nennen oder auch böten . Und wo das alles herstammt ... Dubslav , Dubslav ... Warum bist du nicht bei den grünen Tropfen geblieben und bei Sponholz ? Seine Frau war eine Pfarrerstochter aus Kuhdorf . « » Hat ihr auch nichts geholfen . Und nu sitzt sie mit ihm in Pfäffers , einem Schweizer Badeort , und da schmoren sie gemeinschaftlich in einem Backofen . Er hat es mir selbst erzählt , daß es ein Backofen is . « Der erste Tag war immerhin ganz leidlich verlaufen . Adelheid erzählte von Fix , von der Schmargendorf und der Schimonski und zuletzt auch von Maurermeister Lebenius in Berlin , der in Wutz eine Ferienkolonie gründen wolle . » Gott , wir kriegen dann soviel armes Volk in unsern Ort und noch dazu lauter Berliner Bälge mit Plieraugen . Aber die grünen Wiesen sollen ja gut dafür sein , und unser See soll Jod haben , freilich wenig , aber doch so , daß man ' s noch gerade finden kann . « Adelheid sprach in einem fort , derart , daß Dubslav kaum zu Wort kommen konnte . Gelang es ihm aber , so fuhr sie rasch dazwischen , trotzdem sie beständig versicherte , daß sie gekommen sei , ihn zu pflegen , und nur wenn er auf Woldemar das Gespräch brachte , hörte sie mit einiger Aufmerksamkeit zu . Freilich , die italienischen Reisemitteilungen als solche waren ihr langweilig , und nur bei Nennung bestimmter Namen , unter denen » Tintoretto « und » Santa Maria Novella « obenan standen , erheiterte sie sich sichtlich . Ja , sie kicherte dabei fast so vergnügt wie die Schmargendorf . Ein wirkliches , nicht ganz flüchtiges Interesse ( wenn auch freilich kein freundliches ) zeigte sie nur , wenn Dubslav von der jungen Frau sprach und hinzusetzte : » Sie hat so was Unberührtes . « » Nu ja , nu ja . Das liegt aber doch zurück . « » Wer keusch ist , bleibt keusch . « » Meinst du das ernsthaft ? « » Natürlich mein ich es ernsthaft . Über solche Dinge spaß ich überhaupt nicht . « Und nun lachte Adelheid herzlich und sagte : » Dubslav , was hast du nur wieder für Bücher gelesen ? Denn aus dir selbst kannst du doch so was nicht haben . Und von deinem Pastor Lorenzen auch nicht . Der wird ja wohl nächstens ' ne freie Gemeinde gründen . « So war der erste Tag dahingegangen . Alles in allem , trotz kleiner Ärgerlichkeiten , unterhaltlich genug für den Alten , der , unter seiner Einsamkeit leidend , meist froh war , irgendeinen Plauderer zu finden , auch wenn dieser im übrigen nicht gerade der richtige war . Aber das alles dauerte nicht lange . Die Schwester wurde von Tag zu Tag rechthaberischer und herrischer und griff unter der Vorgabe , » daß ihr Bruder anders verpflegt werden müsse « , in alles ein , auch in Dinge , die mit der Verpflegung gar nichts zu tun hatten . Vor allem wollte sie ihm den Katzenpfötchentee wegdisputieren , und wenn abends die kleine Meißener Kanne kam , gab es jedesmal einen erregten Disput über die Buschen und ihre Hexenkünste . So waren denn noch keine acht Tage um , als es für Dubslav feststand , daß Adelheid wieder fortmüsse . Zugleich sann er nach , wie das wohl am besten zu machen sei . Das war aber keine ganz leichte Sache , da die » Kündigung « notwendig von ihr ausgehen mußte . Sowenig er sich aus ihr machte , so war er doch zu sehr Mann der Form und einer feineren Gastlichkeit , als daß er ' s zuwege gebracht hätte , seinerseits auf Abreise zu dringen . Es war um die vierte Stunde , das Wetter schön , aber auch frisch . Adelheid hing sich ihren Pelzkragen um , ein altes Familienerbstück , und ging zu Krippenstapel , um sich seine Bienenstöcke zeigen zu lassen . Sie hoffte bei der Gelegenheit auch was über den Pastor zu hören , weil sie davon ausging , daß ein Lehrer immer über den Prediger und der Prediger immer über den Lehrer zu klagen hat . Jedes Landfräulein denkt so . Die Bienen nahm sie so mit in den Kauf . Es begann zu dunkeln , und als die Domina schließlich aus dem Herrenhause fort war , war das eine freie Stunde für Dubslav , der nun nicht länger säumen mochte , seine Mine zu legen . » Engelke « , sagte er , » du könntest in die Küche gehn und die Marie zur Buschen schicken . Die Marie weiß ja Bescheid da . Und da kann sie denn der alten Hexe sagen , lütt Agnes solle heut abend mit heraufkommen und hier schlafen und immer dasein , wenn ich was brauche . « Engelke stand verlegen da . » Nu , was hast du ? Bist du dagegen ? « » Nein , gnäd ' ger Herr , dagegen bin ich wohl eigentlich nich . Aber ich schlafe doch auch nebenan , und dann is es ja , wie wenn ich für gar nichts mehr da wär und fast so gut wie schon abgesetzt . Und das Kind kann doch auch nich all das , was nötig is ; Agnes is ja doch noch ' ne lütte Krabb . « » Ja , das is sie . Und du sollst auch in der andern Stube bleiben und alles tun wie vorher . Aber trotzdem , die Agnes soll kommen . Ich brauche das Kind . Und du wirst auch bald sehn , warum . « Und so kam denn auch Agnes , aber erst sehr spät , als sich Adelheid schon zurückgezogen hatte , dabei nicht ahnend , welche Ränke mittlerweile gegen sie gesponnen waren . Auf diese Verheimlichung kam es aber gerade an . Dubslav hatte sich nämlich wie Franz Moor - an den er sonst