rut , un wenn et rut is , denn drückt et nich mihr , un denn künnen Se wedder gapsen . « » Gut . Leuchtet mir ein . Et muß rut , sagt Ihr . Und das sag ich auch . Aber womit wollt Ihr ' s rutbringen ? Das is die Sache . Welche Mittel , welche Wege ? « » Joa , de Mittel hebb ick . Un hebben wi ihrst de Mittel , denn finnen sich ook de Weg . Ick schick hüt noch Agnessen mit twee Tüten ; Agnes , dat is Karlinen ehr lütt Deern . « » Ich weiß , ich weiß . « » Un Agnes , de sall denn unnen in de Küch goahn , to Mamsell Pritzbur , un de Pritzburn , de sall denn den Tee moaken för ' n jnäd ' gen Herrn . Morgens ut de witte Tüt , un abens ut de blue Tüt . Un ümmer man ' nen gestrichnen Eßlöffel vull un nich to veel Woater ; awers bullern möt et . Un wenn de Tüten all sinn , denn is et rut . Dat Woater nimmt dat Woater weg . « » Na gut , Buschen . Wir wollen das alles so machen . Und ich bin nicht bloß ein geduldiger Kranker , ich bin auch ein gehorsamer Kranker . Nun will ich aber bloß noch wissen , was Ihr mir da in Euern Tüten schicken wollt , in der weißen und in der blauen . Is doch kein Geheimnis ? « » Nei , jnäd ' ger Herr . « » Na also . « » In de witte Tüt is Bärlapp , un in de blue Tüt is , wat de Lüd hier Katzenpoot nennen . « » Versteh , versteh « , lächelte Dubslav , und dann sprach er wie zu sich selbst : » Nu ja , nu ja , das kann schon helfen . Dazwischen liegt eigentlich die ganze Weltgeschichte . Mit Bärlapp zum Einstreuen fängt die süße Gewohnheit des Daseins an , und mit Katzenpfötchen hört es auf . So verläuft es . Katzenpfötchen ... die gelben Blumen , draus sie die letzten Kränze machen ... Na , wir wollen sehn . « An demselben Abend kam Agnes und brachte die beiden Tüten , und es geschah , was beinah über alles Erwarten hinaus lag : es wurde wirklich besser . Die Geschwulst schwand , und Dubslav atmete leichter . » Dat Woater nimmt dat Woater « , an diesem Hexenspruch - den er , wenn er mit Engelke plauderte , gern zitierte - richteten sich seine Hoffnungen und seine Lebensgeister wieder auf . Er war auch wieder für Bewegung und ließ , wenn es das Wetter irgendwie gestattete , seinen Rollstuhl nicht bloß auf die Veranda hinausschieben , sondern fuhr auch um das Rundell herum und sah dem kleinen Springbrunnen zu , der wieder sprang . Ja , es kam ihm vor , als ob er höher spränge . » Findest du nich auch , Engelke ? Vor vier Wochen wollt er nich . Aber es geht jetzt wieder . Alles geht wieder , und es ist eigentlich dumm , ohne Hoffnung zu leben ; wozu hat man sie denn ? « Engelke nickte bloß und legte die Zeitungen , die gekommen waren , auf einen neben dem Frühstückstisch stehenden Gartenstuhl , zuunterst die » Kreuzzeitung « als Fundament , auf diese dann die » Post « und zuletzt die Briefe . Die meisten waren offen , Anzeigen und Anpreisungen , nur einer war geschlossen , ja sogar gesiegelt . Poststempel : Berlin . » Gib mir mal das Papiermesser , daß ich ihn manierlich aufschneiden kann . Er sieht nach was aus , und die Handschrift is wie von ' ner Dame , bloß ein bißchen zu dicke Grundstriche . « » Is am Ende von der Gräfin . « » Engelke « , sagte Dubslav , » du wirst mir zu klug . Natürlich is er von der Gräfin . Hier is ja die Krone . « Wirklich , es war ein Brief von Melusine , samt einer Einlage . Melusinens Zeilen aber lauteten am Schluß : » Und nun bitt ich , Ihnen einen Brief beilegen zu dürfen , den unsre liebe Baronin Berchtesgaden gestern aus Rom erhalten hat , und zwar von Armgard , deren volles Glück ich aus diesem Brief und allerhand kleinen , ihrem Charakter eigentlich fernliegenden Übermütigkeiten erst so recht ersehn habe . « Dubslav nickte . Dann nahm er die Einlage und las : » Rom , im März Teuerste Baronin ! An wen könnt ich von hier aus lieber schreiben als an Sie ? Vatikan und Lateran und Grabmal Pio Nonos , und wenn ich Glück habe , bin ich auch noch mit dabei , wenn am Gründonnerstage der große Segen gespendet wird . Man muß eben alles mitnehmen . Von Rom zu schwärmen ist geschmacklos und überflüssig dazu , weil man an die Schwärmerei seiner Vorgänger doch nie heranreicht . Aber von unserer Reise will ich Ihnen statt dessen erzählen . Wir nahmen den Weg über den Brenner und waren am selben Abend noch in Verona . Torre di Londra . Was mich anderntags in der Capuletti- und Montecchi-Stadt am meisten interessierte , war ein großer Parkgarten , der Giardino Giusti , mit über zweihundert Zypressen , alle fünfhundert Jahre alt und viele beinah so hoch wie das Berliner Schloß . Ich ging mit Woldemar auf und ab , und dabei berechneten wir uns , ob wohl die schöne Julia hier auch schon auf und ab gegangen sei . Nur eins störte uns . Zu solcher Prachtavenue von Trauerbäumen gehört als Abschluß notwendig ein Mausoleum . Das fehlt aber . Im Giardino Giusti trafen wir Hauptmann von Gaza vom ersten Garderegiment , der , von Neapel kommend , bereits alle Schönheit Italiens gesehen hatte . Wir fragten ihn , ob Verona , wie einem beständig versichert