Mann und diner sterb ich . Friedrich L. z. Hessen . « » Ich kann wegen affaires unmöglich mehr schreiben . « Nichts kann uns eine bessere Vorstellung geben von der Stimmung , welche im brandenburgischen Heere herrschte , zumal auch von der des Prinzen selbst , der nunmehr auf vierundzwanzig Stunden in die vorderste Linie trat . Am folgenden Tage , am » Tage von Fehrbellin « führte er die Avantgarde , hing sich mit dieser an die Schweden , brachte sie zum Stehen und wurde so die vorzüglichste Ursache zum Siege über dieselben . Verfuhr er anders , so entkam der Feind . Er selber hat über diese glänzende Aktion am Tage darauf ( 19. ) von Fehrbellin aus , abermals in einem Briefe an seine » Engelsdicke « berichtet . Der Brief lautet : » Allerlibste Frawe ! Ich sage nun E. L. hiermit , das ich gester morgen , mit einichen Tausent mann in die advanquart commandiret gewesen , auff des Feindtes contenance achtung zu haben , da ich denn des Morgens gegen 6 Uhr des Feindtes gantzer armé ansichtig wurde , der ich dann so nahe ging , das er sich muste in ein Scharmützel einlassen , dadurch ich ihn so lange aufhielte , bis mir J. Dl. der Churfürst mit seiner gantzen Cavallerie zu Hülfe kam . Sobalten ich des Churfürsten ankunft versichert war , war mir bang , ich möchte wider andere ordre bekommen , und fing ein hartes treffen mit meinen Vortruppen an , da mir denn Dörffling soforth mit einichen Regimentern secontirte . Da ging es recht lustig ein stundte 4 oder 5 zu , bis entlichen nach langem Gefechte die Feindte weichen musten , und verfolgten wir sie von Linum bis Fer-Berlin , und ist wohl nicht viel mehr gehört worden , daß eine formirte armee , mit einer starken infanterie und canonen so wohl versehen , von bloßer Cavallerie und tragonern ist geschlagen worden . Es hilte anfenglich sehr hart ; wie denn meine Vortruppen zum zweidten mahl braff gehetzet wurden , wie noch das anhaltische und mehr andere regimenter . Wie wir denn entlichen so vigoureusement drauff gingen , das uns der Feind le champ de battaglie malgré hat lassen , und sich in den passe Fer-Berlin retiriren muste , mit Verlust von mehr als 2000 Todten ohne die plessirten . Ich habe , ohne die zweitausend im Vortrupp commandirten , mehr als 6 oder 8 escatronen angeführet . Zuweilen must ich lauffen , zuweilen machte ich laufen , bin aber diesesmahl Gottlob ohn plessirt davongekommen . Auf schwedischer seiten ist gepliben der Obrist Adam Wachtmeister , Obr.-Liet. Malzan von General Dalwichens ( Regiment ) und wie sie sagen noch gar viele hohe officirer ; Dalwig ist durch die achsel geschosen , und sehr viele hart plessirt . Auf unser seiten wurde mir der ehrliche Obrist Mörner an der Seiten knall und falle todt geschossen , der ehrliche Frobenius todt mit einem stücke , kein schrit vom Kurfürsten . Strauß mit 5 Schossen plessirt ; Major Schlapperdorf blib diesen Morgen vor Ferberlin ; – es ging sehr hart zu ; da wir gegen die biquen Compani fechten musten , ich bin etzliche mahl ganz umringet gewesen , Gott hat mir doch allemahl wider drauss geholfen , und wehren alle unsere stücke und der Feld-Marschalk selbsten Verlohren gewesen , wenn ich nicht en personne sencundiret hette . Darüber denn der retliche Mörner blieb . Hetten wir unsere infanterie bey uns gehabt , solte kein mann von der gantzen armée davon gekommen sein , es ist jetzo eine solche schreckliche terreur panique unter der schwedischen Armee , das sie auch nur braff lauffen können . – – Nachdeme alles nun vorbey gewesen , haben wir auff der Walstett , da mehr als 1000 Todten umb uns lagen , gessen und uns braff lustig gemacht ; der Hertzog von Hannover wird nun schwerlich gedenken über die Elbe zu gehen , und ich halte davor , weilen die schweden nun so eine harte schlappe bekommen , er werdte sich eines besseren bedencken . Wangelin , der durch Uebergab von Ratenau viel daran schultig ist , dörffte grose Verantwortung haben , wo er nicht gar den Kopf lassen mus . Gegeben im Feldlager bei Fer-Berlin , den 19. Juni 1675 . « Dieser Brief ( an einer Stelle vielleicht lückenhaft ; es scheint ein Nachsatz zu fehlen ) , ist , wie der vorige , nicht nur bezeichnend für die Frische und Anspruchslosigkeit des Schreibers , er ist auch historisch wichtig , weil er die älteren Berichte über diese Schlacht , wie sie sich im Theatrum Europaeum , im Pufendorf usw. finden , bestätigt und die erst um die Mitte des vorigen Jahrhunderts auftretende Sage von Insubordination , kurfürstlichem Zorn und Kriegsgericht aufs evidenteste widerlegt . » Wir haben uns nachher recht lustig auf der Wahlstatt gemacht . « Diese Worte des Briefes passen schlecht zu einem angedrohten Kriegsgericht . Nicht Angeklagter , wohl aber Kläger scheint er später gewesen zu sein . Wenigstens finden wir in einem Briefe , den seine Schwägerin am 19. Oktober 1675 an den Grafen von Schwerin schreibt , folgende Stelle : » dem redlichen Landgrafen ist nicht eins gedankt , vor dem das er bei Fehrbellin gethan ; also geht es in der Welt , die Pferde , die den Haber verdienen , bekommen am wenigsten . « Alle diese Verstimmungen können aber nicht ernster Art gewesen sein . 1676 sehen wir den Prinzen aufs neue mit seinem kurfürstlichen Herrn im Felde , und nachdem er sich bei der Eroberung von Pommern an der Seite desselben abermals ausgezeichnet hat , erhält er von ihm die erledigten Wachtmeisterschen und Rheinschildschen Lehne als ein Geschenk . Der Verwaltung dieser aber ( ebenso wie der seines vielgeliebten » Amtes Neustadt « ) konnte er sich von da ab nicht mehr unterziehen . Zwei Jahre später schon , 1678 , fiel ihm , nach dem Ableben seines Bruders Wilhelm , die