und schläft . « Amadeus athmete tief auf und richtete sein Haupt empor . » Ulrich ! « rief er , » Du bist auch hier - und rettest mich auf ' s Neue ? « Ulrich reichte ihm die Hand . » Wie ist Euch ? « sagte er , » und von wannen kommt Ihr ? Ich habe dem Herrn Propst Alles gebeichtet , und er hat kein Geheimniß mehr von mir ! « » Bist Du mein Sohn ? und hast Du mir vergeben ? « fragte Amadeus . » Ich bin es , und habe Euch vergeben , wie ich hoffe , daß Gott mir vergeben werde ! « versetzte Ulrich . Der Propst sagte ernst : » Amadeus , unter welcher Bedingung erfüllte ich Eure Bitte ? Ihr hab ' t nicht Wort gehalten - Ihr hab ' t mit dem Verrath Eures unseligen Geheimnisses den stolzen Muth dieses freien Maurers vernichtet , die fromme Freudigkeit , mit der er an den Tempeldienst der Kunst sich hingab , ihm geschmälert - sehet zu , daß Ihr ihn nicht noch mehr in ' s Verderben bringt ! Ihr könnt nicht über ihn wachen , wachet wenigstens über Euch und Eure Zunge ! « » Eine harte Anklage ! « sagte Amadeus ; » aber ich habe mich selber schon härter angeklagt , und oft gewünscht , ich wäre in den Klostermauern umgekommen ! « » Laßt das jetzt ! « unterbrach ihn Ulrich , » und erzählt lieber , wie Ihr entkamt . « » Ich irrte im Walde Tage und Nächte lang umher , « begann Amadeus ; » endlich kam ich an eine einsam stehende Wohnung und mußte sie betreten , um zu betteln , weil mir längst die Lebensmittel ausgegangen . Eine mitleidige Frau nahm mich auf und verpflegte mich einige Tage , da ich wunde und geschwollene Füße hatte , die mich nicht mehr weiter tragen wollten . Die Gegend , in der ich mich befand , war mir unbekannt , und auf mein Befragen erfuhr ich , daß ich nicht weit sei vom Schlosse des Herrn Weyspriach . Ich hatte einen solchen einst zum Waffengefährten gehabt , und that weitere Fragen nach Namen und Verhältnissen . Aber sie stimmten nicht , und der jetzige Schloßherr war nur ein Neffe meines alten Freundes . Aber dabei erfuhr ich , daß ein anderer meiner einstigen Kameraden seit dem letzten Reichstag bei ihm sei , auch daß die Burg und ihre Herren weit und breit gefürchtet wären als fehde- und beutelustig , und sich Niemand an sie wage , noch an die Mauern ihrer Veste . Da beschloß ich dorthin zu ziehen ! « » Dorthin gingt Ihr ? « fragte Ulrich tonlos . » Zu diesen Raufbolden ! « rief Kreß . » Nun , sie haben mich sehr wohl aufgenommen und beherbergt , « sagte Amadeus ruhig ; » freilich erst erkannten sie mich nicht , bis ich ihnen theilweise mein Geschick erzählt - « » Unglücklicher ! Eidbrüchiger ! « rief Kreß ; » Du sprachst von Ulrich ? « » Nein , « antwortete Amadeus ; » dies Geheimniß konnte nur ihm selbst gegenüber über meine Lippen kommen ; nur was mich allein betraf , habe ich Streitberg erzählt . « » Eberhard von Streitberg war Dein Genosse ? « fragte Ulrich . » Nun ? « fragte Amadeus , der sich die entsetzte Miene des Steinmetzen nicht zu deuten wußte . » Und wenn es Euch so wohl ging bei den Raubrittern und Wegelagerern , warum seid Ihr nicht in dem alten Raubnest geblieben ? « fragte höhnend der Propst . » Gestern kam ein Jude in die Burg , « erzählte Amadeus , » mit dem die Ritter ein weitläufiges Geschäft zu haben schienen . Mit andern Sachen wollte ich ihm Hut und Mantel verkaufen , die Du mir zu der Flucht gegeben , damit sie mich nicht einmal verriethen - der Jude aber erklärte : die wären sein , er habe sie im Benediktinerkloster vor einigen Wochen einem Baubruder geliehen , der versprochen , sie wieder zurückzugeben . Er schilderte Dich und nannte Deinen Namen , so wie den Tag meiner Flucht - ich zögerte nicht , ihm die Sachen zu geben . « » Der Jude hieß Ezechiel ? « fragte Ulrich . » Ganz recht , so hieß er . « » Nun sind wir ganz in seinen Händen ! « rief Ulrich . » Aber warum kamet Ihr nach Nürnberg ? « wiederholte der Propst noch einmal eindringlich . » Weil es mir nun allerdings möglich schien , daß der Jude mich verrathen werde - « Aber Kreß unterbrach Amadeus heftig : » Ach , wohl um die saubern Raubritter nicht in Verlegenheit zu bringen , verließt Ihr ihr verstecktes Nest und kommt in die St. Lorenz-Propstei . « » Nein , sondern weil ich ganz aus dieser Gegend gehen will , zuvor aber Ulrich sehen , ihn warnen und ihn mit mir nehmen - es sei denn : er wisse , daß der Jude , der ihm zu den Sachen und damit zu meiner Flucht behülflich war , eine ganz zuverlässige Person sei . « » Das ist kein Jude , und dieser Ezechiel vielleicht am allerwenigsten , « entgegnete Ulrich . » Muß ein Schimpf über mich kommen , so komme er - aber ich will ihn nicht selbst über mich bringen - das geschähe durch meine Flucht . Niemand wird mich verleiten Unwürdiges zu thun ! - Aber es ist gut , « fügte er ruhiger hinzu , » es ist gut , daß Ihr Weyspriach ' s Burg gemieden ; vielleicht wird sie von den Nürnbergern schon morgen belagert - und das möchte auch für Euch nicht gut sein . « » Was sagst Du ? « fragten Kreß und Amadeus zugleich . » Laßt uns jetzt nur bedenken , wie Ihr unerkannt von hier fort kommt und wohin ?