einsam in der Nacht ihnen so ganz vertraue . Ich gehe den Weg , der mich ängstigt , um zu ihnen zu gelangen , ich komme zum dunklen Turm , da zittert mir das Herz , ich steig hinauf mit solcher Beklemmung - und auf der obersten Sprosse , wo ich mit der Hand mich aufstützen muß , um mich hinaufzuschwingen , da ist mir schon so leicht , - da leuchten mir alle Sterne entgegen , - und wen ich liebe , befehle ich ihrem Schutz , und Dich zuerst . - Wenn ich um Dich betrogen würde , dann wär ' s aus mit ihnen . - In den Schnee , der oben auf der Warte liegt , schreib ich Deinen Namen , daß sie Dich schützen sollen , das tun sie auch gewiß . - Dann setz ich mich auf die Brustwehr und verkehr mit ihnen lustig , nicht traurig . Du denkst wohl , ich wär da feierlich gestimmt ? Nein , sie necken mich . » Hast du das Herz , da auf der schmalen Mauer im Kreis herumzulaufen , vertraust uns , daß wir dich nicht herunterfallen lassen ? « - so fragen sie ; und denn ist ' s , als könnt ich sie mit der Hand greifen , so nah sind sie mir . Denn wenn ich auf ihren Wink das Leben in ihre Hut geb , das muß mich mit ihnen vertraut machen . Ich weiß wohl , was Menschen denken würden von mir , wenn die so was wüßten , ich sag Dir aber , es ist eine Saat , die sie mir ins Herz säen , das hält so still und ist so hingebend wie das Erdreich , und es sammelt seine Kräfte , diese Saat zu nähren . Meinst Du , ich würde je zagen vor dem Geschick , wenn ein guter Geist mich heißt vorwärts gehen ? - Gewiß nicht ! Die Sterne haben ' s in mich gesäet , dies Vertrauen in das Rechte , ins Große , was so oft unterbleibt aus Mangel an kühnem Mut . Das ist die Blume dieser Saat , die blüht hervor : und meiner Brust prägt sich ein , daß ich nicht mehr nach der Menschen Rat frag , oder auf ihre Meinung , ihren Willen mich berufe und mich so meiner inneren Stimme entziehe , die mir vielleicht befiehlt , was mich gefährdet , aber mir das Reine , Echte , Große , was auf kein Gerüste der Falschheit sich stützt , sondern rein aus der Brust mit Gottes Stimme einklingt , als heiligen Gegensatz aller menschlichen Vorsicht darstellt . Ein Inneres sagt mir : Wie du den Sternen zusagst , - so sage der innern Stimme auch zu , der nicht umsonst ein so dringender Laut eingeboren , die fühlbar macht das Unversöhnliche einer fremden Handlung mit diesem heiteren Umgang der Natur . Nie könnte ich etwas tun , wo nicht mein eigner Geist ja dazu sagte , und nie sollten mich Folgen kränken , schienen sie auch noch so herbe , wären sie diesem Vertrauen in die innere Stimme entsprungen . - Denn Erdenschicksal ! - Was ist Erdenschicksal ? - Erhaben kann der Menschengeist nie genug handlen ! - Alles kleinliche Denken und Treiben ist weit größeres Elend , vergeudet viel edleres Gut , als mir je könnt aus Schicksalstücke geraubt werden . Aber groß handlen heißt nichts als die reine Gewissensstimme mit der Harmonie der Geister , der Sterne , der Natur einklingen lassen ; klingt sie nicht ein mit ihr , so kann ich nimmermehr mich zu ihr wenden , nicht den Mond mehr zur Rede stellen , nicht die Sterne , nicht die Nebel , nicht die Finsternisse mehr durchwandlen und mit Geistern flüchtig durch Wies ' und Fluren schweifen wie mit bekannten und vertrauten Mächten ; ich hab kein lebendig Gefühl mehr zu ihr , zur Natur . Bescheint mich die Sonne , so ist ' s nicht , weil sie ihren Geist auf mich richtet und meinem Durst den Kelch der Wahrheit von ihren Strahlen erfüllt darbietet , und überschau ich wie heute die frisch gefallne Schneedecke über die Weite hingebreitet , so kann sie mich nur traurig anglänzen , die das Licht der Sterne so rein in ihren diamantnen Flächen spiegelt ; und in meinem Geist , der von Gott gebildet ist , sein Bild aufzunehmen , ist dann dies Licht erblindet . Was soll ' s , ob Jugend oder Alter mein Leben genannt werde , wenn die Natur ihre Sprache mir lehrt , die Geduld nicht mit ihrem Jünger verliert , wenn alles von Tag zu Tag feuriger mich begeistert bis zum letzten Tag ! Welcher von denen , die mir Jugend absprechen , wird so elektrisch aufblühen , auf welchem Herd werden so hohe Flammen lodern , und wo wird des Lebens Fülle in hohen Wellen dahin sich ergießen als in meinem Lebensstrom ? - Lasse sie doch , die was wissen von Jugend , lasse die kalte Welt , die dich berechnet , kleinlich nach Jahren sagen , Du seist alt oder jung , - wer der Natur vertraut , der läßt von ihr sich umschmelzen , sooft und wie sie will . » Willst du was , « sagen die Sterne , » komm zu uns . « - Das gelobe ich ihnen . - Wo sollt ich mich auch sonst noch hinwenden ? - Wo sollt ich suchen ? - Keines Menschen Arm ist so zärtlich umfassend als der Sterne Geist , er umfaßt mich und Dich , denn wenn ich mich sammle innerlich , so hab ich Dich im Sinn . Was ich mit ihnen spreche , das hör ich nicht , ich les es auch nicht , es ist ihr Geflimmer , das wirkt mir ' s ein , und mit meinem Zutrauen versteh ich ' s ; - und wer könnt mir meinen Glauben nehmen ? - Und wenn einer