sie war , entgegengegangen . Dies begab sich in den Tagen , als Leonhard nach jener Würzburgischen Stadt gereiset war . Dieser junge , brave Mann konnte sich nun als Schmied in Bamberg , oder auf einem Dorfe niederlassen . Die Alten im Gefühl ihres Glücks , waren voll Freude und Dankbarkeit gegen Leonhard , der ihnen mit Aufopferung von Zeit , Geld und Mühe hauptsächlich zu diesen Herrlichkeiten verholfen hatte . Mit welchen Augen die glückliche Kunigunde ihren Liebling betrachtete , ist leicht zu ermessen . - Und wie glücklich und unglücklich war er selbst in diesen Tagen , die so reich an Begebenheiten , Freuden und Schmerzen waren ! Siebenter Abschnitt Die ersten schönen Frühlingstage waren wieder gekommen . Mehr als zwei Jahre waren verflossen , seitdem Leonhard in seine Heimat zurückgekehrt war . Immer hatte er auf seinen Freund Elsheim gehofft , dieser aber ward durch eine unerwartet eingetretene bedeutende Krankheit seiner Mutter auf jenem fern liegenden Gute zurückgehalten . Es schien dem jungen Mann Sünde , die letzten Lebenstage seiner teuren Mutter , deren einziges Glück er war , nicht zu erheitern , und so war es natürlich , da sich keine Hoffnung zur Genesung zeigte , daß er ihren Tod abwartete , der erst bei der Annäherung des Frühlungs erfolgte . Er hatte ihr noch die Freude machen können , ihren längst gehegten Wunsch zu erfüllen , daß er sich nämlich mit Albertinen vermählte . Ein Enkelchen , einen Knaben , hatte die alte Frau auch noch vor ihrem Hinscheiden gesehen , und so starb sie denn froh und zufrieden , da sie den einzigen Sohn glücklich wußte . Elsheim hatte in dem langen Zeitraume nur selten geschrieben ; auch waren seine Briefe nur kurz und flüchtig , so daß Leonhard diese Vorfälle nur summarisch erfahren hatte , ohne die Motive und Veranlassungen näher zu kennen . Jetzt aber war Elsheim mit Frau und Kind angekommen ; Dorothea , die sich von ihrer innigst geliebten Freundin nicht trennen wollte , war mit ihnen ; der Knabe , welcher , zu Ehren Leonhards , Wilhelm getauft worden war , befand sich wohl und munter , und so waren alle zugegen , die Leonhard als Taufzeugen für sein Töchterchen schon ziemlich lange erwartet hatte . Elsheim , welcher einige Tage früher ankam , war nicht wenig erfreut und überrascht , seinen Freund so glücklich und heiter zu finden ; jenes sinnige Nachdenken , das ihn sonst oft in den heitersten Stunden überraschte , und welches zuweilen in ein finsteres Träumen ausartete , schien völlig von ihm gewichen zu sein . Er war so natürlich froh , so ganz in sich befriedigt , so völlig Mann geworden , daß Elsheim im wahren und festgegründeten Glücke seines Freundes sich selber glücklich fühlte . So war auch seine Gattin , Friedrike , noch selbständiger , als ehemals . Da man die Taufe bis zur Ankunft der Freunde aufgeschoben , so konnte die junge Mutter schon wieder aus dem Bette sein . Es war natürlich , daß die beiden Eheleute , denen jetzt zum erstenmal ein Kind geschenkt war , sich liebender erwiesen , daß der Mann der Frau zärtlich und schonend begegnete ; aber der scharfsichtige Elsheim erblickte in dieser wechselseitigen Hingebung noch etwas Innigeres , welches er nicht ganz verstand , jedoch bald einmal die Erklärung desselben von seinem Freunde zu hören hoffte . War Elsheim verwundert , so erstaunte Leonhard in einem weit höheren Grade über die Verwandlung des Barons . Jene Munterkeit , die ihn so liebenswürdig machte , war ihm geblieben , ja , man konnte sagen , sie war erhöht , aber gewissermaßen geläutert und verklärt ; denn jenes Schroffe und Herbe , was den Freund in manchen Augenblicken der Übertreibung wegen gestört hatte , war Leichtigkeit und Anmut geworden . Wenn Leonhard es hätte beschreiben sollen , würde er vielleicht gesagt haben , das Wesen seines glücklichen Freundes sei jungfräulicher , unschuldiger geworden ; denn , daß er glücklich sei , zeigte sich in jedem Blick und jeder Miene . Friedrike war sehr vergnügt darüber , die Freunde nach einem so langen Zwischenraum wiedervereinigt zu sehen , und zeigte nichts von jener Empfindlichkeit oder Eifersucht , durch welche Leonhard in früherer Zeit sich wohl verletzt fühlen mochte . Das Fest der Taufe war heiter , und alle erfreuten sich der schönen Aussicht , welche die Zukunft verhieß . Albertine , nach welcher das Töchterchen genannt wurde , hielt es bei der religiösen Zeremonie ; Elsheim war zugegen , sowie der Professor Emmrich der sich schon seit einem Jahr in dieser Stadt niedergelassen hatte . Zugleich war der kleine Tischlermeister Krummschuh eingeladen , der sich sehr geehrt fühlte , daß er mit so vornehmen Leuten an dem Feste teilnehmen sollte . Die kleine fröhliche Dorothea war zurückgeblieben , um dem kleinen Wilhelm Gesellschaft zu leisten , der , obgleich erst ein Jahr alt , schon redete , und gern mit seiner Freundin spielte und scherzte . Beim Mahle war man herzlich froh , und Albertine und Friedrike sagten sich die freundlichsten Worte . Es war vorauszusehen , daß sie in Zukunft vertraut und einander unentbehrlich sein würden . Froher , als gewöhnlich , zeigte sich der Professor , denn er sah Albertinen schöner , als je ; alle seine Wunsche für sie waren in Erfüllung gegangen . Auch er fand den jungen Baron ernster , aber edler , und man sprach viel darüber , wie man im schönsten Freundesverein den Sommer zubringen , wie man sich im Winter gemeinsam beschäftigen wolle , was man miteinander lesen , welche Spaziergänge man machen könne . Elsheim gab selbst der Hoffnung Raum , daß sein Freund mit Frau und Kind doch noch einmal sein Gut an der fränkischen Grenze wieder besuchen könne . Friedrike begab sich , da sie sich etwas angegriffen fühlte , früher zur Ruhe , und Emmrich geleitete Albertinen nach Hause ; froh und dankbar verließ Krummschuh die Gesellschaft , und Leonhard und Elsheim befanden