Grüt hie und da öppe e Mönsch zGast het , öppe viel nit ; ih bi o dert gsy , un öppe viel het me mr nit anerbote , aber vier Roß hat der nicht über Nacht . Ds selbist han ih ume eis by mr gha , u selb het niemere bigehrt in e Stall z ' tue , ume öppe für e Stung oder e halbi . « Bald darauf hörten sie durch die nächtliche Stille Rädergerassel . » Das ist ihn « , hieß es . » Nein , es ist ihn nicht , man hörte ihn klepfen , er würde strenger fahren « , ward entgegnet , und während dem Werweisen noch lenkte er still und ohne Peitschenknall durchs Türli . » Es het gfehlt « , sagte die Mutter . Trübe und stille ward es in Liebiwyl , aber eine Innigkeit , eine stille Freundlichkeit verband die einzelnen Glieder der Familie wie noch nie . Wer hat es nicht schon erfahren , wie still und öde es in einem Hause wird , aus dem ein geliebtes Wesen zu Grabe getragen worden , wie leer und trüb den Zurückkehrenden vom traurigen Begleit das Leben scheint , allenthalben ihnen etwas fehlet , während sie um so inniger an einander sich schließen , in liebevoller Sorge um das Glied sich reihen , welches durch den Verlust am härtesten getroffen worden , die verlorne Liebe ihm zu ersetzen suchen . Wie überhaupt in allen Herzen die Liebe klarer und leuchtender aufbrennt , wie ja auch die Sonne nie heller scheinet als nach gewaltigen Gewittern . Das ist der Segen der wahren Liebe , daß in der Liebe selbst der Balsam liegt für die Wunden der Liebe . So lebten sie in stiller Freundlichkeit zu Liebiwyl , und jedes redete sanfter mit Resli , und jedes suchte es ihm zu zeigen , wie lieb es ihn hätte und alles für ihn tun möchte . Über die Sache selbst ward wenig oder nichts mehr geredet . Resli hatte natürlich erzählt , wie es ihm ergangen war , und die ganze Familie es tief empfunden , wie Resli behandelt worden ; die Jungen hatten sich hauptsächlich über Anne Mareili geärgert und Annelisi gesagt , so könnte es es doch Keinem machen , zu dem es nur einen Funken Liebe hätte . Die Alten aber schmerzte der Übermut des Vaters am meisten gegen eine Familie , deren er sich doch nicht zu schämen hätte ; am Meitschi dünke es sie nichts anders , es King syg emel geng ume es King , wüß doch mänge Alte mängisch nit , was er tue . Die Mutter deutete darauf hin , daß sie so etwas gefürchtet und gerne sich unterzogen hätte , aber tadeln tat Resli niemand ; die Sache war abgetan , und was nützt es , wenn hintendrein ein jedes sagt : So hätte ich es gemacht , und so hättest du es auch machen sollen ? Hintendrein ist gut reden , sagt das Sprüchwort , und die Erfahrung bestätigt es auch . Während vor der Tat guter Rat teuer ist , hat nach der Tat jedes Babi Steinkrätten voll und trägt sie einem nach dringt sie einem auf und zwar gratis . Es ist nichts ärgerlicher als dieses Ausbündeln von Weisheit , wo sie nichts mehr abträgt ; mit dem verschonte man Resli . Am meisten drückte es Änneli , daß die Hoffnung , eine Sohnsfrau zu erhalten , in ungewisse Ferne gerückt war ; es hätte so gerne die noch gesehen , die nach ihm schalten und walten sollte in diesem Hause . Aber zu etwas Neuem drängen , das mochte es den Sohn nicht ; ein solches Drängen zur Unzeit vergrößert nur den Widerstand , ist eine von den bittern Früchten der Liebe , die einem Menschen als Glück etwas aufdringen will , zu welchem derselbe weder Lust noch Liebe hat . Resli war darum auch so gerne bei der Mutter , die ihm von alten Zeiten brichtete , ihn bekannt machte mit vergangenen Sitten und den Vorgängen in der Familie , so weit hintern sie selbst etwas wußte . Wo das Ringen mit der Gegenwart den Menschen nicht mehr allein faßt , sein Herz sich losgemacht hat von den Dornen und Disteln des gemeinen Lebens , da denkt er an die Vergangenheit , kümmert sich um die Zukunft , sorget für das Los seiner Kinder , forschet nach denen , die ihn auf die Welt gestellt , ihm ein Dasein verschafft . Über der Menschheit tiefsten Niederungen , wo der Mensch beginnt , Vergangenheit und Zukunft in Beziehung auf sich und die Seinen ins Auge zu fassen , entsteht die Familie . Der Familie Schatzkästlein soll aber nicht sein das Verzeichnis der bloßen Namen der gestorbenen Familienglieder , soll nicht bloß enthalten die Sparpfennige der haushälterischen Ahnen , sondern dieses Schatzkästlein soll enthalten Sitten und Erlebnisse der Väter , zu Warnung und Weisheit der Kinder . An dieser Familiengeschichte sollen Kinder aufwachsen wie am Spalier der edle Fruchtbaum . Der Väter Sinn und Art , welche sie über das Gestrüpp erhoben , wird auf die Kinder übergehen . Dieses wird vergessen ; Namen oder Geld , am liebsten Namen und Geld , meint man , machen die Sache , das sind aber beides tote Dinge und erhalten sich nicht , ohne Seele sind sie ein Leib , der verfault , weil eben die Seele gewichen . Freilich schämt man sich zuweilen der Familiengeschichte , darf den Kindern sie nicht erzählen ; Torheit ! Wie treu und schön erzählt nicht das Alte Testament den Kindern Israels das Tun der Väter Israels , beides , zum Vorbilde und zur Warnung ! In sich trug Resli ein Leben , welches er der Mutter Auge , so innig er sie liebte , nicht erschloß ; es war das Leben seiner Liebe , seine versunkene Liebeszeit . Eine solche versunkene Liebeszeit gleicht den Sagen von versunkenen goldenen Zeiten und Ländern , mit dem Unterschiede