demonstrativ zu uns herangeschlingert und schmetterte uns an : » Wir sind das Komitee zur Errichtung des Winnetoudenkmals . Was wir beschließen , das geschieht . Die Figur kommt hinauf , hinauf , hinauf ! « Er fuchtelte dabei mit den Armen , grad vor Schahko Mattos Pferd . Dieser gab schnellen Schenkeldruck , ritt ihn über den Haufen und antwortete : » Wirklich ? Ihr seid das Komitee ? So setzen wir euch ab und wählen ein anderes ! « » Ja , ein anderes , ein anderes ! « riefen die Unterhäuptlinge , während Mr. Antonius Paper sich vom Boden aufraffte und hinter den andern Mitgliedern des Komitees Schutz suchte . Da kam dem ersten Vorsitzenden , Professor Bell , eine Ahnung , daß es mit ihrem Vorhaben denn doch nicht so sicher stehe , wie er bisher angenommen hatte , und daß der jetzige Augenblick vielleicht wohl gar der entscheidende sei . Er tat einige Schritte zu mir herbei und fragte : » Welcher Meinung seid denn Ihr , Mr. Shatterhand ? Ich bitte Euch , mir das zu sagen ! « » O , auf das , was ich denke , kommt es hier doch gar nicht an , « antwortete ich . » Das ist nicht wahr ! « entgegnete er . » Ich bin überzeugt , daß man tun wird , was Ihr vorschlagt . Darum ersuche ich Euch , mir zu sagen : Was schlagt Ihr vor ? « » Dazu ist jetzt wohl nicht die richtige Zeit und hier auch nicht der richtige Platz . Ich kenne überhaupt den mir angewiesenen Platz noch nicht . Ich kann also erst dann sprechen , wenn ich meine Nummermarke habe . Vielleicht hat euer Schriftführer die Güte , sie mir nach meiner jetzigen Wohnung zuzustellen . « Hierauf ritt ich davon . Die anderen folgten sogleich . In der Oberstadt angekommen , gab es nur noch eine kurze Beratung . Wir alle waren der Ansicht , daß nichts geschehen konnte , bevor wir mit Old Surehand und Apanatschka gesprochen hatten . Das war also abzuwarten . Hierauf verabschiedeten wir uns von den Häuptlingen und ritten nach den Zelten der Siouxfrauen , um unsere Freundinnen , die beiden Aschtas , für heute Abend zu uns einzuladen . Sie sagten freudig zu . Dann kehrten wir nach dem » Schlosse « zurück , übergaben dort unsere Pferde und stiegen durch den Wald zu Fuß nach dem Wachtturm hinauf , um den » jungen Adler « aufzusuchen und für den Abend auch mit einzuladen . Es waren mehrere Indianer und Indianerinnen bei ihm , die er mit leichten Zimmer- und Flechtarbeiten beschäftigte , warum und wozu , das fragte ich nicht . Tatellah-Satah war heut nicht mehr zu sehen . Er hielt es für richtig , mich ganz mein eigener Herr sein zu lassen , wie auch ich mir vorgenommen hatte , ihn nicht eher aufzusuchen , als bis es nötig war . So blieben wir am Abend mit unsern drei lieben Gästen allein und beobachteten mit stiller Freude , in wie unendlich zarter Weise die Herzen der jungen Leute sich einander mehr und mehr näherten . Ich hatte es für möglich gehalten , daß Old Surehand und Apanatschka sich noch heut am Abend bei mir einstellen würden . Das geschah aber nicht . Dafür aber fand ich , als ich am andern Morgen aufstand , einen Boten von ihnen vor . Sie ließen mir sagen , daß ich wohl wüßte , wie sehr sie mich liebten und achteten , und wie sehr sie sich freuten , mich wiederzusehen ; aber es sei ihnen unmöglich , mich in der Wohnung ihres Feindes Tatellah-Satah aufzusuchen . Ich hätte zu entscheiden zwischen ihnen und ihm ein Drittes gebe es nicht . Uebrigens seien sie , falls ich zu ihnen nach der Unterstadt komme , zu jeder Zeit für mich zu sprechen . Abbitte zu leisten , liege kein Grund vor , da es für ihre Söhne unmöglich gewesen sei , mich auf dem » Schlosse « aufzusuchen . Es fiel mir nicht ein , mir diese Botschaft zu Herzen zu nehmen . Es wirkten da jedenfalls Dinge , die ich nicht kannte , und auch nicht kennen zu lernen nötig hatte . Es gab hier nur eines zu beachten , nämlich : Wer nicht will , der muß ! Und heut früh hatte ich am allerwenigsten Lust und Zeit , mich mit persönlichen Streitfragen zu befassen . Ich mußte nach dem » Tal der Höhle « , um topographisch orientiert zu sein , wenn die Feinde kamen , sich dort zu verstecken . Intschu-inta , unser riesiger » Diener « , stand mit seiner Leibgarde schon seit dem Morgengrauen bereit , uns dorthin zu begleiten . Er hatte für alles gesorgt , für Speise und Trank , für Lichter , Fackeln , Stricke , Haken und alle möglichen anderen Gegenstände , deren wir bedurften , um die Höhle so , wie es notwendig war , kennen zu lernen . Sie hatte für mich eine ungewöhnliche Wichtigkeit . Es wäre mir wohl schwer geworden , bestimmte , klare Gründe hierfür anzugeben . Es handelte sich dabei mehr um eine Ahnung als um ein bestimmtes , sicheres Wissen . Aber seit ich gesehen hatte , wie plötzlich der Schleierfall in der Erde verschwand , und seit ich wußte , daß die unterirdische Höhle bis nahe an diesen Fall heranreichte , war es mir , als ob sie in unsern hiesigen Erlebnissen eine nicht ganz unbedeutende Rolle spielen werde . Zum besseren Verständnis dessen , was nun kommt , erinnere ich an die berühmte Mammuthöhle in Kentucky in den Vereinigten Staaten , die mit ihren Seitenhöhlen eine Länge von über dreihundert Kilometern besitzt . Ihr Hauptgang erstreckt sich unter der Erde sechzehn Kilometer weit . Es gibt da unzählige Schächte , Stollen , Gänge , Schluchten , Hallen , Stuben , Säle , Grotten , Dome , Teiche , Seen , Bäche ,