in Gottes Namen nach Hause ! – So weit die Unterredung , die Fromme größtenteils direkt mit dem Könige geführt . Er fügt aber seinem Bericht noch einiges hinzu , was er nachträglich über den Verlauf der Reise erfahren hat . Dies lautet in Frommes Aufzeichnungen ( an Gleim ) wie folgt : Herr Amtsrath Klausius brachte sodann Ihro Majestät bis nach Rathenow , wo Sie im Posthause logirt haben . In Rathenow sind Ihro Majestät über Tafel ungemein vergnügt gewesen , haben mit dem Herrn Obristlieutenant von Backhoff von den Karabiniers gespeist und haben der Herr Obristlieutenant von Backhoff selbst erzählt , daß Ihro Majestät gesagt hätten : Mein lieber Backhoff ! ist Er lange nicht in der Gegend von Fehrbellin gewesen , so reise er hin ! Die Gegend hat sich ungemein verbessert . Ich hab ' in langer Zeit mit solch einem Vergnügen nicht gereist . Ich nahm die Reise mir vor , weil ich keine Revüe hatte , und es hat mir so sehr gefallen , daß ich gewiß wieder künftig solch eine Reise vornehmen werde ! – Hör ' Er mal : wie ist es ihm gegangen im letzten Kriege ? Vermuthlich schlecht ! Ihr habt in Sachsen auch nichts ausgerichtet ... Ich hätte können was ausrichten ; allein ich hätte mehr als die Hälfte meiner Armee aufgeopfert und unschuldig Menschenblut vergossen . Aber dann wär ' ich werth gewesen , daß man mich vor die Fähndel-Wache gelegt , und mir einen öffentlichen Produkt gegeben hätte . Die Kriege werden fürchterlich zu führen . – Nachher haben Ihro Majestät gesagt : » Von der Schlacht bei Fehrbellin bin ich so orientiert , als wenn ich selbst dabei gewesen wäre ! Als ich noch Kronprinz war , und in Ruppin stand , da war ein alter Bürger , der Mann war schon sehr alt ! der wußte die ganze Bataille zu beschreiben und kannte den Wahlplatz sehr gut ! Einmal setzt ' ich mich in den Wagen , nahm meinen alten Bürger mit , welcher mir dann alles zeigte , so genau , daß ich sehr zufrieden war mit ihm . Als ich nun wieder nach Hause reiste , dacht ' ich , du mußt doch deinen Spaß mit dem Alten haben ! Da fragte ich ihn › Vater , wißt ihr denn nicht , warum die beiden Herren sich miteinander gestritten haben ? ‹ › O jo , Ihro Königliche Hoheiten , dat will ick se wohl seggen . As unse Chorförst is jung west , hat he in Utrecht studeert , und doa is de König von Schweden as Prinz ok west . Doa hebben nu de beede Herrn sich vertörnt und hebben sich bi de Hoar ' kricht . Un dat is nu de Pike davon ! ‹ « Ihro Majestät haben wirklich so plattdeutsch gesprochen . Weiter kann ich von der Reise keine Beschreibung machen . Denn Ihro Majestät haben zwar noch viel gesagt und gefragt , es würd ' aber wohl schwer sein , es alles zu Papier zu bringen . Neustadt a. D Prinz Friedrich von Hessen-Homburg Prinz Friedrich von Hessen-Homburg Nehmt den besten Reiterhaufen , Folgt dem Feind und macht ihn laufen , Aber laßt Euch nicht verleiten , Ernstlich Euch herumzustreiten . Prinz Friedrich von Hessen-Homburg , dies sei voraus bemerkt , war vor allem nicht der , als der er uns in dem Heinrich von Kleistschen Schauspiel entgegentritt . Der Heinrich von Kleistsche und der historische Prinz von Homburg verhalten sich zueinander wie der Goethesche und der historische Egmont . Sie waren in der Zeit , wo sie hervortraten , keine Liebhaber und keine Leichtfüße mehr , vielmehr ernste Leute von mittleren Jahren und reichem Kindersegen , überhaupt ebenso gute Ehemänner wie Patrioten . Unser Prinz Friedrich ward am 9. Juni 1633 geboren . Er war der zweite Sohn des Landgrafen Friedrich von Hessen , des Stifters der Homburgischen Linie . Er trat jung in schwedischen Dienst , war 1659 mit vor Kopenhagen und verlor bei dieser Belagerung ein Bein . Dasselbe wurde künstlich ersetzt , weshalb er seitdem der » Prinz mit dem silbernen Bein « hieß . Neben Götz von Berlichingen wohl der einzige Fall einer derartigen Namensgebung . Die Belagerung von Kopenhagen fiel in die glänzende Regierungszeit Karl Gustavs von Schweden , nach dessen plötzlichem Tode , 1660 , unser Homburger Prinz sich zurückgesetzt fühlte , weshalb er denn auch den Abschied nahm . Wahrscheinlich 1661 . Um eben diese Zeit ( 1661 ) hatte er sich mit der Gräfin Margarete Brahe , die übrigens bereits Witwe zweier Grafen Oxenstierna war , vermählt , und übersiedelte nach Weferlingen , einem schönen Gute im Magdeburgischen , das ihm durch seine Gemahlin zugebracht worden war . Hier , von Weferlingen aus , kam er an den Berliner Hof , trat in die Armee des Kurfürsten , erhielt ein Regiment und wurde später , 1670 , zum General der Kavallerie erhoben . Ziemlich gleichzeitig mit seinem Eintritt in unsere Armee hatte er sich auch im Brandenburgischen ansässig gemacht und Amt Neustadt , das , wie wir wissen , seit 1644 in Händen des Grafen Hans Christoph von Königsmarck war , von eben diesem erstanden . Dies war 1662 . Er nahm nun , wenigstens zeitweilig , seinen Aufenthalt an genanntem Ort , und alles , was Neustadt in diesem Augenblick ist , ist es im wesentlichen durch Prinz Friedrich von Hessen-Homburg . Er besaß es zweiunddreißig Jahre lang , aber nur sechzehn Jahre ( bis 1678 ) konnte er ihm seine besondere Aufmerksamkeit widmen . Diese sechzehn Jahre genügten jedoch . Ja , wenn dieser Zeitabschnitt auch noch wieder halbiert worden wäre , würde dadurch an dem Gesamtresultate seines Schaffens an eben dieser Stelle nichts Erhebliches geändert worden sein , denn er griff so rasch und energisch ein , daß bereits zwei , höchstens vier Jahre nach Übernahme des Besitzes all das begonnen war , was spätere Jahrzehnte nur glänzender hinausführten . Auf dies » erste Beginnen