sprang Herr Gottfried auf . Alle erschraken und sahen sich bedenklich ' an , da er fort eilte . Aber die Edelfrau flüsterte , ihrer Tochter zu : » Ich habe sie gewaschen und ausgebügelt . « Der Ritter kehrte wieder , seinen Büffelhandschuh in der Hand , und sah ihn und fühlte ihn an und schüttelte den Kopf , dann sank er in den Stuhl : » Das also auch ein Traum ! - ' s ist wunderbar ! « aber unlieb schien es ihm nicht . » Wenn das nur nicht ein Traum ist ! « setzte er hinzu und sah ängstlich um sich her . Nein , das war kein Traum , die Frau war so lieb und gut , und die Eva und das Ferkelchen so weich , es zerging ihm auf der Zunge . Seit lange entsann er sich nicht , daß er mit so gutem Appetit gegessen . Aber es war doch etwas anders geworden , es war mit ihm etwas vorgegangen . Er saß stundenlang , den Kopf im Arme , und stierte auf einen Fleck und schüttelte den Kopf . Und als ihm die gute Frau erzählte von ihrem Hans Jürgen , wie der dem Kurfürsten das Leben gerettet , und der Kurfürst ihn darauf in so jungen Jahren vor ' m ganzen Hofe zum Ritter geschlagen , und wie von der Kanzel herab in Berlin von ihrem Neffen gepredigt worden , und wie der Kurfürst ihn in sein Gefolge genommen und für ihn zu sorgen versprochen , und es könne noch ein großer Herr aus ihm werden mit der Zeit , und mit der Zeit vielleicht sonst auch noch was , wobei sie auf die Eva schelmisch blickte und die Eva hochroth wurde , aber doch schmunzelte , - da hörte es Herr Gottfried ruhig an , und sagte : » Wenn ' s nur nicht auch ein Traum ist . « - Nachts fuhr der Mann , der einen so festen Schlaf hatte , daß ihn das Knallen einer Donnerbüchse nicht weckte , beim geringsten Geräusche auf und klagte , er sei in einen tiefen Brunnen gefallen , und wenn sie ihm vernünftig zugeredet , ward er wohl still , aber er weinte auch still , und sie hörte ihn die Worte sagen : » Ach es ist doch zu spät . « Da war der Frost gekommen und mit ihm der Ritter Hans Jürgen nach Hohen-Ziatz . Auf dem Eisspiegel der Wiesen lief das junge Volk im hellen Sonnenschein Schlittschuh , und Herr Gottfried und seine Frau sahen von der Mauer zu . » Sieh , Götz , wie zierlich der Jürgen die Eva führt . Wer hätt ' s ihm angesehen : Wenn sie so bei Hofe tanzen , als jetzt auf dem Eise , was werden sie sprechen : Das ist ein schmuckes Paar ! « » Ein Paar ! « rief der Götz . » Kinder ! Die können ja noch nicht denken ! « Was soll draus werden , wenn ' s so fortgeht , hatte Frau von Bredow gedacht . Zuweilen dachte sie auch , es wäre doch gut gewesen , wär der Dechant geblieben . Er hätt ' s ihrem Herrn ausreden können , daß Einer , der sein Lebtag nicht an ' s Denken gedacht , drei Schritt vor der Grube anfangen will . » Ketten und Kerker und bösen Leumund hat er überstanden , aber daran stirbt er mir noch , « hatte Frau von Bredow gedacht . Da kam ihr recht zum Trost ein lieber Besuch in ' s Haus , aus Schlesingen , der Ritter Hans von Schweinichen . Alle Welt kennt den Ritter Hans von Schweinichen , der durch die Welt geritten ist , er vorne , sein Knecht hinten ; und wenn er etwas wankte , ritt der Knecht ihm zu Seiten . Seinesgleichen sollte man weit und breit suchen . Vierzehn Tage hintereinander verstand er wie ein Edelmann zu trinken , und wenn er nüchtern ward , schrieb er ' s in sein Tagebuch , wo man ' s noch heute lesen kann , und in jedem Jahr , wenn ' s zu Ende ging , hat er aufgeschrieben , was der Roggen gekostet und der Hafer auf den Märkten . Herr Götz und er hatten einst gute Freundschaft gemacht in Kottbus an einem Fürstentag , da man sie beide nach einem guten Rausch in eine Kammer und in ein Bett trug . Das wollten sie nie vergessen , hatten sie sich zugeschworen . Nun da Herr Hans zum Besuch ritt nach Ziesar zum Bischof Scultetus , seinem Landsmann , der ihn eingeladen , um mit ihm einen guten Trunk zu thun , wollte er vorher bei dem alten Freunde einsprechen . Da war große Freude , und Herr Götz und sein Ehegemahl ließen ihn nicht fort , er mußte an vierzehn Tage bleiben ; und was die alten Freunde da mit einander getrunken und gesprochen , das läßt sich besser denken als erzählen . Niemand aber war froher , als Frau von Bredow , da sie ihren Eheherrn wieder so froh sah , und sie hatte nur Furcht , daß wenn der liebe Gast fort wäre , er wieder in seinen Trübsinn verfiele ; darum theilte sie dem Ritter Hans ihre Bekümmerniß mit und fragte ihn , wie er ' s denn mache , daß er immer guten Muthes bleibe , wie ein Edelmann muß , und doch thäte er nicht allein denken , sondern er schreibe sogar seine Gedanken nieder , und auf Papier . » Meine liebe Frau von Bredow , « sagte Herr Hans von Schweinichen , wie er ' s auch sonst oft gesagt hat : » Was uns kommt , kommt nicht von uns , sondern vom lieben Gott . Wenn ich einen guten Rausch gehabt , hat ' s der liebe Gott so gefügt , und da ich um mein liebstes Ehegemahl anhielt , hat er ' s auch