und Weh geschrien , als die Quäner plötzlich auftauchten , dachten nicht , daß hinterm Berge auch noch Leute wohnen ? « Die beiden Vogeljäger erzählten nun alles , was sich ereignet hatte , und der Patron nickte äußerst zufrieden . » Wolltet gern mit nächster Gelegenheit nach Tromsö , ihr beiden ? « fragte er , mit der Pfeifenspitze zugleich auf Robert und den Neger deutend . Mongo verstand ihn nicht , aber Robert antwortete an seiner Stelle und sah unwillkürlich dabei voll Sehnsucht hinaus auf den Fjord , wo die hübsche Jacht vor ihren Ankerketten schaukelte . » Würdest du uns wohl an Bord des Heimdal mitnehmen , Patron Gulbrandson ? « fragte er . » Der amerikanische Konsul in Bergen - - « » Soll sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern « , schloß brummend der Alte . » Denke wohl , daß Olaf Gulbrandson der Mann ist , ein paar schiffbrüchigen Seeleuten zu helfen , ohne daß es ihm gleich jemand bezahlen müßte . Könnt an Bord gehen , der Schwarze und du , euch vom Steuermann etwas Vernünftiges zu essen geben lassen und euch in den Hängematten aufs Ohr legen . So , ihr wißt nun Bescheid ! « Er wehrte alle Dankesäußerungen ab und schritt langsam zu den Arbeitern an der Holzbank hinüber , wo er einem Lappen befahl , die drei Rentiere wieder in das Lager seiner Brüder zurückzuführen . Dann trat er in die Hütte der beiden Quäner , in der offenbar verschiedene Abschlüsse und Rechnungen ins reine gebracht wurden , denn die Jacht hatte ihre volle Ladung an getrockneten Fischen und Federn schon übernommen , das sahen die beiden Freunde , als sie an Bord kamen , auf den ersten Blick . Man wartete also nur auf den Patron , um die Anker zu lichten . Robert und Mongo aßen mit bestem Appetit die seltsame Suppe , die ihnen der Steuermann vorsetzte , nämlich Hafergrütze mit getrockneten Pflaumen und kleinen Heringen , das norwegische Nationalgericht . Sie lachten dabei heimlich , und der Neger schüttelte sich sogar ein wenig , aber später glich ein tüchtiges Stück Pökelfleisch mit Klößen alles wieder aus , obwohl jegliches Gemüse , das hier in der Polarzone den Wert einer seltenen ausländischen Frucht gehabt hätte , an Bord des » Heimdal « vollständig fehlte . Man kennt in diesen Breiten nicht einmal den Anbau der Kartoffel , die während des zu kurzen , heißen Sommers lang ins Kraut schießt , aber keine Knollen ansetzt . Nach dem Essen taten Robert und Mongo wie ihnen gesagt worden war : sie suchten die langentbehrte Ruhe und schliefen bald wie die Bären , ohne zu bemerken , daß an Deck die Anker gelichtet wurden und der » Heimdal « flink wie ein Delphin durch die Wogen dahinschoß . Erst gegen Morgen erwachte Robert und glaubte zu träumen , als er den Seegang fühlte und die Wellen klatschend an das Schiff schlagen hörte . Er schloß nochmals die Augen , um sich der schmeichelnden Empfindung wieder hinzugeben , doch als ihm dann die Erinnerung an die Bilder der letztvergangenen Tage langsam zurückkehrte , sprang er aus seiner Hängematte heraus , um womöglich an Deck ein wenig zu helfen und die Gastfreundschaft des » Heimdal « nach Kräften zu vergelten . Er konnte sich auch nicht länger enthalten , einmal wieder in die Masten zu klettern und sich da oben in freier Luft vom Wind schaukeln zu lassen . An Bord des Schiffes waren außer dem Patron und dem Steuermann nur noch drei Matrosen , lauter Hünengestalten , schweigsam wie die Vogeljäger und offenbar ebensowenig wirkliche Seeleute wie ihr Kapitän selbst . Robert konnte überall unaufgefordert zugreifen , er fand Arbeit genug für mehr als einen Mann . Olaf Gulbrandson sah mit zufriedenem Lächeln , daß sich sein junger Gast nützlich zu machen suchte . » Hör zu , Junge ! « sagte er , » was du verzehrst , das schenke ich dir , und was du verdienst , das bezahle ich . - Den Schwarzen laß nur in seiner Hängematte bleiben , damit er wieder zu Kräften kommt , ehe er eine neue Heuer annimmt . « Und so geschah es dann . Robert half an Deck , während der Heimdal vier Tage lang durch die Sunde und Fjorde und endlich durch die Straße von Tromsö segelte , um am Morgen des fünften Tages an der hölzernen Landungsbrücke festzumachen . Während die geladenen Fische und Federn auf ein größeres , nach Bergen bestimmtes Schiff des Patrons übernommen wurden , sollte die Jacht zurückfahren und den Arbeitern auf den Lofoten eine neue Partie Salz und Lebensmittel bringen . Olaf Gulbrandson überwachte in Tromsö selbst die Verladearbeiten , aber er wollte nicht wieder an die Fischplätze zurückkehren , sondern persönlich seine Waren in Bergen verkaufen und Robert und den Neger dorthin mitnehmen . Mongo half jetzt tüchtig , die Federsäcke und Ballen trockener Fische aus dem Raum heraufzubefordern , er hatte sich gut erholt und konnte sogar nach einer einförmigen Negermelodie ein englisches Lied singen , in das die Norweger mit einfielen , ohne zu wissen , welchen Sinn die Worte hatten . Robert lachte lustig , sooft er das wunderliche Quartett des Schwarzen und der drei norwegischen Matrosen mit anhörte . Gewandt , wie er war , übersetzte er endlich die Strophen ins Dänische , so daß nun in zwei verschiedenen Sprachen gesungen wurde , was auf Deutsch etwa folgendermaßen lautet : » Neger auf dem Land - Sehen , das Schiff kommt in , Der Kap ' tän kommt an Land - Mit der Hand am Kinn . Kaufmanhsschiff ahoi , Kaufmannsschiff ahoi , - Gib die Taler mir . « Dabei fiel Ballen auf Ballen und Sack auf Sack in den Raum der Ellen Gulbrandson , wie das Schiff zu Ehren der verstorbenen Frau des Patrons genannt worden war . Schon nach wenigen Tagen konnte die Reise weitergehen , und zwar nicht , wie Robert geglaubt hatte ,