, die keusche Firne Der Bergjungfrauen , sie sprüht In rosigem Licht . Eisbrünne bricht , Brunhilds Schneebusen erglüht . Das ist die Sonne , die so mit Wonne Die Seele des Weltalls schwellt . Aus Nacht und Sorgen ist jeder Morgen Eine Auferstehung der Welt . Am Falkenhorst . Heil , Freya , falkenäugiger Schwan ! Dich flieht der Selbstsucht Pfau ! Dich flieht der pfäffische Cormoran . Bitt für uns , unsre liebe Frau ! Du Falk von echter Isländischer Zucht Aus der Freiheit Heim im Nord , Du Göttin reiner Liebe , Dich sucht Meine Sehnsucht fort und fort . Mit bestem Gruß Ihr Rother der Schwachmatikus . Nachdem die Briefe convertirt und zum Absenden dem Wirth übergeben , wobei er lachte und scherzte , raffte Rother sich zusammen zum letzten Entschluß . - - Der Erde schläfert leise und die Seele sucht Ruhe , Ruhe . Der müden Sonne fallen die Augen zu . Was rollt die Erde ohne Ende durch das rollende Aethermeer ? Nur den wiegt feste Ruhe , wer unter der Erde ruht . Es pocht , es pocht ans Fenster . Ist es der Regen , der leise niederraschelt ins Farrenkraut ? Wuchtig und langsam schlägt ein schwerer Tropfen aufs Fensterbrett , eintönig wie eine sich langsam reibende Feile . Was pocht , was pocht und hämmert da draußen und hier drinnen im Herzen ? Wird da ein Sarg gezimmert , ein Sarg der sterbenden Liebe ? Was pochst Du , Herz so wild und laut , Du nimmermüde Uhr ? Dein Zeiger weist , Dein Pendel tickt Dem Tod entgegen nur . Einsam , einsam ! Sind alle Wege verschneit , schleicht ein frostiges Verderben umher und mäht die märzlichen Keime ? Die Flocken fallen , fallen . Durch die Seele geht bleicher Tod , ein schneeiges Bahrtuch deckt die jungen Blüthen . Ihm war , als wolle seine Seele hindämmern ins dunkle Reich der Schatten , wo träumerischer Friede auf Asphodeloswiesen blüht . Der Puls der Zeit steht still , steht still . Ein Heimweh nach dem Nichts säuselt im Abendwind räthselvoll durch alle Wipfel . Zum Sterben müde stehn die alten Bäume . Wie Träume spinnen sich Nebel , vom See aufsteigend , um ihr Haupt . Ueber der Sonne purpurnen Talar gleitet der Hermelin der Nacht . O dürfte so die Welt mit eins in Nacht versinken und ihn nie mehr leeren , den bittern Sonnenkelch der Lebewesen ! Ein tödtliches Gelüsten berauschte ihn mehr und mehr . Der buhlerische Frühlingsstrahl lockte ihn hinab in die Tiefe , wo kein Winter stirbt und kein Frühling erwacht . In übernächtigem Frost erstarrte der Quell der Thränen und die Hoffnung läßt sich nicht mehr narren . Vorbei , vorbei ! Langsam und bedächtig erhob sich Rother auf seinem Lager und langte nach der Flasche mit Karbolsäure . Er öffnete den Stöpsel und roch daran . Der unangenehme Geruch flößte ihm Ekel ein . Er schüttelte sich . Dann roch er widerholt , um sich daran zu gewöhnen , damit nicht der Geruch ihn beim Trinken zum Vomieren veranlasse . Seiner Willenskraft gelang es . Jetzt setzte er die Flasche an den Mund - - Wie dem Ertrinkenden , gaukelten ihm tausend Bilder vor Augen . Was ihm je geraubt , was in unerbittlichem Morden sein Leben ihm hingeschlachtet , - es hob sein träumerisches Haupt . Er wagte kaum zu athmen , in ahnungsvoller Todeswonne . Ein Geist geht um von Baum zu Baum und der Nachtthau schwebt leis hernieder . Ist ' s Dein Geist , die fern von mir ? Nein , ich kann es nimmermehr vergessen , daß ich Dich geliebt . Ob die Leichensteine belasten mein müdes Haupt und alle Särge springen und ob das All zerbirst wie Glas , - dies Eine werde ich nie vergessen , nicht in Leben und Tod . Er blickte auf ihr Bild , das er stets auf dem Herzen barg wie ein köstlich Geheimniß . Was ihn einst durchflammt , es zuckte nicht mehr aus der Asche . Das Mondlicht thaut vom Himmel , die Sterne neigen sich nieder - doch nie strahlt die versunkene Welt im Flammengrabe des Herzens . Hinüber , hinüber ! Der Hauch gestorbener Liebe betäubt das traummüde Hirn und zu einer ewigen Liebe jenseits der Erde dichtet es sich hinüber , hinüber . Er trank . Dritter Band . Grand parmi les petits , libre chez les serviles , Si le génie expire , il a bien mérité . Lamartine . » Sie haben mir noch einen Poeten , den X , gebracht . Den habe ich weggeworfen . « » Majestät , den werf ' ich auch weg ! « Friedrich der Große , Gespräch mit Gellert . Vor Schelmen , die den Mantel der Gerechtigkeit gebrauchen , vor denen kann sich kein Mensch hüten . Die sind ärger als die ärgsten Spitzbuben und verdienen doppelte Bestrafung . Friedrich der Große . Die Gründer des Christenthums , diese Nachfolger der jüdischen Propheten , weisen alle auf das Ende der Welt hin ; und sonderbar , mit diesem Hinweis reformiren sie die Welt . Renan , Geschichte des Volkes Israel . Neuntes Buch . I. Den Goldfischteich bestreuten dicht die pfirsichfarbenen Blüthen der Kastanienbäume , welche ihr dunkelgrünes Haupt beschaulich in dem schmutzigen Wasser spiegelten , das mit Laich punktirt aussah , als habe sich ein Mückenschwarm wie ein Schleier darauf geklebt . Der ganze Thiergarten troff noch von dem erquickenden Regen , gleichsam durchsaugt von fruchtbarer Feuchtigkeit . Und jetzt sickerte das Sonnenlicht überall durch , bis der Wald von eitel Licht getränkt und von glänzendem Goldstaubregen zu riefen schien . Die Dämmerung wandelte sacht heran und könte dies goldgrüne Sommergewand der Natur zu stilleren sanfteren Farben ab . Die zackigen Firste um den Ziethenplatz her hoben sich dunkel in den lichten Horizont , welchen fern nach Nordwesten ein schwüler brenzeliger Schein umwob . Ein Sternlein blinkte am Himmel wie eine schläfrige Nachtkerze