quid « noch die Neige seines Römers schnell hinunterschluckte , auf den Weg nach der Kirche . Aus den Fenstern des Korridors , den sie durchschritten , konnte man in die Gemächer des Abts hineinschauen . » Seht , seht ! « rief Pater Hilar , indem er den Kreisler in die Ecke eines Fensters zog . Kreisler schaute hinüber und gewahrte in dem Gemach des Abts einen Mönch , mit dem der Abt sehr eifrig sprach , indem eine dunkle Röte sein Antlitz überzog . Endlich kniete der Abt nieder vor dem Mönch , der ihm den Segen gab . » Hab ' ich recht , « sprach Hilarius leise , » hab ' ich recht , wenn ich in diesem fremden Mönch , der mit einem Mal hinabschneit in unsre Abtei , etwas Besonderes , Seltsames suche und finde ? « » Gewiß , « erwiderte Kreisler , » gewiß hat es mit diesem Cyprianus eine eigne Bewandtnis , und mich sollt ' es wundern , wenn nicht gewisse Beziehungen sich sehr bald kundtun sollten . « Pater Hilarius begab sich zu den Brüdern , um mit ihnen in feierlicher Prozession , das Kreuz vorauf , die Laienbrüder mit angezündeten Kerzen und Fahnen an den Seiten , in die Kirche zu ziehen . Als nun der Abt mit dem fremden Mönch dicht bei Kreisler vorüberkam , erkannte dieser auf den ersten Blick , daß Bruder Cyprianus eben der Jüngling war , den auf jenem Bilde die heilige Jungfrau aus dem Tode zum Leben erweckte . - Doch noch eine Ahnung erfaßte Kreislern plötzlich . Er rannte herauf in sein Zimmer , er holte das kleine Bildnis hervor , das ihm Meister Abraham gegeben ; kein Zweifel ! er erblickte denselben Jüngling , nur jünger , frischer und in Offizieruniform abgebildet . - Als nun - Vierter Abschnitt Erspriessliche Folgen höherer Kultur Die reiferen Monate des Mannes ( M.f.f. ) Hinzmanns rührenden Sermon , das Trauermahl , die schöne Mina , Miesmies ' Wiederfinden , der Tanz , alles das hatte in meiner Brust einen Zwiespalt der widersprechendsten Gefühle erregt , so daß ich , wie man im gewöhnlichen Leben gemeinhin sagt , mich eigentlich gar nicht zu lassen wußte und in einer gewissen trostlosen Bangigkeit des Gemüts wünschte , ich läge im Keller in der Grube wie Freund Muzius . Das war nun freilich sehr arg , und ich wüßte gar nicht , was aus mir geworden wäre , lebte nicht der wahre , hohe Dichtergeist in mir , der sofort mich mit reichlichen Versen versorgte , die ich niederzuschreiben nicht unterließ . - Die Göttlichkeit der Poesie offenbart sich vorzüglich darin , daß das Versemachen , kostet auch der Reim hin und wieder manchen Schweißtropfen , doch ein wunderbares inneres Wohlbehagen erregt , das jedes irdische Leid überwindet , sowie man denn wissen will , daß es sogar oftmals schon Hunger und Zahnschmerzen besiegt hat . Jener soll , da der Tod ihm den Vater , die Mutter , die Gattin raubte , zwar bei jedem Todesfall , wie billig , ganz außer sich , aber doch bei dem Gedanken an das herrliche Trauer-Carmen , das er nun im Geist zu empfangen gedachte , niemals untröstlich gewesen sein und bloß noch einmal sich verheiratet haben , um die Hoffnung abermaliger tragischer Begeisterung derselben Art nicht aufzugeben . - Hier sind die Verse , die meinen Zustand , sowie den Übergang von Leid zur Freude mit poetischer Kraft und Wahrheit schildern . » Was wandelt , horch ! durch finstre Räume , In öder Keller Einsamkeit ? Was ruft mir zu : Nicht länger säume ! Wes Stimme klagt ein herbes Leid ? Dort liegt der treue Freund begraben , Nach mir verlangt sein irrer Geist . Mein Trost soll ihn im Tode laben , Ich bin ' s , der Leben ihm verheißt ! Doch nein ! - das ist kein flücht ' ger Schatten , Der solche Töne von sich gibt ! Sie seufzen nach dem treuen Gatten , Nach ihm , der noch so heiß geliebt ! In alte Liebesketten fallen , Rinaldo will ' s , er kehrt zurück , Doch wie ! - schau ' ich nicht spitze Krallen ? Nicht eifersücht ' gen Zornes Blick ? Sie ist ' s - die Frau ! - wohin entfliehen ! - Ha ! welch Gefühl bestürmt die Brust . Im keuschen Schnee der Jugend blühen Seh ' ich des Lebens höchste Lust . Sie springt , sie naht , und immer heller Wird ' s um mich Hochbeglückten her . Ein süßer Duft durchweht den Keller , Die Brust wird leicht , das Herz wird schwer . Der Freund gestorben - sie gefunden - Entzücken ! - Wonne ! - bittrer Schmerz ! Die Gattin - Tochter - neue Wunden ! - Ha ! - sollst du brechen , armes Herz ? Doch kann den Sinn wohl so betören Ein Trauermahl , ein lust ' ger Tanz ? Nein - diesem Treiben muß ich wehren , Mich blendet nur ein falscher Glanz . Hinweg , ihr eitlen Truggebilde , Gebt höherm Streben willig Raum ! Gar manches führt die Katz im Schilde , Sie liebt , sie haßt und weiß es kaum . Kein Ton , kein Blick , senkt eure Augen , O Mina , Miesmies , falsch Geschlecht ! Verderblich Gift , nicht will ich ' s saugen , Ich flieh ' , und Muzius sei gerächt . Verklärter ! - ja , bei jedem Braten , Bei jedem Fisch gedenk ' ich dein ! Denk ' deiner Weisheit , deiner Taten , Denk ' Kater ganz wie du zu sein . Gelang es hünd ' schem Frevelwitze Dich zu verderben , edler Freund , So trifft die Schmach blutgier ' ge Spitze , Es rächet dich , der um dich weint . So flau , so jammervoll im Busen War mir ' s , ich wußte gar nicht wie , Doch