, es zurückzuerhalten ! Ich erstaune ! erhob sich Melanie mit verklärtem Blick , unendlich erfreut und tiefgefesselt . Sie sind also nicht durch Zufall hier ? Sie hatten eine Absicht , verlangen Vertrauen zu Ihnen und erwidern es nicht einmal Denen , die nicht zu Ihren Feinden gehören , mag auch die Stellung des Fürsten Waldemar zu meinem Vater noch so schwierig gewesen sein ! Warum sagten Sie nicht sogleich offen - Ich gestehe Ihnen Alles , unterbrach sie Dankmar ! Himmlisches , liebenswürdiges Mädchen ! Melanie , einer Göttin gleich ! Wenn ich Ihnen sagen wollte ... Schweigen Sie jetzt ! rief das hocherglühte Mädchen rasch und zeigte verstohlen nach dem Eingang des Pavillons hinter sich . Ich will Ihr Vertrauen erwidern ; flüsterte sie . Nur jetzt nicht , jetzt nicht , Durchlaucht ... ! Wir sind nicht allein . Achtes Capitel Das Geheimniß der drei Kugeln Lasally , Herr von Reichmeyer , der unvermeidliche Guido Stromer , Lasally ' s Schwester und Madame Pfannenstiel traten hinter dem Gebüsch hervor und wollten , wie sie Melanie und den Fremden allein erblickten , umkehren , als fürchteten sie lästig zu fallen . Sie hatten von ihrer Unterhaltung nichts gehört , wol aber , nach ihrer Rückkehr von einer Spazierfahrt und im Dorfe sich vereinigend , das schöne Paar im Auge behalten und beim Lustwandeln im Garten , der auch von unten her dem Kundigen zugänglich war , so gethan , als würden sie Denen nur zufällig begegnen , die , wie sie wol sahen , ungestört zu sein wünschten .... Man that nun , als wollte man sich gegenseitig nicht hindern , und verwickelte sich gerade deshalb absichtlich in ein lästiges Gespräch . Um ja nichts zu sprechen , sprach man . Die Gegend , das Wetter , zuletzt sogar die Zeit und ihre Verwirrung mußte den Stoff hergeben , Reden zu wechseln , bei denen man die Absicht , sich nur zu schrauben und auszuhorchen , schlecht verdeckte .... Wer war dieser Fremde ? Es peinigte Alle . Lasally schien in eigenthümlicher Unruhe . Er hielt sich für einen der bevorzugtesten Verehrer Melanie ' s der sich Hoffnung machen durfte , sie immerhin nach mancherlei flatterhaften Abirrungen zuletzt doch wol noch zu gewinnen . Die Gelegenheit , seine Schwester hierher zu begleiten , unterstützte seine Bewerbung . Auch Reichmeyer wünschte , um Eugen ' s Finanzen geordnet zu sehen , glücklichen Erfolg .... Lasally schien es Ehrenpflicht , sich jetzt an Melanie zu halten . Er störte absichtlich . Dazu noch die geldstolze Einfalt der Pfannenstiel und das unruhige Geisthaschen des Pfarrers , dem durch Melanie offenbar eine Verzauberung gekommen war , die ihn aus seinem bisherigen Murmelthierschlafe zu einem nochmaligen Lebensversuche - Beides Ausdrücke von ihm selbst - wecken sollte ... Melanie , aufgeregt durch das Band des Geheimnisses , das sich eben mit dem bedeutendsten Manne , der ihr je begegnet war , knüpfen wollte , litt entsetzlich unter der Pein dieser Störung . Diese Fragen , die da aufgestellt wurden , wie lästig waren sie nicht ! Melanie wurde vor Zorn sogar boshaft , gab schnippische Abfertigungen , hatte aber das Unglück , dadurch die Eitelkeit umsomehr anzustacheln . Froh war sie , als Dankmar wenigstens eine dieser kichernd Zudringlichen mit der Bemerkung abtrumpfte und entfernte , daß er bei dem Namen Pfannenstiel aufhorchte und an den Wächter des Thurms und den Amtsboten gleiches Namens erinnerte . Die Tochter des frühern , Schwester des jetzigen Wirths vom Gelben Hirsch gestand diese Verwandtschaft mit Erröthen ein , sammelte sich aber doch zu einer Antwort , die Dankmarn ein äußeres Interesse an dieser Frau einflößte , was sie schwerlich ahnte ... Ich besuche meinen Schwager selten , sagte sie , weil er mich an ein Unglück meiner Familie erinnert . Sie meinen die unglückliche Katastrophe jenes Brandes , sagte Dankmar , bei welchem er vor vielen Jahren den Gebrauch seiner rechten Hand verlor ? Welch ein Brand ? fragte sogleich die Gesellschaft . Auf dem Gelben Hirsch , erzählte der Pfarrer , der nicht gern lange schwieg , brach aus Ursachen , die noch bisjetzt unentdeckt geblieben sind , vor Jahren ein Feuer aus , bei welchem ein junges blühendes Mädchen , die Braut unsers gegenwärtigen Försters , den Tod in den Flammen fand .... Es war Dies meine Schwester ! sagte die Frau des Wirthschaftsraths . Dankmar besaß nicht seines Bruders Siegbert Weichherzigkeit . Dennoch entging ihm nichts , was nur irgend einer gefühligen Stimmung ähnlich sah . Er bereute in seinem Herzenstakte jetzt die Erwähnung so trauriger Erinnerungen und würde es ganz in der Ordnung gefunden haben , wenn die inzwischen so wohlhabend gewordene » Hirschentochter « sich verstimmt gefühlt und entfernt hätte . Die blieb aber und fand sich gar nicht wenig geschmeichelt , plötzlich der Mittelpunkt eines gewissen Interesses geworden zu sein . Sie erzählte mit der größten Umständlichkeit alle einzelnen Vorkommnisse jenes Brandes , die herrlichen Eigenschaften ihrer ältern unglücklichen Schwester , die Aufopferung der Männer bei der schrecklichen Gefahr , die Verzweiflung des Försters , der mit den Frauen kein Glück haben sollte , denn drei Jahre später wär ' ihm eine neue Verlobte im Gebirge von dem jähen Felsrande eines Waldbaches gestürzt und hätte zerschmettert ihren Tod unter den Steinen im fast leeren Flußbette gefunden . Das wäre die Tochter des Sägemüllers oben in der Ullaschlucht , ein Mädchen von zwanzig Jahren gewesen . Sie hätte gerade hier nach Plessen in die Kirche gehen wollen , wo sie zum ersten mal aufgeboten wurde .... Ich entsinne mich sehr wohl , sagte Guido Stromer , es war ein rührender Anblick ! Das schöne sonntäglich geputzte Mädchen hatte sich vielleicht verspätet und hörte schon die Glocken rufen , die den Beginn ihres Ehrentages einläuteten . So nahm sie einen kürzern Weg , hüpfte das Ufer des Waldbaches entlang von Stein zu Stein , Vorsprung zu Vorsprung , bis sie fehltrat , ausglitt , sich nicht halten konnte und in der einen