Mist stellend , in obige Worte ausbrach . Grüß Gott ! Grüß Gott ! Sie ist die Kathrine aus Thaldüren ! sagte Dankmar , die muntere Köchin erkennend . Das trifft sich ja gut und besser als gut ! Wie kommt Sie denn funfzig Stunden weit vom Harze her in die Küche hier vom Pelikan ? Aber Kathrine konnte sich nicht sammeln . Ihre Freude hatte noch nicht kräftigen Ausdruck genug gefunden . Besonders hing ihr Auge an dem Siegbert , der ihr freundlich die Hand bot . Musje Siegbert ! rief sie einmal über das Andere . Ach , was für Herren sind das geworden ! Gesehen hab ' ich Sie beide schon oft , wenn Sie hier vorbei gingen . Immer wollt ' ich Ihnen nachlaufen und rufen : Pst ! Pst ! Aber ich hatt ' s Herz nicht und da dacht ' ich : du sparst es dir einmal auf einen Sonntag Nachmittag auf , um sie lieber einmal ordentlich da zu besuchen , wo Sie wohnen ; denn ich weiß , wo Sie wohnen , in der Neustraße . Nicht wahr ? Das weißt du ? sagte Dankmar mit gutmüthigem Spott . Und Sonntags Nachmittags ? Sieh ! Sieh ! Gerade das ist die Stunde , wo wir immer ganz sicher zu treffen sind ! Das hätte sich ja nicht schöner machen können , Kathrine Bollweiler . Siegbert , den es rührte , eine Magd seiner Ältern hier anzutreffen , und der Dankmar ' s Spott nicht leiden mochte , fiel ihm in die Rede : Woher denn weißt du unsere Wohnung , Kathrine , und kommst nicht sogleich ? Das will ich Ihnen sagen ! antwortete Kathrine und stellte die Schüssel mit Salat vom Miste weg auf einen Strohhaufen , während die Hühner gackernd herbeiliefen und der große Hofhund an der Kette , der anfangs ganz allein die Fremden mit seinem fürchterlichen Bellen begrüßt hatte , sich endlich beruhigte : Mein Mann ist ja der Fuhrmann Peters aus Angerode , der alle Augenblicke einmal etwas bei Ihnen zu bestellen hat , und da hat er mir gleich , wie wir hierher zogen , gesagt , wo die Kinder meiner alten braven Herrschaft wohnen - aber man kommt so schwer ab . Abzugeben ? Wohnen ? fiel Dankmar hastig ein . Peters ? Wo steckt er denn ? Seinetwegen kommen wir ja hier in den Pelikan . Ich pass ' auf ihn jede Stunde ! fiel Kathrine ein . Wir sollten ihn schon heute Morgen von Schönau her erwarten , was immer seine letzte Station ist , aber es muß ihm etwas passirt sein .... Das will ich nicht hoffen ! polterte Dankmar . Ich erwarte , daß er mir einen großen Schrein bringt , der mir wichtig ist .... Weiß ich ja , sagte Kathrine pfiffig . Hat ' s mir ja geschrieben von Angerode . Aber das Wetter macht zu heiß . Da zieht sich ' s langsam im Sande . Die Gäule verschmachten und die Fliegen thun auch das Ihrige . Heute Abend kommt er aber noch ganz gewiß . Es schwant mir so . Weißt du was , Kathrine ? Wir warten hier die Erfüllung deines schwanenden Gemüthes ab . Kann man denn in diesem Pelikan ein Plätzchen finden , im Freien , ohne Stallgeruch , einen Trunk aus gutem Keller , einen Nachtimbiß aus deiner bewährten Küche ? Mir brenzelt ' s und prasselt ' s im Gemüth , seit ich dich sehe , wie von Eierkuchen und andern holden Jugenderinnerungen .... .... Hurtig ! Hurtig ! rief eine feine , sonderbar keuchende Stimme hinter ihnen . Sie wandten sich um und bemerkten eine dicke Figur , die sich inzwischen zu den Redenden gesellt hatte . Ohne Zweifel war dies der Wirth zum Pelikan . Der stattliche Herr war im leichtesten Sommernegligée . So fett , daß sein Schweiß , wie Falstaff sagt , die Erde spicken konnte , beförderte er auch in seiner Kleidung diesen heilsamen Einfluß auf die Fruchtbarkeit des Bodens , Hals und Brust offen , die Hemdärmel aufgestreift . Er schien unter dem hohen Stand des Thermometers schrecklich zu leiden . Keuchend und mit dünner Stimme sagte er : Hinter der Scheune ist ein Garten , meine Herren , und die Kegelbahn . Aber Wochentags kommt keine Gesellschaft . Wenn ' s Ihnen nicht zu still da ist und zu einsam ... Grade recht , wenn ' s still ist , fiel Dankmar ein . Und nun , Herr Wirth , Zauberwinke ! Herrscherbefehle ! Bier , Wein , Cotelettes , Salat .... Nein , Eierkuchen ! fiel Kathrine lachend ein . Eierkuchen , wie man ihn in Thaldüren backt . Eierkuchen , wie man ihn in Thaldüren backt ! riefen die Brüder fast im einstimmigen Ton . Der dicke Wirth lachte und wackelte voraus , ihnen das Gartenstacket zu zeigen . Kathrine hinterher voll seliger Freude . Sie war sauber und reinlich gekleidet ; die Haube , ihren verheiratheten Stand anzeigend , bedeckte das Gesicht einer noch recht schmucken Dreißigerin . In ihrer Zerstreuung nahm sie die Schüssel voll Salat mit in den Garten . Frau Peters , was soll denn der Salat wieder im Garten ? fragte der Wirth und lachte . Ach , ich bin ganz confus ! sagte Kathrine Peters und schlug sich vor die Stirn , indem sie nun wieder nicht wußte , sollte sie an den Brunnen oder in die Küche oder im Garten ihren jungen Pfarrerssöhnen aus Thaldüren einen Platz anweisen , der ihr der schönste schien . Geh sie nur in die Küche , Frau Peters ! Ich werde die Herren schon zurechtweisen ! Dies kräftige Wort des Wirths gab den Ausschlag . Gut , Gevatter ! sagte sie , nahm ihren Salat und kehrte in den Hof zurück . Eins , zwei , drei und Sie sollen prächtig bedient sein ! Durch einen kleinen Garten von Rasen , Gemüsebeeten und einigen Obstbäumen vom Pelikanwirthe geführt , fragte