Uebereinkommen bezieht sich ja nur auf den heutigen Tag ; von morgen an ist ihre Feindschaft doppelt unversöhnlich . Ich bin vollständig überzeugt , daß wir nach unserer Entfernung von hier nicht lange auf einen neuen und zwar viel gefährlicheren Angriff von ihnen zu warten haben . Sie werden überhaupt nach Rache dürsten , und der Scheik wird im Besonderen darnach trachten , denjenigen den Mund sprachlos zu machen , welche erzählen können , daß er seinen Schwur gebrochen hat . « Die Vermutung , von welcher ich gesprochen hatte , ging wirklich in Erfüllung . Wir sahen , daß der Scheik die ansehnlichsten seiner Krieger um sich versammelt hatte und mit ihnen beriet . Das dauerte eine geraume Zeit ; dann kam er allein wieder über den Platz herüber und blieb , uns winkend , dort stehen . Er konnte sich schon besser aufrichten als vorhin . Ich ging mit Halef hin . Als wir ihn erreichten , versuchte er , seinem Gesichte nur einen Ausdruck des Ernstes zu geben ; aber er konnte doch nicht ganz verleugnen , daß ein Vulkan des Hasses und der Rache in ihm lag . » Hadschi Halef Omar und Akil Schatir Effendi , « begann er , » ich will euch mit dem Freimute eines berühmten Kriegers gestehen , daß ich eine Uebereilung begangen habe , die ich hätte unterlassen sollen . Ich bitte euch , sie zu vergessen und gegen niemanden davon zu sprechen ! Für die Erfüllung dieses Wunsches biete ich euch Entschädigung . « » Welche ? « fragte ich . » Wir verzichten zunächst auf die Fortsetzung des Kampfes . « » Das heißt , wir sollen auf den dritten Sieg verzichten ; so ist es . Doch weiter ! « » Wir nehmen sofort unsern Aufbruch und ziehen fort ! « » Das müßtet ihr so wie so , denn der Besiegte ist dazu gezwungen . Weiter ! « » Wir lassen euch den Kanz el A ' da . « » Den könnt ihr uns nicht nehmen ; er ist dem Sieger zuerkannt , und wir haben ja gesiegt . Noch etwas ? « » Ihr macht keine Ansprüche auf die Mekkaner . « » Behaltet sie in Allahs Namen , denn wir sind herzlich froh , daß wir uns nicht mehr mit ihnen zu befassen brauchen ! « » So seid ihr also einverstanden ? « » Das habe ich nicht gesagt . Du verlangst von uns das Geschenk der Verschwiegenheit und bietest uns dafür nur Dinge , die schon unser Eigentum sind . Das ist für dich freilich ein vorteilhafter Handel , bei dem du alles bekommst und nichts zu geben hast . Da wir nun keine geistig blinden Menschen sind , so wollen wir uns , ehe wir dir unser Wort geben , die Angelegenheit doch erst einmal näher betrachten . Wohin reitet ihr von hier ? « » Nach der Ain Bahrid « 140 . » Wirklich ? « » Ja . « » Irre ich mich nicht , so liegt sie eine volle Tagesreise im Südwesten von hier ? « » Ja . « » Und dorthin wollt ihr reiten ? So , so ! Ich habe bisher angenommen , daß der Pfad des Krieges , auf dem ihr euch befindet , euch nach Westen und Nordwesten führt ! Doch geht uns das nichts an , denn eure Wege sind nicht unsere Wege ; aber weil wir darum wünschen , daß sie nicht wieder zusammenführen , so hoffen wir , daß ihr auch wirklich und direkt nach der Ain Bahrid reitet . Es war ausgemacht , daß nach der Beendigung des Zweikampfes für heute Friede zwischen uns sein solle . Wie steht es damit ? « » Es bleibt dabei . « » Für heute nur ? « » Ja . « » Und später ? « » Wieder Kampf . « » Und da sollen wir dir Verschwiegenheit versprechen , für die du nichts weiter als nur Fortsetzung der Feindschaft bieten kannst ! « » Ich habe euch doch viel , viel mehr versprochen ! « » Das haben wir ja alles schon ! Dieser dein Vorschlag ist so kindisch , daß wir uns sogar schämen müssen , darüber zu lachen ! Wir sind keine Kinder , die man mit nichtssagenden Worten oder mit leblosen Puppen beruhigen kann , sondern Männer , denen die Stürme der Wüste und des Lebens noch öfter und drohender als euch um die Nase gepfiffen sind , und als solche durchschauen wir dich nur zu wohl . Du sollst also auf deine Anfrage nicht eine kindische Zusage , sondern eine Männerantwort zu hören bekommen , und diese lautet folgendermaßen : Ihr verlaßt den Bir Hilu sofort und gebt uns für heute den ausbedungenen Frieden . Wenn ihr das thut , so versprechen wir dir die gewünschte Verschwiegenheit für uns so lange , als uns nichts Feindliches von euch widerfährt . Das ist unser Entschluß , zu welchem nichts gethan und von welchem auch nichts genommen wird . « » Hast du nichts hinzuzufügen ? « » Nein ; ich sage es ja ; kein Wort ! « » Also ihr werdet schweigen , so lange euch von uns nichts geschieht ? « » Ja . « » Gut , ich bin zufrieden ! « » Dieser jetzige Handel gilt ? « » Ja . « » Du giebst dein Wort ? « » Ich gebe es ! « » Reiche Hadschi Halef Omar , dem Scheik der Haddedihn , deine Hand darauf , dann sind wir fertig ! « Er that es , hielt die Hand Halefs fest , sah ihm und dann auch mir ebenso fest in die Augen und wiederholte , jedes Wort einzeln und schwer betonend : » Ihr schweigt , so lange euch von uns nichts geschieht ! Abgemacht ! Wir reiten fort ! « Hierauf drehte er sich um und ging hinüber zu seinen Leuten . Halef sah mich fragend