort und prosperiert ( wenigstens teilweis ) bis diese Stunde noch . Überall hatte sein Blick das Richtige getroffen , das , was den gegebenen Bedingungen entsprach . Er starb 1708 . Eberhard von Danckelmann Eberhard von Danckelmann Zu spät , zu spät , liebe Lady mein , Es ist nicht mehr , wie sonst es war , Meine Feinde gelten bei Hofe jetzt . Alte Ballade 1694 war Neustadt wieder ein kurfürstliches Amt geworden und Eberhard von Danckelmann wurde zum Amtshauptmann bestellt . Ein volles Lebensbild dieses hervorragenden Mannes zu geben , kann an dieser Stelle nicht meine Aufgabe sein . Nur eine Skizze . Christoph Balthasar Eberhard von Danckelmann wurde den 23. November 1643 zu Lingen geboren . Er war der in der Mitte stehende ( vierte ) von sieben Brüdern , die sich sämtlich im Staatsdienst auszeichneten , weshalb einem etwa um 1690 angefertigten Bildnis des Vaters dieser Sieben die lateinische Unterschrift gegeben wurde : Integra miretur Sapientes Graecia septem , Hic uni videas tot bona rara Patri . Der bekannte Oberzeremonienmeister und Hofpoet von Besser beglückwünschte später ( 1694 ) in einem Lob- und Huldigungsgedicht 72 auf Eberhard von Danckelmann ebenfalls den Vater desselben und wußte bei dieser Gelegenheit den Inhalt obigen lateinischen Verses geschickt in seine Dichtung hineinzuverweben . Dein Vater hatte mehr als viel ' verlangen könnten , Er hatte sieben Söhn ' und alle bei dem Staat , Drei sind Geheime Rät ' und drei sind Präsidenten , Des allerjüngsten Amt ist Kanzler sein und Rat . Gewiß , wer dieses sieht , kann sicher von ihm preisen , Was jener von ihm schrieb in kräftigem Latein : » Das ganze Griechenland hat seine sieben Weisen , In seinen Söhnen hat sie Danckelmann allein . « So viel , vorgreifend , über das » Siebengestirn « . Wir kehren zu unserem Eberhard von Danckelmann und unserer biographischen Skizze zurück . Von früh auf war er ausgezeichnet . In seinem zwölften Jahre doktorierte er in Utrecht und sprach über das schwierige Thema de Jure Emphyteusis , was ein solches Aufsehen in der wissenschaftlichen Welt machte , daß Beglückwünschungsschreiben von anderen gelehrten Schulen eintrafen . Später reiste er und machte sich die wichtigsten Sprachen , französisch , englisch , spanisch und italienisch zu eigen . Von Besser drückt sich über diese Tatsache , der zunächst ( 1663 ) die Ernennung Danckelmanns zum Direktor studiorum oder Ephorus beim Markgrafen späteren Kurprinzen Friedrich gefolgt war , in nachstehenden Alexandrinern aus : Du sahest und durchzogst die witzigsten Provinzen , Und so , daß Dein Verstand das Beste mit sich nahm , – Mit diesem Zubehör kamst Du zu Deinem Prinzen Bevor er aus der Hand des Frauenzimmers kam . Das » Frauenzimmer « war natürlich die Gouvernante . Danckelmann bewährte sich in seiner Stellung als Prinzenerzieher . Er zeigte nicht nur Wissen , sondern auch besondere Feinheit des Geistes , was von Besser zu der selbst feinen Bemerkung veranlaßte : Wer Prinzen Lehren gibt , polieret zarte Spiegel , Drin wer den Spiegel schleift , sein eigen Bildnis sieht . 1665 erfolgte seine Ernennung zum Titular- , 1669 zum Halberstädtischen , 1676 zum Kleveschen Geheimen Regierungsrat , Stellungen , die ihn wenigstens zeitweilig vom Berliner Hofe entfernen mußten . Aber nicht auf lange . 1679 , inzwischen zum Geheimen Kammer- und Lehnsrat aufgestiegen , sehen wir ihn bereits wieder an der Seite des späteren Kurprinzen , dem er , um eben diese Zeit , einen Beweis besonderer Anhänglichkeit und Treue zu geben in der Lage war . Er rettete nämlich den Prinzen aus einer tödlichen Krankheit , welche den letzteren im Winterfeldzuge 1679 in Preußen befiel . In einem interessanten Flugblatte , das den Titel führt : » Fall und Ungnade zweier Ersten-Staatsminister des königlich preußischen Hofes ( Danckelmann und Wartenberg ) , Köln bei Peter Marteau 1712 « finde ich darüber folgendes : » Als des Kurprinzen Leben , wegen eines schweren Stickflusses in höchster Gefahr war und während die Leibmedici sich nicht vergleichen konnten über die Arzenei , die dem Patienten gegeben werden sollte , hat Danckelmann ihm dasselbe durch ein gewagtes Aderlassen erhalten wie schon alle Sinne verloren waren , und hat sich also , aus Liebe für seinen Prinzen , in eine große Verantwortung gesetzt . « So jenes Flugblatt . Danckelmann bewährte sich auch anderweitig : er opferte dem Kurprinzen sein Vermögen , und zwar » zu solcher Zeit , da sein Herr noch nicht auf dem kurfürstlichen Throne war , vielmehr durch allerhand Intrigues von dem Hofe fern gehalten , eines solchen Vorschubes höchst benöthigt war « . 1688 , als der Kurprinz seinem Vater , dem Großen Kurfürsten , in der Regierung folgte , wurde Danckelmann zum Geheimen Staats- und Kriegsrat ernannt und ihm fast unumschränkt das Steuer der Regierung überlassen . Er schlug eine kluge , feste , von Erfolg gekrönte Politik ein , und wenigstens zu Lebzeiten Friedrichs I. ist seine Stelle nicht wieder ausgefüllt worden . Daß er dem Kurfürsten abgeraten habe , sich zum Könige zu erheben , ist längst widerlegt ; er arbeitete vielmehr mit aller Kraft zu diesem Ziele hin . 1695 zum Premierminister und Oberpräsidenten ernannt , stand er auf seiner Höhe . Mehr und mehr jedoch begann sein Leben jener Schilderung zu gleichen , die von Besser , in seinem mehrerwähnten Lobgedicht , schon das Jahr zuvor davon entworfen hatte : Es liegt die ganze Last und aller Ämter Bürde Nach