Johannes in der Schule hieß , von der keiner es erwartet , erhielt einmütig den Preis ; keiner hatte das Silbenmaß so vollkommen beobachtet . Mit Weinen nahm sie den Preis an , der von allen beneidet wurde - es war der Preis ihrer Seele . Nach diesen Szenen bat der kleine Johannes seinen Vater , er möchte doch mit ihm herausgehen , ihm sei nicht wohl : der Vater erfüllte seine Bitte , ließ ihm etwas Wein reichen , und kam mit ihm zurück . Das Stück ging seinen Gang fort , den wir nur ganz kurz berühren wollen : Als Johanna in der Schule weit heraufgekommen , entwickelt sich ihr Stolz und ihre Eitelkeit immer mehr ; sie hat kraft dieser Antriebe auch wirklich so viel gelernt , daß sie ohne ihren Lehrer allen überlegen ist , und jetzt will sie sich auch von seiner lästigen Oberherrschaft frei machen . Spiegelglanz , der das bemerkt , entdeckt ihr nun , was sie bisher in der Absonderung ihres Lebens nicht gewußt hat : daß sie ein Weib sei ; mache er dies bekannt , so werde sie schimpflich aus der Schule verstoßen ; sie muß sich ihm ganz ergeben , der sie jetzt nicht bloß zu seiner Ehre , sondern auch zum künftigen Genusse aufzieht . Sie gehen zusammen nach Athen , wo mancherlei Abenteuer sich ereignen , endlich auch nach Rom , wo sie alles mit ihren Lehren in Staunen versetzt , und das Ziel ihrer Wünsche , den päpstlichen Stuhl besteigt . Jetzt meint der Teufel alles gewonnen , aber er verspielt durch seinen eignen Diener Spiegelglanz , der jetzt , wo Johanna in Ruhm und Glanz stolziert , sie zu seinem wollüstigen Willen leicht beredet . Sie weiß nichts davon , daß sie ein Kind trage , aber ein Besessener verkündet es ihr ; in großer Herzensangst betet sie zur Mutter Maria und diese schickt ihr einen Engel : mit dem Troste , wenn sie durch den Schimpf einer öffentlichen Geburt ihren Stolz abbüßen würde , so sollte sie so wie ihr Kind gleich sterben , aber der ewigen Verdammnis entgehen . Sie ergibt sich darein ; vergebens warnt sie Spiegelglanz , sie könne es leicht verbergen ; sie will beschimpft sein ; sie geht in feierlicher Prozession bei dem Kolisseum vorüber , und wird von einem Kinde entbunden ; der Teufel dreht ihr und dem Kinde aus Ärger den Hals um . Ein wahrer Papst wird hierauf mit mehr Vorsicht gewählt . Jedermann wird eingestehen , daß es eine italienische und besondere sizilische Naivität fordert , um solch ein Stück öffentlich in einem Kloster zu geben ; die Gräfin war nicht sehr zufrieden damit , es hatte eine schmerzliche Saite in ihr berührt , den Grafen an seinen lieben Traugott wieder erinnert , und erregte eine Menge neugieriger Fragen der Kinder . Während sich alle zur Abfahrt anschickten , zog der kleine Johannes den Vater wieder beiseite , und dieser führte ihn in den Garten , weil er glaubte , daß er irgend eine körperliche Beschwerde habe ; hier verfiel aber das Kind in ein fürchterliches Weinen und Schluchzen , das es nicht zu Worte kommen ließ . Endlich zog der Kleine ein paar Tüten heraus , und übergab sie dem verwunderten Vater , der darin Kaffeebohnen und Zucker entdeckte . Als die ersten gebrochenen Worte erlöst waren , da wurde der Zusammenhang dieser Geschichte bald klar . Brülar hatte den Kleinen überredet , er sei zu einer großen Tat bestimmt , und von seinen Eltern nicht geliebt , ihm müsse er folgen ; er liebe ihn allein , er wisse allein seinen Mut ; er wolle mit ihm aus Sizilien fliehen . Während der Komödie solle er sich hinausschleichen , er werde seiner vor dem Kloster warten . Wirklich hatte der Kleine sich mit dem Bedürfnisse , das ihm am wohlschmeckendsten , versehen , und so glaubte er sich reisefertig ; doch in dem Spiegelglanz glaubte er plötzlich ein wahres Abbild von Brülar zu erkennen ; er fing ihn an zu fürchten und zu hassen , und hatte endlich in dem Bekenntnisse der Päpstin eine himmlische Weisung geglaubt , alles dem Vater zu bekennen . - Der Graf hatte Verstand genug , die Sache gegen das Kind nicht mit Härte zu beurteilen ; vielmehr drückte er ihn zärtlich an sich wie einen verlornen Sohn , und gebot ihm nur den Abend sich zu beruhigen , morgen solle alles mit der Mutter ausgeglichen werden , zu der er ihn , nachdem er ihm Augen und Nase gewischt , zurückführte . Der Graf ging darauf mit einigen seiner Leute an den von Brülar bestimmten Platz , sie fanden ihn ; er merkte , daß er verraten sei , und wehrte sich wie ein Verzweifelter . Der Graf wollte ihn schonen , aber im blinden Fechten warf sich der Unglückliche in den Degen eines Bedienten . Er endete als ein tapferer Mann , wie er sich immer gezeigt hatte ; nach seinem Tode entwickelte sich aus einlaufenden Briefen die allgemeine Verbreitung seines Unternehmens . Am nächsten Morgen nach dieser Begebenheit führte der Graf den zitternden Johannes zur Gräfin , erzählte ihr , wie sich der arme Kleine von ihnen für ungeliebt gehalten , und empfahl ihn ihrer Liebe , indem er sein kindisches Unternehmen erzählte und verzieh . Die Gräfin wurde sehr gerührt , der mögliche Verlust erweckte ihre Zärtlichkeit zu dem Kleinen , dem sie und ihr Mann jetzt alle die Liebe zuwandten , die seine zärtliche Natur forderte . Der Graf sagte bei dieser Veranlassung sehr ernst zu seiner Frau : » Unsrer Kinder wegen müssen wir nach Deutschland zurück ; die beste Privaterziehung kann nicht ersetzen , was Kinder durch den Mangel einer öffentlichen Schule verlieren . « - Dolores blickte ihn schmerzlich an , aber sie sagte nichts dagegen . Auch er fühlte es , wie schmerzlich es ihm sein müsse , nach so vielen glücklichen Jahren , von denen sich fast nichts