hest nüt dryz ' rede « , sagte der Alte . » Aber Vater « , antwortete Anne Mareili , » ich muß doch dabei sein . « » U müeßist , su han ih z ' bifehle . Was gredt ist , ist gredt « , und somit ging er , Geld zu holen . » Aber du mein Gott « , sagte Resli , » was ist der Vater preußisch ; ist es uns dann nicht erlaubt , bei dieser Sache unsere Meinung zu sagen , und Unbilligs wollen wir nichts . Aber so Hudel und schlecht Lüt sind wir doch nicht , daß wir uns alles müssen gefallen lassen und Gsetzi machen . « » Er ist geng so « , klagte Anne Mareili . » Er zwängt alles durch in der Gemeinde und meint , es solle daheim auch so gehen . Jetzt hat er die Sache mit dem Kellerjoggi wieder im Kopf , der alte Schelm hat ihn wieder andrehen können . Aber laß dich nach , ich halte dir dr Gottswille an . Am Vater bringe ich nichts ab , ich weiß es wohl ; was er im Kopf hat , das ist darin , und lieb hat er mich nie gehabt . Du mußt dich meiner annehmen , wenn du mich lieb hast , gib ihm nach ; ich verspreche dir , ich will deinen Eltern ein Kind sein , habest du den Hof oder habest du ihn nicht . Wenn ich hier einmal entronnen bin , wenn wir einmal beisammen sind , so können wir es immer machen , wie wir wollen , dann hat uns niemand mehr etwas zu befehlen . Und was du willst , das tue ich , es soll dir versprochen sein . « Er glaube es gerne , sagte Resli , er wüßte , daß es ihn lieb hätte , aber es sei immer wegen Leben und Sterben , und darin hätte der Vater recht , daß wie man es mache , man es hätte . Was an ihm sei , wolle er von Herzen tun , aber für die Andern könne er doch nicht versprechen , und billig sei es auch nicht , daß seinetwegen alle sich entgelten sollten und alle tun , als ob sie nichts wären ; das dürfte er ihnen nicht zumuten . » Aber hast du mich dann nicht lieb , und wenn du willst , so sagen die Andern alles nach , ich habe wohl gesehen , wie sie an dir hangen , und wenn du nicht dem Vater alles nachsagst , so bindet er auf und macht es mit Kellerjoggi richtig . Denk an mich ! « » Du bist mir lieb , lieber als ich mir selbst , aber wenn da Vater ein Wort hat , sollen wir nicht auch eins haben , und ist etwa das unsere das unbillige , soll ich Vater und Mutter auf die Seite stoßen ? « antwortete Resli . » Glaub mir nur , ich will Kind an ihnen sein , mich unterziehen , ich bins ja gewohnt , aber mach , wies der Vater will , sonst heißt der dich gehen , und was er einmal gesagt , nimmt er nicht zurück « , sprach dringlich das Mädchen , trat vor Resli , sah angstvoll und liebvoll ihm ins Auge . Resli tat es im Herzen weh , er schlang den Arm um Anne Mareili , drückte es an sich . » Wie lieb du mir bist , weißt du nicht « , sagte er , » und wenn ich sieben Leben hätte , ich gäbte sie dir alle , vo wege , die Lebe wäre myni . Ich weiß , du hieltest dein Wort und wärest wie recht . Aber die erste Woche könnte ich sterben , dann kämen Andere über dich und du wärest nicht mehr Meister . « » Du stirbst aber nicht « , sagte Anne Mareili , » du mußt Gott vertrauen . « » Ja « , sagte Resli , » aber vor dem , wo man selber tut , muß man selber sein , da nützt ds Vertraue nüt . Das hat Gott einem selbst zugestellt , daß man luege , was man mache . « » Los , los « , sagte Anne Mareili , » wie er Geld zählt , bald wird er fertig sein , o versprich mir , sag zu allem Ja und machs ab ! « » Aber Meitschi « , sagte Resli , » denk doch , wenn ich sterben mußte und läge da und müßte denken , sobald ich begraben sei , müßten meine Leute ihre alte Heimat mit dem Rücken ansehen , denk o , Meitschi , wie mir wäre , wie dir wäre und ob ich wohl beten könnte für meine arme Seele und hoffen dürfte auf ein seliges Sterben ? « » Los , los , dr Vater ist fertig ! Dr erst Tag können wir es ja ändern , versprich nur , was der Vater will , z ' halten brauchen wir ja nur , was wir wollen , aber mach , daß ich fortkomme ! « » Aber soll ich den Vater anlügen « , sagte Resli , » und auch meine Leute , sollen wir unser Glück auf Lug und Trug bauen , denk o , Meitschi ! Standhaft wollen wir sein , treu einander und von Menschen uns nicht scheiden lassen , dann können wir auf Gott vertrauen , kommen sicher zusammen , und dann mit reinem Gewissen . « » Los , los , er tut das Gänterli zu , er kömmt , er kömmt , säg dr tusig Gottswille nache , was er vorsagt , oder du hast mich nicht lieb und ich will nichts mehr von dir u wett , ih hätt dih nie gseh ! Uf de Kneue halte ih dr a « , so rief zitternd , mit unterdrückter Stimme Anne Mareili ; seine Lippen wurden