den Weg hin wurden Späher gestellt . Da die Erquickung für Menschen und Tiere schon fast vollendet war , kam einer der Späher von der unteren Spitze des Waldes , und meldete , daß sich Reiter auf dem Wege von Prag her näherten . Witiko und Odolen hießen ihre Leute sich rüsten , die Pferde besteigen , und ruhig stehen bleiben . Sie aber faßten den Entschluß , daß sie die Reiter , wenn sie Feinde , und in nicht zu großer Zahl wären , an dem Walde vorüber lassen , und ihnen dann nachreiten wollten . An den Waldrand wurden noch mehr Späher gestellt . Da kam einer von ihnen , und sagte , die Reiterschar sei um vieles kleiner als die ihrige , es müssen Feinde sein , weil man kein Abzeichen des Herzogs an ihnen sehe . Sie reiten sehr langsam , und haben keine Vorreiter . Nun stiegen Witiko und Odolen von ihren Pferden , ließen dieselben unter die Bäume führen , und dort von Knechten bewachen . Sie aber gingen gegen den Weg an den Saum des Waldes , um die Reiter kommen zu sehen . Diese kamen , und ritten in ruhigem Gange ihrer Pferde an dem Rande des Waldes dahin . An ihrer Spitze war Wratislaw , der Herzog von Brünn , Otto , der Herzog von Olmütz , und Wladislaw , der Sohn des verstorbenen Herzoges Sobeslaw . Sie hatten keine Zierden an sich . Dann war Bogdan mit der Rabenfeder , dann der rothaarige Benes mit weißen Federn , dann Domaslaw mit seinem roten Gefieder , dann der ältere Bohus mit der Feder aus einem Schwanenfittiche . Sonst waren Männer , die als Mährer erkannt wurden , und einige , die von Böhmen stammten . Die Reiter gingen bis gegen die Mitte des Gehölzrandes . Dort blieben sie stehen , als hielten sie Beratung . Witiko und Odolen gingen gegen die Stelle so weit vorwärts , daß sie die Worte der Reiter vernehmen konnten . Es sprach nur zuweilen einer von ihnen . Sie sandten dann einen Mann vorwärts an die Spitze des Waldes , der dort stehen blieb . Es war an dem Orte eine Krümmung des Weges gegen Pilsen , und der Mann stand vielleicht als Späher . Nach einer langen Zeit sah man ein Häuflein Reiter auf einem Wege zwischen den Feldern gegen den Wald heran reiten . Sie kamen näher , und man sah , daß sie in Gewänder der Landleute gekleidet seien . Sie ritten zu den Mährern , und einer grüßte gegen Wratislaw . » Swak , du hast Jarohnew verlassen « , sagte Wratislaw zu ihm . Der Mann antwortete : » Er wird mit den Seinigen sogleich kommen , wir haben verschiedene Wege eingeschlagen . « » Und wann seid ihr umgekehrt ? « fragte Wratislaw . » Heute nach Mitternacht , der Weg von Milin her ist weit und beschwerlich « , antwortete der Gefragte . » Und warum bist du abseits nach Milin gegangen ? « fragte Wratislaw . » Damit Zeugen sind , welche uns in Milin gesehen haben « , antwortete der Mann . » So fürchtest du Gefahr ? « fragte Wratislaw . » Ja « , entgegnete der Mann , » und Jarohnew ist gegen Manetin geritten , davon er noch weiter hieher hat . « » Und wo seid ihr gestern gewesen ? « fragte Wratislaw . » In Pilsen , und auf dem Felde vor Pilsen sind wir auseinander gegangen « , antwortete der Mann . » Und seid umgekehrt ? « sagte Wratislaw . » Der König Konrad ist nach Pilsen gekommen « , entgegnete der Gefragte , » wir sind in seinen Scharen gewesen , dann haben wir das weite Feld gesucht , und haben uns getrennt . « » Nun ? « fragte Wratislaw . » Hoher Herr ! « antwortete der Mann , » der Kriegsbann der Deutschen ist dreimal und viermal größer als das Heer vor der Stadt Prag , sie tragen blanke Harnische von Stahl oder von Gold , und da sie auf dem ebenen Boden vor Pilsen standen , erglänzte das Feld und der Wald von ihrem Scheine . Dann hat Wladislaw noch eine große Schar . « » Du bist ein kluger Mann , Swak « , sagte Otto , der Herzog von Olmütz , » und es ist gut , Wratislaw , daß wir selber gekommen sind . « » Es ist gut « , sagte Wladislaw , der Sohn Sobeslaws , » es müssen unsere Augen schauen , und unsere Herzen dabei sein . « Da sie noch sprachen , gab der Mann an der Spitze des Waldes ein Zeichen , und bald darauf kam ein Häuflein anderer Reiter auf dem Pilsener Wege zu den Fürsten . Wratislaw sagte : » So bist du auf dem Rückwege , Jarohnew ? « » Wir haben in Manetin nur eine Stunde gerastet « , antwortete der Mann , » wir sind in der finsteren Nacht und auf den ungefügen Wegen geritten , und die Tiere haben kaum eine Handvoll Futter verzehrt . « » Und warum bist du so geritten ? « fragte Wratislaw . » Weil mein Weg weiter ist als der von Swak « , antwortete der Mann , » und weil ich nicht wissen konnte , ob er nicht gefangen worden ist ; denn darum haben wir uns getrennt , und weil ich die Botschaft zu dem Herzoge bringen wollte . « » Ist deine Botschaft so nötig ? « fragte Wratislaw . » Sie ist nötig « , antwortete der Mann , » der König Konrad ist bei Pilsen , seine Macht ist sechsmal größer als die eurige , alles glänzt von Helmen , Harnischen , Schilden , Schwertern . « » Hast du sie gezählt ? « schrie Otto , der Herzog von Olmütz . » Die deutsche Macht ist zehnmal größer als die mährische « , rief ein Mann aus den