an schüttelte den Kopf . » Dir ist etwas nicht klar ? « fragte ich ihn . » Allerdings ! « » Was ? « » Warum wiederholte er diesen Satz und betonte ihn in solcher Weise , Effendi ? « » Weil er ein höchst unvorsichtiger Mann ist , der gar nicht ahnt , daß er uns seine Absichten damit verraten hat . « » Wieso ? « » Du glaubst doch , daß die Beni Khalid darauf brennen , sich an uns zu rächen ? « » Das ist doch so sicher , daß wir gar kein Wort darüber zu verlieren brauchen ! « » So dauert also unsere Verschwiegenheit von heut an bis zum nächsten Angriffe ihrerseits ; da der Scheik aber unserer Schweigsamkeit nicht traut , wird er diese Zeit möglichst abzukürzen , zu verringern suchen . Verstehst du mich ? « » Sehr gut , sehr gut ! Du meinst , daß wir es baldigst wieder mit ihnen zu thun haben werden . « » Ja . Heut zwar nicht , denn Wort wird er halten , aber sehr wahrscheinlich morgen schon , und wenn das nicht , dann sicher übermorgen , damit wir nicht etwa Gelegenheit bekommen , mit Leuten zusammenzutreffen , denen wir von seinen Schwuresbruche erzählen können . Wir haben uns also so in acht zu nehmen , wie noch selten in unserm Leben . Das hat er uns verraten , ohne es zu wissen . Er wollte uns unsere Verpflichtung so tief und fest wie möglich einprägen und dachte dabei aber nicht , daß grad in dieser Wiederholung für einen vorsichtigen und scharfsinnigen Mann die Aufforderung lag , zwischen seinen Worten die verborgenen Gedanken herauszulesen . « Omar Ben Sadek sah sich also zu seinem wirklichen Leidwesen gezwungen , auf eine der Ehre seines Stammes geltende Heldenthat zu verzichten . Er versicherte , sich darauf gefreut zu haben , und wir alle glaubten ihm das gern . Eigentlich trug ich die Schuld an dieser Entsagung , denn wenn ich nicht auf den Gedanken gekommen wäre , dem Scheik der Beni Khalid die erteilte Lektion zu geben , so hätte der dritte Gang wohl noch ausgekämpft werden müssen ; aber dann wäre uns nicht durch den Wortbruch Tawils eine Waffe in die Hand gegeben worden , die nicht nur für heut ' , sondern auch für später geeignet war , uns gute Dienste zu leisten . Wir sahen zu unserer Genugthuung , daß sich die Beni Khalid zum schnellen Aufbruche rüsteten . Daß sie nicht direkt nach der Ain Bahrid reiten würden , stand für mich außer allem Zweifel . Ich hatte diese Quelle und ihre Lage , als er von ihr sprach , gekannt , weil sie auch unser nächstes Ziel war , nach welchem wir uns zu wenden hatten , gleichviel , ob die Beni Khalid auch hingingen oder nicht . Sie war die nächste Wasserstation auf unserer Route . Eigentlich konnten wir mit unserm Erfolge sehr zufrieden sein . Wir hatten die gestohlenen Sachen bekommen und den Perser mit seinen Soldaten befreit , wir Fünfzig gegen eine uns so vielfach überlegene Schar ! Ja sogar den Kampfplatz hatten wir behauptet , während die Ueberlisteten und Besiegten gezwungen waren , abzuziehen ! Als ihre Vorbereitungen ziemlich vollendet waren , sahen wir den Scheik noch einmal herüberkommen . Hinter ihm ging zu unserem Erstaunen der Ghani , welcher den Münedschi an der Hand führte . Daß dem ersteren noch etwas eingefallen war , was er uns nachträglich zu sagen hatte , das war ja leicht denkbar ; was aber wollten die beiden andern noch hier bei uns ? Sie kamen zunächst nicht ganz heran , sondern blieben in einiger Entfernung von uns stehen . Der Scheik sagte : » Ich komme nicht um meinetwillen , sondern nur um dieser beiden Männer wegen . Sie wollen von euch etwas holen und fürchten , von euch feindlich behandelt zu werden . Da sie als Gastfreunde unter meinem Schutze stehen , habe ich dafür zu sorgen , daß dies nicht geschehe , und sie also begleitet . Dürfen sie hinkommen zu euch ? « » Ja , « antwortete Halef . » Ihr vergreift euch nicht an ihnen und haltet sie fest ? « » Das kann uns gar nicht in den Sinn kommen ! « » So habe ich meine Pflicht gethan und werde hier stehen bleiben , um auf sie zu warten . Geht ! « Diese letztere Aufforderung war an den Ghani gerichtet , welcher ihr folgte , indem er mit dem Blinden vollends zu uns kam . Er deutete auf das Paket , welches neben dem Perser lag und sagte : » Ihr habt mir dieses mein Eigentum gestohlen , welches ihr als Kanz el A ' da bezeichnet , um euern Diebstahl - - - « » Halt ! « unterbrach ich ihn da . » Wir haben euch erlaubt , mit uns zu sprechen , und unser Wort gegeben , daß euch nichts geschehen soll . Wenn du es aber wagst , uns solche schamlose , freche Beschuldigungen , deren Grundlosigkeit du am allerbesten kennst , in das Gesicht zu werfen , so stehe ich für nichts . Sag ' also kurz , was du willst , und nimm dich zusammen , kein unnützes Wort zu sprechen ! « Er schien sich gar nicht sehr eingeschüchtert zu fühlen , fuhr aber nun ohne weitere Beleidigungen fort : » Die Sachen sind in meinen Gebetsteppich gewickelt . Ich muß sie euch lassen , weil der Scheik der Beni Khalid sie euch zugesprochen hat ; aber den Teppich verlange ich zurück ! « » Du irrst . Es hat uns niemand diese Gegenstände zugesprochen , sondern das Wüstengericht der Haddedihn hat erkannt , daß sie Eigentum des Kanz el A ' da in Meschhed Ali sind , wo sie gestohlen wurden . Daß ein Teppich des Gebetes zur Umhüllung gestohlener Sachen benutzt wird , könnte man vielleicht einem ungläubigen Abd