, ohne Bevorzugung . In Seine Hände geb ' ich mich ohne Rückhalt . « » Deine Herzenskälte ist schauerlich ! « rief er . Sie lächelte und schwieg . » Ah , Du lächelst , als ob Du es besser wüßtest ! « fuhr er fort . » Nun , wohlan , Regina , Du bist aufrichtig , also sage mir : hast Du eine Ahnung davon , wie sehr ich Dich liebe ? « » Ja ! « sagte sie einfach . » O dann , « rief er freudig , » werd ' ich immer einen besonderen Platz in Deiner Erinnerung haben . « » So lange es Gott gefällt ! « erwiderte sie ruhig . » Ich habe zu viel in der Welt leben müssen , um nicht einige weltliche Eindrücke im Gedächtnis zu haben .... « » Weltliche Eindrücke ! « rief Uriel zürnend . » Du nimmst eine Liebe wahr , die so tief , so stark . so umfassend ist , daß sie mein ganzes Schicksal über den Haufen - und mich selbst , Gott weiß in welche Bahn wirft - und das macht Dir einen weltlichen Eindruck ! « » Lieber Uriel , « antwortete Regina , » wir beide dürfen uns auf keine Erörterungen einlassen . Wir sprechen jeder eine Sprache , von welcher der andere nur einzelne Worte versteht ; da sind denn Mißverständnisse ganz unvermeidlich - und die tun weh . Ich wiederhole Dir : Gott vergelt ' s ! - und dabei wollen wir es lassen . « » Wann wirst Du eingekleidet ? « fragte er finster . » Ich hoffe am Tage der heiligen Maria vom Karmel , « sagte sie mit strahlendem Blick . » Deinen Kalender kenn ' ich nicht ! « entgegnete er hart . » Den Datum will ich wissen - um vorher abzureisen . « » Ende dieser Woche gehe ich nach Himmelspforten , um , wie es üblich ist , einige Wochen in weltlichen Kleidern im Kloster zu leben . Finden die Oberen , daß ich mich ins Klosterleben schicke - und finde ich mich darin heimisch : so darf ich mein Noviziat und mit ihm die ernste und gründliche Prüfung meines Berufes beginnen . Die Einkleidung bezeichnet den Eintritt ins Noviziat ; ich vertausche dann die weltlichen Gewänder mit dem geweihten Ordenshabit und empfange den weißen Schleier der Novizen . Hoffentlich findet diese heilige Handlung am 16. Juli statt . Erst nach einem Jahre werde ich zur Ablegung der heiligen Gelübde zugelassen und dann erhalte ich den schwarzen Schleier , der da bedeutet , daß die Ordensfrau tot und begraben für die Welt ist . « » Und wenn sie es nicht ist , Regina ? « » So betet sie , daß sie es mehr und mehr werde , Uriel . « » Und wie lange betet sie so ? « » Lebenslang ! denn das Stück Welt in uns muß täglich von neuem sterben . « Jedes ihrer Worte tat ihm weh und doch wollte er immer sie hören und sehen , und sehen und hören , weil sie jenseits dieser paar Tage fürs Leben ihm verloren war . Die ganze Familie wollte Regina nach dem Karmelitessenkloster Himmelspforten bei Würzburg begleiten ; nur Uriel nicht ! er hätte das Kloster in Brand stecken mögen : so haßte er es . Corona war fast ebenso traurig , wie er . Häufig umschlang sie die geliebte Regina , legte den Kopf auf ihre Schulter und weinte bitterlich . » O , « sagte Regina zärtlich , » weine nicht um mich . Die Bräute Christi haben es besser , als die weltlichen Bräute . « » Das fühl ' ich nur zu gut ! « seufzte Corona , » und doch kann ich Dir nicht nachfolgen . « » Nein , Gott will es nicht ! Deine Aufgabe ist , Dich in der Ehe zu heiligen - und Orest mit Dir . « » Ich werde der Aufgabe erliegen ! « jammerte Corona ; » sie ist allzuschwer . « » Sie wäre es , wenn Du mit Deinen menschlichen Kräften sie lösen solltest . Aber die Gnade des Sakramentes steht Dir bei und Deine Last trägt Gott ebenso gut mit Dir , wie er die meine mit mir teilt . « - Der Graf war dermaßen erfreut über die Verheiratung der einen Tochter , daß er den Klosterberuf der anderen darüber verschmerzte . Was Uriel betraf , so hegte er die Hoffnung , die Weltumsegelung werde ihn von seinem Liebesleid herstellen und dann sei es ja noch immer Zeit , sich nach einer passenden Partie für ihn umzuschauen . Drei Wagen standen im Hof . Der eine sollte gen Westen fahren und die beiden anderen nach Osten . Um die Wagen , auf dem Perron in der Vorhalle des Schlosses war die ganze Dienerschaft versammelt und viele Leute aus den Besitzungen des Grafen , um von Regina Abschied zu nehmen . Man hatte zwar schon längst gesagt , sie sei so fromm , daß ihr Sinn nach dem Kloster stehe ; der Graf wolle es jedoch nicht erlauben . Nun ging sie wirklich in das arme , strenge Kloster - die junge , schöne , reiche , liebenswürdige und geliebte Regina ! nun verließ sie wirklich das Vaterhaus und die Familie und den jungen Mann , der sie anbetete ! in welcher übernatürlichen Liebe zu Gott mußte das Herz entbrannt sein . Sie hatte in der Frühe zu Kloster Engelberg die heiligen Sakramente empfangen , Abschied genommen von der Gruft ihrer Mutter , von dem Gnadenbilde der Mutter Gottes , von den frommen Patres , die ihre Seele gepflegt hatten ; dann Abschied genommen von dem lieben Windeck , von jedem Zimmer im Schloß , von jedem Plätzchen im Garten , ach ! und von der trauten Kapelle . Jetzt trat sie in Onkel Levin ' s Zimmer , bleich , verklärt , wie ein Geist , der