die heiratslustigen Augen von hundert Komtessen - und im Hintertreffen die nicht minder heiratslustigen , aber im zweiten Grade , von hundert Mama ' s. Nein ! da schlag ' ich Chamade über den Ocean . « » Wenn Du schon auf dem Punkt des Scherzes angelangt bist , « sagte der Graf , » so bleibt mir freilich nichts übrig , als die neuen Verhältnisse in Gang zu bringen , damit sie endlich einmal zum Abschluß kommen und damit jeder wisse , woran er ist . Ich bin von der langen Ungewißheit schon ganz morsch geworden . « Orest wurde zuerst vorgerufen . » Was geht hier vor ? « rief er in seiner lustigen Weise . Warum seht Ihr so feierlich aus ? Wollt Ihr mich in den Freimaurerorden aufnehmen ! Papachen bist Du Meister vom Stuhl ? « Aber zum ersten Mal in seinem Leben wies der Graf entschieden Orest ' s Scherze zurück , eröffnete ihm die neue Lage der Dinge , durch welche nunmehr Orest der Stammhalter der Windecker werde und setzte hinzu , er hoffe alle Freude , die er durch Uriel und Regina nicht gefunden habe , jetzt doppelt durch Orest und Corona zu finden . Orest war mehr überrascht als erfreut . Der Gedanke , in die Ehe zu treten , hatte ihm stets ganz fern gelegen und erschien ihm nur als eine Bürde und Schranke - besonders jetzt , da er in Judiths Zauberfesseln gefangen war . Indessen schmeichelte es doch seiner Eitelkeit , plötzlich zu solcher Geltung in der Familie zu kommen , eine viel eminentere Stellung in der Gesellschaft einzunehmen und ein so liebliches Mädchen wie Corona als Gattin heimzuführen . Er nahm sich vor , sich auf der Stelle in sie zu verlieben - was in der Tat recht leicht war - und erklärte sich dankbar einverstanden mit dieser Wendung seines Schicksals . Der Graf ließ die Brüder beisammen , die Hyazinth aufsuchten , während er mit Onkel Levin zu seinen Töchtern ging und während des Gehens sagte : » Corona wird sich doch nicht weigern ? was meinen Sie ? « » Armes Kind ! « sagte Levin ; » ich glaube , der frühere Besitzer von Stamberg wäre ihr lieber als der gegenwärtige . « » O Gott ! « rief der Graf , » nur nicht abermals eine unglückliche Liebe . « » Das behaupte ich nicht , « entgegnete Levin , » dazu ist sie noch zu jung . Aber der Keim ist da . « » Den wollen wir geschwind ausrotten ! Die exaltierten Gefühle meiner Kinder machen mich ganz nervenschwach . « Er trat bei seinen Töchtern ein und rief ihnen fröhlich zu : » Nun , Kinder , kommt her und wünscht mir Glück ! ich habe zwei Bräute unter meinem Dach ! eine für den Himmel - das ist Regina , und eine für Orest - das ist Corona . Nun sind wir alle auf unserem Platz . « Beide Schwestern erbleichten - Regina vom Affekt der höchsten Freude , Corona von einem leisen Schmerz , der durch ihr Herz glitt . Sie hatte es sich wohl nie eingestanden und es war auch nie ein bestimmter Wunsch gewesen ; aber unwillkürlich waren ihr liebliche Bilder vor die Seele getreten , als ob sie , an Reginen ' s Stelle , sehr glücklich auf Stamberg sein könnte ; doch in diesen Bildern hatte Orest nie einen Platz eingenommen . Regina sank ihrem Vater zu Füßen , bedeckte seine und Levin ' s Hände mit Küssen und Tränen und sprach ihm Dank , Liebe und Freude in abgebrochenen einzelnen Worten aus . » Also endlich hat es der Papa denn doch recht gemacht ! « sagte der Graf mit dem Ausdruck inniger Zufriedenheit . » Es ging nicht anders ! ich mußte erst die Standhaftigkeit Deines Entschlusses prüfen . Da Uriel und ich uns nunmehr überzeugt haben , daß Du eine uneinnehmbare Festung bist , so siedle Dich an auf Deinem Karmel ! Ich hätte Dich vielleicht noch länger zappeln lassen , aber Uriel ' s Entschluß brachte alles in ' s Reine und macht jetzt meine Corona zum Trost meines Alters . « Schweigend und mit niedergeschlagenen Augen hatte Corona sich in die Fensternische zurückgezogen . Als der Graf das Wort an sie richtete , schlug sie die Augen zärtlich zu ihm auf und zwei schwere Tränen fielen von ihren Wimpern . » Kind , weine nicht ! « sagte der Graf liebevoll ; » Du gehst einer schönen Zukunft entgegen , Du machst uns alle glücklich und Orest wird Dich auf den Händen tragen . « » Ach , ich möchte lieber noch etwas warten , « sagte sie schüchtern . » Larifari ! das sagen alle jungen Mädchen . Spürst Du etwa auch den Klosterberuf ? « » Nein , lieber Vater , dazu bin ich nicht fromm genug , « erwiderte sie aufrichtig und unbefangen . » Möchtest Du etwa in der Welt eine alte Jungfer werden ? « » Das wäre just nicht meine Liebhaberei , « sagte sie mit der Munterkeit ihrer siebzehn Jahre . » Weshalb wolltest Du also warten ? Ein Sprichwort sagt : Jung gefreit , hat niemand gereut . Deine selige Mutter war ein Jahr älter - und Orest ' s Mutter ein Jahr jünger wie Du , als sie heirateten . Also habe nur guten Mut . Du bleibst in der Familie , Du kommst in alte wohlbekannte Umgebungen - das erleichtert den Schritt . « Nach ihrer Neigung fragte der Graf durchaus nicht . Er würde auch nichts anderes von ihr gehört haben , als daß sie für Orest schwesterlich gesinnt und immer bereit sei , die Wünsche ihres Vaters zu erfüllen . Regina eilte in die Kapelle , zum Tabernakel ihres himmlischen Bräutigams - und ihrem äußerst irdischen wurde Corona vom Grafen zugeführt . Die Baronin Isabelle , die ihren Gatten kaum ein Jahr nach ihrer Verheiratung verloren und