können wir bald dort sein . « Der junge Mann trieb sein Pferd an , der ganze Zug folgte seinem Beispiel , und bald waren sie im Angesicht dieses Dorfes . Hier war eine doppelte Linie von Landsknechten aufgestellt , welche ihnen drohend die Hellebarden entgegenstreckten . An vielen Punkten sah man den rötlichen Schimmer glühender Lunden , die wie Scheinwürmchen durch die Nacht funkelten . » Halt , wer da ? « rief eine tiefe Stimme aus ihren Reihen . » Gebt die Losung ! « » Ulericus für immer « , rief Georg von Sturmfeder . » Wer seid Ihr ? « » Gut Freund ! « rief Marx Stumpf von Schweinsberg , indem er aus den Reihen der Landsknechte heraus , und auf den jungen Mann zuritt . » Guten Morgen , Georg ; Ihr habt lange auf Euch warten lassen , schon die ganze Nacht sind wir auf den Beinen , und harren sehnlich auf Verstärkung , denn dort drüben im Wald sieht es nicht geheuer aus , und wenn Frondsberg den Vorteil verstanden hätte , wären wir schon längst übermannt . « » Der Herzog zieht mit sechstausend Mann heran « , erwiderte Sturmfeder . » Längstens in zwei Stunden muß er da sein . « » Sechstausend , sagst du ? bei Sankt Nepomuk , das ist nicht genug ; wir sind zu dritthalbtausend , das macht zusammen gegen neuntausend ; weißt du , daß sie über zwanzigtausend stark sind , die Bündischen ? Wie viel Geschütz bringt er mit ? « » Ich weiß nicht ; es wurde erst nachgeführt als wir ausritten . « » Komm , laß die Reiter absitzen und ruhen « , sagte Marx Stumpf ; » sie werden heute Arbeit genug bekommen . « Die Reiten saßen ab und lagerten sich ; auch die Landsknechte lösten ihre Reihen auf und stellten nur starke Posten auf den Anhöhen und am Neckar auf . Marx Stumpf besichtigte alle Anstalten , und Georg legte sich in seinen Mantel gehüllt , nieder , um noch einige Stunden zu ruhen . Die Stille der Nacht , nur durch den eintönigen Ruf der Wachen unterbrochen , senkte ihn bald in einen Schlummer , der seine Seele weit hinweg über Krieg und Schlachten , in die Arme seines Weibes entführte . IX In schwarzen Pulverdämpfen Verbirgt sich Mann und Roß ; Ihr schlagt euch immer kecker Bergunter alle zumal ; Jetzt sprengt ihr durch den Necker , Jetzt fechtet ihr im Tal . G. Schwab Georg erwachte am Wirbeln der Trommeln , die das kleine Heer unter die Waden riefen . Ein schmaler Saum war am Horizont helle , der Morgen kam , die Truppen des Herzogs sah man in der Ferne daherziehen . Der junge Mann setzte den Helm auf , ließ sich den Brustharnisch wieder anlegen und stieg zu Pferd , den Herzog an der Spitze seiner Mannschaft zu empfangen . Aus Ulerichs Zügen war zwar nicht der Ernst , wohl aber alle Düsterkeit verschwunden . Sein Auge sprühte von einem kriegerischen Feuer , und aus seinen Mienen sprach Mut und Entschlossenheit . Er war ganz in Stahl gekleidet , und trug über seinem schweren Eisenkleid einen grünen Mantel mit Gold verbrämt . Die Farben seines Hauses wehten in seinem großen wallenden Helmbusch . Sonst unterschied er sich in nichts von den übrigen Rittern und Edeln , die ebenfalls in blankes Eisen » bis an die Zähne « gekleidet , den Herzog in einem großen Kreis umgaben . Er begrüßte freundlich Hewen , Schweinsberg und Georg von Sturmfeder , und ließ sich von ihnen über die Stellung des Feindes berichten.44 Noch war von diesem nichts zu sehen ; nur an dem Saum des Waldes gegen Eßlingen hin , sah man hin und wieder seine Posten stehen . Der Herzog beschloß den Hügel , den die Landsknechte besetzt gehalten hatten , zu verlassen , und sich in die Ebene hinabzuziehen . Er hatte wenig Reiterei , der Bund aber , so berichteten Überläufer , zählte dreitausend Pferde . Im Tal hatte er auf einer Seite den Neckar , auf der andern einen Wald , und so war er wenigstens auf den Flanken vor einem Reiterangriff sicher . Lichtenstein und mehrere andere widerrieten zwar diese Stellung im Tal , weil man vom Hügel zu nahe beschossen werden könne ; doch Ulerich folgte seinem Sinn und ließ das Heer hinabsteigen . Er stellte zunächst vor Türkheim die Schlachtordnung auf und erwartete seinen Feind . Georg von Sturmfeder wurde beordert , in seiner Nähe mit den Reitern , die er ihm anvertraut hatte , zu halten ; sie sollten gleichsam seine Leibwache bilden ; zu diesen berittenen Bürgern gesellten sich noch Lichtenstein und vierundzwanzig andere Ritter , um bei einem Reiterangriff den Stoß zu verstärken . In jenen Tagen war ein Treffen oft in viele kleine Zweikämpfe zerstreut , die Ritter , die einem Heere folgten , fochten selten in geschlossenen Massen , sondern suchten mit schnellem Blicke einen Gegner unter den Reihen des Feindes , den sie dann mit Schwert und Lanze bekämpften . Eine solche Schar war es , die bei Georgs Reiterhaufen stand , und den Herzog selbst gelüstete es , seine ungeheure Kraft , seine weitberühmte Fertigkeit in einem solchen Zweikampf zu erproben , und nur die inständigen Bitten der Ritter hielten ihn ab , diese romantische Idee auszuführen . Neben dem Herzog hielt eine sonderbare Figur , beinahe wie eine Schildkröte , die zu Pferd sitzt , anzusehen . Ein Helm mit großen Federn saß auf einem kleinen Körper , der auf dem Rücken mit einem gewölbten Panzer versehen war ; der kleine Reiter hatte die Kniee weit heraufgezogen , und hielt sich fest am Sattelknopf . Das herabgeschlagene Visier verhinderte Georg zu erkennen , wer dieser lächerliche Kämpfer sei ; er ritt daher näher an den Herzog heran und sagte : » Wahrhaftig , Euer Durchlaucht haben sich da einen überaus mächtigen Kämpen zum Begleiter ausersehen . Sehet nur die dürren