der Mensch , der Johann , inzwischen stürbe ? Was würde die Welt dazu sagen ? « » Was würden Sie dazu sagen ? Das ist allein die Frage . Doch nichts anderes , als : dort droht ein unersetzlicher Verlust , hier kann ein Mensch sterben , für den der Tod eine Wohlthat ist . - Leben Sie wohl ! « » Habe ich Sie beleidigt ? « » Mich ? « » Sie raunen mir da eine entsetzliche Möglichkeit ins Ohr . « » Possen ! Phantasiestücke . - A propos , haben Sie Ihre kleine Apotheke arrangirt ? - Den Aether gebrauchen Sie , ich bitte nochmals , nur im äußersten Nothfall . « Er war an das Glasschränkchen getreten , und übersah die Etiketten der Gläser . » Ich werde noch Ihres Unterrichts in manchen Mixturen bedürfen . « » Nur mit keiner Sylbe gegen Jemand davon erwähnt . Doktor Mucius und die Andern wären im Stande einen Ausweisungsbefehl gegen mich zu erwirken . Die Herren Aerzte vertragen es nicht , wenn man in ihr Amt pfuscht . « Mit einem zweiten Händedruck hatte er die Thür erfasst , als Adelheids volltönende Stimme im Zimmer hinter dem Entree die Reichardtsche Komposition des Freudvoll und leidvoll , Gedankenvoll sein am Fortepiano sang . » Die Kleine singt recht hübsch . « » Reichardt ist zufrieden . Dusseck war neulich entzückt . « » Weil Sie gut zu essen geben - Und Ihr Wein vortrefflich ist . « » Lachen Sie nicht so abscheulich . « » Eine gute Figur . Sie könnte auch auf dem Theater ihr Glück machen . « » Pfui ! Darum hätte ich sie - « » Wie sie wollen . Aber sie genirt Sie doch wohl zuweilen . Nicht wahr ? Bekennen Sie es nur . « » Sie kann recht impertinent sein . « » Offenherzig ! Ich verdenke es ihr nicht . « » Hat sie ein Recht dazu ? « » Wird ihr nicht hundertfach gesagt , daß sie hier der Glanzpunkt ist ? Sie allein der Magnet , der die Leute in dies Haus zieht ? Sagen Sie es nicht selbst , Freundin ? Ich könnte mir ein Gewissen draus machen , sie zu Ihnen gebracht zu haben , wenn ich nicht wüsste , daß auch eine Philosophin zuweilen eine Narrenschule um sich braucht . « » Einige finden sie geistreich . « Jetzt hätte die Geheimräthin mehr Recht gehabt , sein Lächeln abscheulich zu nennen . » Es wird sich ja wohl bald für das geistreiche Mädchen eine gute Partie finden . « » Wer weiß ! Die jungen Leute sehen nach Geld . « » Der Herr Bovillard würde vielleicht auch nicht so toll verliebt sein , wenn er nicht an eine Mariage dächte , um seine Schulden zu bezahlen . « » Wie ! Sie denken , es ist sein Ernst - « » Wenn es Ihr Ernst ist , sie zur Erbin einzusetzen . « » Wer denkt daran ! « » Außer sehr vielen Adelheids Eltern , und sehr ernstlich . « » Impertinent ! Am Ende wünschen sie , daß ich noch bei meinen Lebzeiten meines Vermögens mich entäußere , um das aufgenommene Mädchen auszustatten . « » Solche Wünsche spricht man wenigstens nicht laut aus . « » O sie sollen sich getäuscht sehen . Ich will - « » Keinen Eklat , meine Freundin . Keine Affekte in solcher gleichgültigen Sache . Ihr Wille ist ja genug . Sie hatten also nie im Sinne , sie wirklich an Kindesstatt anzunehmen ? « » Und wenn ich einmal daran dachte - « » So sind Sie bei reiferer Ueberlegung von der Thörigkeit dieses Entschlusses überzeugt , und Sie sind die Frau , die in einer Aufwallung nichts ändert . Was braucht es denn mehr , die Sache ist zwischen uns - ich meine in Ihrem Geiste klar . Aber wozu das aussprechen . Ich würde es auch nicht merken lassen . Laß die Gimpel sich doch täuschen . Wozu gab Gott Jedem sein Maß Klugheit ? Warum sollen wir mit dem , was wir übrig haben , den Thoren beispringen . Und vielleicht verschafft der Glaube dem Mädchen doch eine gute Partie . Und ist es einmal soweit , dann springt auch nicht gleich Jeder darum ab . Das Point d ' Honneur ist eine Erfindung , um die Mittelmäßigen zu reguliren . Und giebt es nicht mariages d ' inclination ? Und - wer weiß , wie Sie das Mädchen auf andre Art wieder los werden ? Es fügt sich so manches . - Ich lache ordentlich , daß ich Ihnen darüber Instruktionen geben will . Lassen Sie sie freudvoll und leidvoll , unter Hangen und Bangen , ihrem Schicksal entgegen hüpfen . Wir haben doch wahrhaftig für anderes als dafür zu sorgen . « » Der abscheuliche junge Mensch will mir nicht aus dem Sinn , « sagte die Geheimräthin . » Er wird Sie bald nicht mehr beunruhigen , « entgegnete der Legationsrath , indem er ein versiegeltes Päckchen in den Schrank gelegt , den Schlüssel abgezogen , und ihn in die Hand der Geheimräthin gedrückt hatte : » Bewahren Sie ihn wohl . « » Was haben Sie hinein gethan ? « » Etwas , was Sie nur eröffnen dürfen nach meinem Tode . « Sie starrte ihn an . Er drückte ihre Finger an die Lippen : » Auch davon still , still ! Es ist nur mein Testament . « Sie presste krampfhaft ihre Hand auf seinen Arm : » Was haben Sie mir gesagt ? « » Daß ich einen festen Arm habe , einen sichern Blick , daß meine Kugel nie geirrt ; daß - das wilde Blut des Leidenschaftlichen nicht zielen kann , und - so gewiß Sie vor mir stehen , ich werde nicht fallen . Ich habe Ihnen noch mehr gesagt , mit kaltem ruhigem Blute werde ich ihn zu