blaß und seine Augen stunden groß und starr in ihren Höhlen . Und ehe Resli eine Antwort geben konnte , trat der Alte herein , frug nicht um den Bescheid , sondern zahlte in Päcklene und möglichst schlechtem Gelde seine Schuld auf den Tisch , an dessen Ecke Anne Mareili bebend sich hielt . » Da hasts « , sagte er , » du wirst pressiere für heim , und aufhalten will ich dich nicht . « Da trat auch Resli zum Tische , das Geld sah er nicht an , aber schwer kämpfte es in seiner Brust . » So da weg « , sagte er , » möchte ich doch nicht , und ein vernünftig Wort wird wohl erlaubt sein . Was Geld und Gut anbelangt , will ich nicht märten , was möglich ist , soll geschehen . Daß man da den Vorteil nicht begehrt , hat man gezeigt und mit keinem Wort gefragt , ob das Meitschi etwas mitbringe oder nichts . Einstweilen haben wir genug , und was es künftig geben soll , überlassen wir Gott . Gebe es etwas oder nichts , so hoffe ich , können wir es mit Gottes Hülfe fürder machen . Aber etwas will ich offenbaren , damit könnt Ihr dann in Gottes Namen machen , was Ihr wollt . Es gibt in jeder Familie zuweilen etwas , manchmal kann man es mit Gottes Hülfe verwerchen , manchmal aber nicht . So hat es auch etwas bei uns gegeben , und damals hat mein Vater gwerweiset , ob er mir nicht den Hof abtreten solle . Da aber hat der Vater gefunden , daß die Mutter das nicht verdiene , weil sie bedeutend Gut eingebracht und eine Hausmutter sei , die für alles Sinn hätte und Vrstang für alle , und so eine , hat er gedacht , soll man nicht bei guten Kräften auf die Seite stellen , weil es ihr leicht in das Gemüt kommen könnte , wenn sie nicht mehr über alles könnte , zu nichts mehr etwas sagen sollte . Das ist eine schwere Verantwortung vor Gott , wenn man so um zeitlichen Nutzens willen jemand beiseite stellt , dem Gott seine Kräfte noch erhalten hat . So hat der Vater gedacht , und ihm wäre es öppe gleich gewesen , hinterezstah u mih la z ' mache . U sött ih angers denke gege dr Muetter , wo geng e Muetter a mr gsi ist , vo dr erste Stung a bis jetz , u geng zerst u zletzt gsi ist , wos üse Nutze gsi ist , u ke Rueh gha het , wes eim öppe gfehlt het oder sih öppis Bös a eim erzeigt het ? Ih hätt wäger nit ds Gwüsse , so lieb mr ds Meitschi ist , ih könnts nit vrantworte vor Gott u Mönsche , u dessetwege soll my Frau nit dest böser ha u nüt dest minger . U sinnet o dra , daß dr o King heyt u nit wüsset , wies Ech gah cha un dr o froh sy chönntet , we dKing öppe guet gegen Ech wäre . « » Was frage ich deiner Mutter nach , die geht mich nichts an « , sagte der Bauer , » und zu meinen Kindern will ich schon sehen , die werden öppe nicht viel anders machen , als ich will . Du hasts gehört , was gredt ist , ist gredt . Zähl du dein Geld , ich will dr heiße gschire « , und ging . Resli liefen , ihm unbewußt , Tränen die Backen ab ; blaß und lautlos , mit bebenden Lippen , stund am Tische Anne Mareili . » Ists auch möglich « , sagte Resli , » so habe ich doch noch niemand erfahren und nicht geglaubt , daß einer , der selbst Kinder hat , einem gegen die Eltern so etwas zumuten dürfte . So wollen wir treu aneinander halten , dann wird öppe kein Mensch viel zwängen . « So sprach er und bot Anne Mareili die Hand . Aber lautlos stand dieses da , nur die Lippen bebten , und immer größer starrten die dunkeln Augen . » Gib mir noch ein gutes Wort « , bat Resli , » an dem will ich mich halten und auf Gott vertrauen , und wenn du mich nötig hast , so mach mir Bescheid , die Wirtin tut dir schon den Gefallen . « Damit faßte er Anne Mareili in seinen Arm . Da flammte dessen Gesicht , hart stieß es ihn zurück : » Geh mir weg , rühre mich nicht an , jetz weiß ich , wie du mich liebst , « zitterte es heraus . » Wie habe ich dich gebeten , und was hast du getan ! Was habe ich dir versprochen , und wie hast du mir vertraut ! Ja , vertraue so einer nur auf Gott , verlassen wird er dich , wie du mich verlassen ! « Wie Resli reden wollte , es hörte ihn nicht . » Geh weg « , rief es , » ich mag dich nicht sehen , nicht hören ! Ein Wort , und du hättest mich erlöst , und willst nicht und machst mirs so , und jetz - « da ging seine Rede in krampfhaftes Schluchzen über , es stürzte ins Nebenstübchen , warf sich aufs Bett und weinte , daß es das ganze Bett erschütterte . Verstummt war Resli , Schrecken ergriff ihn , er wollte trösten , entschuldigen , ging nach zum Bette , bat um ein gutes Wort , wollte dessen Hand ergreifen ; aber es hörte ihn nicht , zuckte , wenn es seine Hand fühlte , zusammen , als wenn diese eine Schlange wäre . Wie er so dastund und es ihn fast zerriß , so weg zu sollen , kam die Mutter und sagte : » Laß du das Mädchen sein , es hilft jetzt nichts mehr . Was gehst