, nichts , sagte der Junge , es sei Steuer an den Hagel , wie das so der Brauch sei unter rechten Leuten von je . » Aber Junge , wenn dein Vater sein Korn so billig verkauft , was erbst du dann ? « frug Joggeli hämisch . » Gottes Segen , sagt die Mutter « , antwortete der Junge . » Ja , « sagte Joggeli , » aber damit hat man nicht gegessen , und nur mit dem kriegst du keine reiche Frau . Wenn mein Vater so gewirtschaftet hätte , es hätte mir angst gemacht . « » Glaubs , « sagte der Junge , » Ihr und der Vater werdet darnach gewesen sein , mir aber macht es nicht angst ; habe noch nie gesehen , daß der Vater was Unrechtes getan , und wenn er auch alles weggibt , so ist es seine Sache und nicht meine . Und wenn ich schon nichts erbe , so hat der Vater uns so erzogen , daß wir uns was erwerben können , und nicht zu Tagdieben und um von seiner Sache zu schmarotzen und sie zu verbrauchen . « Das kam Joggeli in die Nase , er kehrte sich , steckelte ins Stöcklein und machte die Türe zu . Ulis ruhigere Gemütsweise , sein milderes Wesen , welches nicht immer erhitzt war zu Feuer und Flammen im Jagen nach einem unerreichbaren Ziele , einem Wagen gleich , den man ohne Roß und ohne Schmiere dahintreibt , hatte einen wohltätigen Einfluß auf die Arbeiter und das Gesinde . Das , selbe schaffte williger , schickte sich in die Lage , und der Eine oder der Andere sagte : Es sei kurios , er habe geglaubt , erst jetzt hätten sie es recht bös , das sei aber nicht , es sei ein viel besser Dabeisein als vor Hagel und Krankheit . Der Junge wußte nicht , daß für das Dabeisein es viel mehr ankömmt auf die Stimmung im Gemüte als auf das Schmalz im Gemüse . Diese Ruhe muß sein , wenn die notwendige Besonnenheit , welche alleine den Sturm der Umstände siegreich bestehen kann , sich entwickeln soll . Napoleons großer Heldenmut bestund bekanntlich eben in diesem besonnenen Zusammenziehen seiner Kräfte , vermittelst welchem er nirgendwo unnütze Kräfte liegen hatte , sondern alle schlagfertig unter Augen , nicht bloß um Angriffen zu begegnen , sondern am geeignetsten Punkte durch rasches Durchfahren sich Luft zu machen . Gelehrte , Schulmeister und andere Züchtlinge der modernen Schule werden diese Vergleichung sehr ab Ort finden , denn Krieg und ein Hauswesen , Napoleon und ein Uli scheinen weit außerhalb dem Kreise möglicher Vergleichungen . Wir bemerken einfach , daß nicht bloß jeder Christ ein Kriegsmann sein soll , sondern daß jeder Hausvater einer sein muß , er mag wollen oder nicht , daß die Welt ringsum auf ihn schaut Tag für Tag und daß er gegen diese Welt , bestehend aus Umständen und Persönlichkeiten , stehen muß , wenn er nicht zu Boden getreten sein will , daß er ihr abstreiten muß , was er sein nennen will . Die erlaubten Streitweisen , das wahre Kriegsrecht findet sich in Gottes Gebot und nicht in ochsenhaften Gelüsten . Wahre Grundsäue müssen aber wahr sein , im Kleinen und Großen sich bewähren . Daher meinen wir , Napoleons Kriegsgrundsätze , mit welchen er die halbe Welt bezwang , dann der halben Welt standhielt , bis die Übermacht ihn ohnmächtig machte , seien von jedem Hausvater zu brauchen , der eine Ziege und drei Hühner hat . Es liegt eine so wunderbare Einfachheit darin , daß sicher so mancher Holzhacker wunderbare Triumphe über die Welt feiern würde , wenn er sich die Mühe nehmen täte , dieselben sich zu eigen zu machen . Daß aber menschliche Berechnung und die kaltblütigste Besonnenheit ihre Schranken haben und daß nicht ein Mensch es ist , sondern ein ganz Anderer , der sagt : Bis hieher und nicht weiter , das hat niemand wiederum besser erfahren als eben der Napoleon . Die Anwendung aller in ihm liegenden Kräfte und die Bestimmung der Richtung dieser Anwendung liegen am Menschen , den Ausgang aber bestimmt Gott . Das sind große Worte für kleine Dinge , aber die kleinsten Dinge sind für den , welcher nicht größere erlebt , groß genug , um mit den größten Worten sie auszudrücken , und die Zahl derer , welche nur sogenannte kleine Dinge erleben , ist unendlich größer als die Zahl der Herkulesse , Alexander und Napoleon . Daher wird dem Volksschriftsteller , welcher nicht für große Helden , nicht einmal für eidgenössische schreibt , erlaubt sein , das sogenannte Kleine , aber den Weisen das Wichtigste , auch mit den gewichtigsten Worten darzustellen , welche ihm zu Gebote stehen . Zweiundzwanzigstes Kapitel Uli erlebt ein Abenteuer Uli zählte seine Kühe , maß sein Heu und musterte seine Pferde , übersah sein Stroh und was sonst in Speicher und Keller , Gänterli und Kammern war , hielt Kriegsrat mit Vreneli und entwarf mit ihm Operationspläne . Da der Wirt nie Geld hatte , sein Papier einzulösen , die Düngungsmittel fehlten , das Futter knapp zugemessen war , weil das zweite Gras ganz oder doch ziemlich gefehlt , so ward angemessen gefunden , den Viehstand zu beschränken , Schafe und Kühe , welche eben nicht besondere Nutzung gaben , zu veräußern . Uli tat es ungern , er hatte auserlesenes Vieh im Stalle , wußte wohl , daß zu wenig Vieh dem Hof schade und was die Leute dazu sagen würden . Indessen muß man sich eben nach der Decke strecken , und dem Hofe glaubte er so wohl getan zu haben , daß der jetzt um eines bösen Jahres willen ihm auch dankbar sein könne . Landmann und Land müssen gegenseitig sich aushelfen , und ist der Landmann treu , läßt das Land sich nie beschämen , läßt seinen Meister nie im Stich . Indessen scheute Uli sich doch , trotz seines