, daß sie an innerer Stärke verlieren würden und leichter durchbrochen werden könnten . Ein großer Nachteil für die Württemberger war auch ihre geringe Anzahl , denn der Feind zählte zwei Dritteile mehr . Er konnte zwar in dem engen Tal seine Streitkräfte nicht entwickeln , und nur wenige Mannschaft auf einmal ins Treffen führen , doch war dies immer genug , um die Herzoglichen unausgesetzt zu beschäftigen , der Feind behielt dadurch immer frische Leute , und es war zu befürchten , daß die sechstausend Württemberger , wenn sie auch noch so tapfer standhalten sollten , endlich aus Ermattung werden unterliegen müssen . Der Wald nahm jetzt Georg und seine Schar auf ; sie rückten still und vorsichtig weiter , denn Georg wußte wohl , wie schwierig es für einen Reiterzug sei , im Wald von Fußvolk angegriffen zu werden . Doch ungefährdet kamen sie bis auf das Feld heraus , das ihnen der Herzog bezeichnet hatte . Rechts über dem Wald hin wütete die Schlacht . Das Geschrei der Angreifenden , das Schießen aus Donnerbüchsen und Feldstücken , das Wirbeln der Trommeln hallte schrecklich herüber . Vor ihnen lag der Hügel , von dessen Gipfel eine gute Anzahl Kartaunen in die Reihen der Württemberger spielte ; dieser Hügel erhob sich von der Seite des Wäldchens allmählich , und Georg bewunderte den schnellen Blick des Herzogs , der diese Seite sogleich erspäht hatte , denn von jeder andern Seite wäre , wenigstens für Reiter , der Angriff unmöglich gewesen . Das Geschütz wurde , soviel man von unten sehen konnte , nur durch eine schwache Mannschaft bedeckt , und als daher die Pferde ein wenig geruht hatten , ordnete Georg seine Schar , und brach im Galopp an der Spitze der Reiter vor . In einem Augenblick waren sie auf dem Gipfel des Hügels angekommen , und Georg rief den bündischen Soldaten zu , sich zu ergeben . Sie zauderten , und die Fleischer , Sattler und Waffenschmiede von Stuttgart ersparten ihnen die Mühe , denn mit gewaltigen Streichen hieben sie Helme und Köpfe durch , daß von der Bedeckung bald wenige mehr übrig waren . Georg warf einen frohlockenden Blick auf die Ebene hinab seinem Herzog zu , er hörte das Freudengeschrei der Württemberger aus vielen tausend Kehlen aufsteigen , er sah wie sie frischer vordrangen , denn ihre Hauptfeinde , die Feldstücke auf dem Hügel waren jetzt zum Schweigen gebracht . Aber in diesem Augenblick der Siegesfreude gewahrte er auch , daß jetzt der zweite und schwerere Teil seiner schnellen Operation der Rückzug gekommen sei ; denn auch die Bündischen hatten bemerkt , wie ihr Geschütz plötzlich verstummt sei , und ihre Obersten hatten alsobald eine Reiterschar gegen den Hügel aufbrechen lassen . Es war keine Zeit mehr , die schweren , erbeuteten Feldstücke hinwegzuführen ; darum befahl Georg mit Erde und Steinen ihre Mündungen zu verstopfen , und sie auf diese Weise unbrauchbar zu machen . Dann warf er einen Blick auf den Rückweg ; zwischen ihm und den Seinigen lag der Wald auf der einen , das feindliche Heer auf der andern Seite . Wurde er nur von Reiterei angegriffen , so war der Rückweg durch den Wald möglich , weil dann der Feind dieselben Schwierigkeiten zu überwinden hatte , wie er . Aber seinem scharfen Auge entging nicht , daß ein großer Haufe bündischen Fußvolkes in den Wald ziehe , um ihm den Rückzug abzuschneiden , und so sah er sich von dem Walde ausgeschlossen . Das große Heer des Bundes zu durchbrechen , sich mit hundertundsechzig Pferden durch zwanzigtausend durchzuschlagen , wäre Tollkühnheit gewesen . Es blieb nur ein Weg , und auch auf diesem war der Tod gewisser als die Rettung . Zur Linken des feindlichen Heeres floß der Neckar . Am anderen Ufer war kein Mann von bündischer Seite ; konnte er dieses Ufer gewinnen , so war es möglich sich zum Herzog zu schlagen . Schon waren die Reiter des Bundes wohl fünfhundert stark am Fuß des Hügels angelangt , er glaubte an ihrer Spitze den Truchseß von Waldburg zu erblicken , jedem andern , selbst dem Tod wollte er sich lieber ergeben als diesem . Drum winkte er den tapfern Württembergern nach der steilern Seite des Hügels hin , die zum Neckar führte . Sie stutzten ; es war zu erwarten , daß unter zehn immer acht stürzen würden , so jähe war diese Seite , und unten stand zwischen dem Hügel und dem Fluß ein Haufen Fußvolk , das sie zu erwarten schien . Aber ihr junger , ritterlicher Führer schlug das Visier auf , und zeigte ihnen sein schönes Antlitz , aus welchem der Mut der Begeisterung sie anwehte ; sie hatten ihn ja noch vor wenigen Wochen eine holde Jungfrau zur Kirche führen sehen , durften sie an Weib und Kinder denken , da er diese Gedanken weit hinter sich geworfen hatte ? » Drauf , wir wollen sie schlachten « , riefen die Fleischer , » drauf , wir wollen sie hämmern « , riefen die Schmiede , » immer drauf , wir wollen sie lederweich klopfen « , riefen ihnen die Sattler nach , » drauf , mit Gott , Ulerich für immer ! « rief der hochherzige Jüngling , drückte seinem Roß die Sporen ein , und flog ihnen voran den steilen Hügel hinab . Die feindlichen Reiter trauten ihren Augen nicht , als sie den Hügel heraufkamen , die verwegene Schar gefangenzunehmen , und sie schon unten , mitten unter dem Fußvolk erblickten . Wohl hatte mancher den kühnen Ritt mit dem Leben bezahlt , mancher war mit dem Roß gestürzt und in Feindeshand gefallen , aber die meisten sah man unten tapfer auf das Fußvolk einhauen , und der Helmbusch ihres Anführers wehte hoch und mitten im Gedräng . Jetzt waren die Reihen des Fußvolkes gebrochen , jetzt drängten sich die Reiter nach dem Neckar - jetzt - setzte ihr Führer an , und war der erste im Fluß . Sein