Dank damit verdienen werde ; doch von Dank will ich auch nicht leben . Meine Speise ist die Wahrheit , die ungeschminkte . Sie ist aber auch mein Wimpel , an dem die Hoffnung flattert , frisch und kräftig in die blaue Luft der Zukunft hinein . Auf meine Gegenwart will ich keine Actie nehmen , ich fürchtete baldigen Bankerott , auf die Zukunft aber , so viel man will ; auf sie basire ich das Glück von Völkern und Ländern . Und diese Zukunft ist licht in meinem Buche , wie in meiner Seele , wenn auch sonst schwarze Wetterwolken drin blitzen und donnern . Den Gehäbigen werden meine Charaktere nicht gefallen . Die etwas radicale Menschennatur , die heut zu Tage in Vanillenthee , Himbeereis und Bonbons zu Grunde gegangen ist , wird den guten Leuten viel zu schaffen machen . Sollten sie Choleraschmerzen darüber bekommen , so bitte ich , sie mögen nicht mich , sondern ihre schwache , verdorbene Constitution deshalb anklagen . Mir verursacht die Natur , und wenn sie auch grotesk sich zeigt , keine Indigestionen , nur die geschminkte widert mich an . Meine Charaktere aber , wie sie in Mardochai , Gleichmuth , Casimir , Friedrich , Steinhuder , Bardeloh , Lucie , Rosalie etc. zu Tage liegen , tragen keine Schminke . Sie sind Menschen , wie sie aus der Verworrenheit gegenwärtiger Zustände , sobald man diese concentrirt , von selbst hervorwachsen . Auf den Kreuzwegen und Straßen freilich laufen sie uns nicht in die Arme , in der mit der Aeußerlichkeit der perfiden Gewohnheitssitte grollenden Stille des Hauses aber begegnen sie dem Forscher . Mir wenigstens sind sie begegnet ; denn ich habe nur porträtirt ; versteht sich , mit Benutzung der Licenzen , ohne welche sich nun einmal Charaktere nicht wol anschaulich zeichnen lassen . Man sei deshalb nicht böse , und zürne , fühlt man sich überhaupt dazu berufen , mit der Welt , nicht mit mir . Ich würde bei solchem Zorne schweigen . Nachdenken und Anschauung von Welt und Zeit , und ein gewagter kecker Blick in die Zukunft haben mich die Feder eintauchen lassen . Die Eitelkeit hat keinen Theil daran . Wer mein Buch als Kunstwerk auffaßt , geräth in die Brüche . Ich habe ein Bild großer Lebensschmerzen , kein Kunstwerk schreiben wollen . - Sollten diese Mittheilungen Freunde finden , nicht solche , die gerne sich in süße Träume wiegen lassen auf den rhythmischen Wellen anmuthig geschürzter Perioden , sondern solcher , welche aufzuwachen geneigt sind , so werde ich seiner Zeit die Fortsetzung derselben folgen lassen . Dann verlege ich die Scene an den Missisippi , und dort , unter dem Schirm der sternbesaten Flagge , wird jeder Zwiespalt vollends ausgeglichen werden , falls die von mir beabsichtigte Versöhnung am Ende dieser Bände vielleicht noch nicht mit vollem lichten Strahl aus Schmerz und Leidenschaft sich erhoben haben sollte . - Dies heut mein Abschiedsgruß an die Leser , wobei wir uns , denk ' ich , von Herzen die Hände drücken . Leipzig , im September 1837 .