Pedells , den sie nicht zu bemerken schienen und der sich hinter einen Schrank versteckt hatte , die ganze Geschichte ihm weismachten ; sie hatten ihm schon früher Argwohn beigebracht und ließen so die ganze Versammlung mitspielen , die sich dabei auch höchlich amüsiert hatte , und gewiß hat sich jung und alt noch eine Weile von allem Komischen zu erzählen , was dabei vorfiel . Der Professor Weiß war entzückt über seine lieben Studenten , er sagte , man muß selbst Student gewesen sein , um ihnen nachzufühlen , welch Gaudium es ist , wenn so was gelingt , er blieb bei uns sitzen , wir erlaubten ihm sein Pfeifchen zu rauchen , und er erzählte uns aus seinen Studentenjahren nichts wie dummes Zeug , was uns die Zeit sehr anmutig vertrieb . - Heut morgen , als die Studenten ins Kolleg kamen , konnten wir deutlich bemerken , daß sie noch ganz entzückt davon waren , das Lachen war heut ihr einzig Exerzitium , und wir beiden wie zwei unsichtbare Schutzgöttinnen hinter den gefrornen Fenstern freuten uns der heiteren Laune unserer Lieblinge . Bettine An die Bettine Wenn Du recht behalten willst , so hast Du gewiß recht , ich will auch nicht noch einmal wiederholen , daß ich scherzte , denn dies ist ja grade doppelte Sünde , weil der ganze Scherz sich nicht zwischen uns beiden eignet , Du kannst es von mir am wenigsten ertragen , daß ich falsch in die Saiten greife , - es war ein Erdenscherz und kein luftiger leichter , und es war noch dazu ein Notanker , ich war verwirrt geworden durch das Reisen hin und her vom Rhein zum Neckar und dann zum alten Haushalt ; da ist mir so manches verronnen , was mir lieb und leid ist , der Winter hat mich auch doppelt hier betroffen . Clemens hat mir geschrieben . Wie ein böser Traum sind mir manche bitteren und trüben Erinnerungen von ihm vorübergegangen , sein Brief hat mich betrübt , weil er mir die verworrnen Schmerzen seines Gemüts deutlich und doch wieder dunkel darstellt , auch wenn ich ihn nie gesehen hätte , würde mich dieser kalte Lebensüberdruß tief und schmerzlich bewegen . - Er stellt sich so an den Rand der Jugend , als habe sie ihn ausgestoßen , wie mich das schmerzt , wollt er es doch anders sein lassen , lieber die vergangne Zeit zurückrufen und fortleben ewig frisch , jung und träumerisch , wie er es gewiß könnte ; es wird und muß wieder so mit ihm werden , und Du mußt ihm jetzt recht anhänglich schreiben , Dein freieres Bewegen , wo Du sonst so von ihm abzuhängen schienst , wird ihm wohl auch ungewohnt und empfindlich sein ; Du kannst es nicht ändern , aber ersetze es ihm , Du schriebst ja immer nur kurze Briefe an ihn , aber schreib doch öfter . - Sein Beifall an meinen Gedichten erfreut mich , und mehr wird es keiner . Er schreibt , Savigny habe die Nachricht aus Paris , daß eine Übersetzung dort vom Tian gemacht sei , ihm mitgeteilt , frag ihn doch und schreib mir etwas Näheres darüber . Dem Molitor hab ich Deine Ansichten über die Erziehungen lesen lassen , es freute ihn und verspricht Dich nicht mehr zu stören , das ist mir lieb , denn wenn auch Deine Argumente , womit Du das Philistertum bestürmst , keinen Bodensatz haben und unleugbar aus der Luft gegriffen sind , so ist mir doch lieber zu lesen , wie Du unmittelbar mit den Elementen verkehrst , als wenn Du Deinen Sinn im Widerspruch auf irgendein gegebenes Bestehendes anwendest . Deine Wahrheiten streifen wohl den inneren Sinn der Menschen ; sie möchten Dir recht geben , aber was ist ' s damit ? - Bis einmal das Morgenlicht der Poesie in jeder Brust den Geist weckt , da wird wohl manches verstanden und doch muß es wieder versinken ; drum ist es mir lieber , Du selbst erschaffst Dich , bist Dir Lehrer und Schüler zugleich , weil es da was fruchtet und Deine Lehren einen so gründlichen tiefen Eingang in Dich haben . - Hast Du Dich doch gegen die Philosophie gesperrt , und Deine Natur spricht sie doch so ganz persönlich aus , als Geist und Seele und Leib . Ich will damit Dich nicht auf Dich selbst zurückführen , es ist eine Bemerkung , die ich im Spiegel mache , und Du kannst ja gleich davonfliegen und den Spiegel leer lassen , auch gibt meine Bemerkung Dir recht ; denn wenn Deine organische Natur ganz Philosophie ist , so wird sie sich nicht in der Anschauung erst erwerben sollen . - Sie wird einen Jugendleib haben , der mit einem anderen Frühling zusammentrifft , und ein anderes Verständnis haben mit dem Geistigen der Welt . - Um so mehr deucht es mir Mißgriff , wenn Du mit dem Wirklichen Dich begegnest und ihm Deinen Geist anmessen magst . Ich suche in der Poesie wie in einem Spiegel mich zu sammeln , mich selber zu schauen und durch mich durchzugehen in eine höhere Welt , und dazu sind meine Poesien die Versuche . Mir scheinen die großen Erscheinungen der Menschheit alle denselben Zweck zu haben , mit diesen möcht ich mich berühren , in Gemeinschaft mit ihnen treten und in ihrer Mitte unter ihrem Einfluß dieselbe Bahn wandeln , stets vorwärts schreiten mit dem Gefühl der Selbsterhebung , mit dem Zweck der Vereinfachung und des tieferen Erkennens und Eingehens auf die Übung dieser Kunst , so daß wie äußerlich vielleicht die hohen Kunstwerke der Griechen als vollkommne göttliche Eingebung galten und auf die Menge als solche zurückstrahlten und von den Meistern auch in diesem Sinn mit dieser Konzentration aller geistigen Kräfte gebildet wurden , so sammelt sich meine Tätigkeit in meiner Seele ; sie fühlt ihren Ursprung , ihr Ideal , sie will sich selbst nicht verlassen , sie will sich da hinüberbilden . Du